Live-Ticker: Schulstreik gegen Wehrpflicht in über 100 Städten
Am 5. März gehen in ganz Deutschland Schüler:innen gegen die Wehrpflicht auf die Straße. Wir berichten live aus verschiedenen Städten. Schicke uns deine Eindrücke.
In über 100 Städten kam es am Donnerstag zu Aktionen zum Schulstreik. Die Schüler:innen wollen nicht, dass andere über ihre Zukunft entscheiden und sie in Uniformen stecken. Als Klasse Gegen Klasse berichten wir ab 8 Uhr am Donnerstag live aus circa zehn Städten. Infos, gute Laune und feinen Sound verbreitet zudem Radio Schulstreik heute auf Twitch.
15:05 Uhr: Ende des Live-Tickers und Fazit
Heute beteiligten sich Schüler:innen in mindestens 110 Städten an den Streiks. Im Laufe des Nachmittags gibt es noch weitere Aktionen. Allein in Berlin gingen laut Veranstalter:innen 10.000 Schüler:innen auf die Straßen. Aus vielen Städten wurden je um die 500 Teilnehmende gemeldet. Auch wenn uns noch keine offiziellen Zahlen vorliegen, spricht das dafür, dass die Streiks eine ähnliche Größenordnung umfassen dürften wie zum ersten Schulstreik im Dezember, als 55.000 Schüler:innen protestierten. In einigen Interviews und Reden wiesen Schüler:innen darauf hin, dass sie nicht nur gegen die Wehrpflicht demonstrieren. So sprachen sie sich auch insgesamt gegen Krieg, Ausbeutung von Rohstoffen, den Genozid in Gaza, die Kürzungspolitik und die AfD aus.
Aus mehreren Städten wurde von Repression durch Schulleitungen und Polizei berichtet: In Berlin gab es Festnahmen. In einzelnen Orten wurden Schüler:innen am Verlassen des Geländes gehindert. In München wurden Schüler:innen von der Polizei zurück in die Schule gefahren (wie Honeybalecta berichtete). Schon im Vorfeld kam es mancherorts zu Drohungen gegen Schüler:innen, die versuchten, für den Streik zu werben. Es ist skandalös, wie Schulleitungen und Polizei Hand in Hand arbeiten, um Schüler:innen vom Kampf gegen die Wehrpflicht abzuhalten.
Der heutige Streiktag zeigt, dass zehntausende Schüler:innen bereit sind, sich trotz Drohungen gegen die Einführung der Wehrpflicht zu wehren. Wenn die Bundesregierung den Schritt von einem „freiwilligen“ Wehrdienst zu einem verpflichtenden Dienst machen möchte, muss sie sich erstmal mit ihnen anlegen. Der Kampf gegen die Wehrpflicht hat gerade erst begonnen. Sie zu stoppen, ist weiter möglich. Wichtig ist dafür die Ausweitung der Schulstreiks zu einer Bewegung, die sich insgesamt gegen Krieg, Rechtsruck und Kürzungspolitik richtet und der Merz-Regierung etwas entgegensetzt. Damit kann sie auch weitere Teile der Gesellschaft einbeziehen.
Wir beenden damit die Berichterstattung in diesem Live-Ticker. Auf unserer Website und unserem Instagram-Kanal werden wir jedoch weitere Eindrücke teilen. Möchtest du Infos, Bilder oder Videos beitragen? Dann schicke sie uns per Instagram an unser Team:
Ayrin Giorgia (ayrin.on.a.bobbycar)
Baki Devrimkaya (bakidevrimkaya)
14:25 Uhr: Festnahmen in Berlin
Nach der „Schulstreik für Wehrpflicht“-Demo in Berlin, wegen der Schüler:innen schon im Vorfeld Repressionen durch ihre Schulleitungen erfahren haben, wurden nun mehrere, teils minderjährige, Schüler:innen festgenommen, wegen einem Schild gegen Merz: „Merz, leck Eier“. Fast 50 Personen zeigen ihre Solidarität vor Ort: „Krieg den Palästen, Frieden mit den Blocks! Keiner geht zur Bundeswehr, keiner zu den Cops!“ Gegen ihre Repression, gegen die Wehrpflicht!
14:15 Uhr: „Das System stilllegen. Alles bestreiken. Generalstreik“
Ein Schüler aus Dortmund will die Ausweitung der Streiks, so wie auch wir in unserem Flyer: Vom Schulstreik zum Generalstreik!
14:05 Uhr: 600 Schüler:innen in Bremen
Aus Bremen melden unsere Korrespondent:innen 600 Teilnehmende. Schüler:innen klagen die deutsche Komplizenschaft in Kriegen und Genoziden in Demosprüchen und Redebeiträgen lautstark an.
14:00 Uhr: Verkehrsmeldungen
Radio Schulstreik berichtet von weiteren Städten, die in Aktion getreten sind. Und liefert mit den Nachrichten auch gleich den Stau-Ticker: „40 Jahre stockender Verkehr in den Synapsen von Boris Pistorius und Friedrich Merz“.
13:40 Uhr: Ingolstadt zum ersten Mal dabei
In Ingolstadt kommt es heute zum ersten Schulstreik gegen die Wehrpflicht. Schüler:innen und solidarische Studierende sammeln sich seit 13:30 Uhr in der Altstadt vor dem Münster und machen klar, um was es heute geht: „Heute ist kein Schultag, heute ist Streiktag.“ Eine Frau am Straßenrand solidarisiert sich mit den ca. 100 Protestierenden. Sie freut es, dass die Jugend gegen die Wehrpflicht demonstriert, und nicht nach rechts abrutscht.
13:35 Uhr: Eltern gegen Wehrpflicht in Berlin gesichtet
13:20 Uhr: Kürzungspolitik stoppen!
Das Vorhaben der Merz-Regierung, die Bundeswehr zur „größten Landstreitmacht Europas“ auszubauen kostet viel Geld. Während junge Menschen mit Führerschein und Studienplätzen zum Militär gelockt werden sollen, bleibt für die meisten von uns nicht viel übrig: Ausbildungsgehälter reichen nicht mal, um von daheim auszuziehen. Wohnungen sind in den großen Städten unerschwinglich. An allen Ecken und Enden wird gespart.
In unserem Aufruf zum Frauenkampftag sagen wir daher unter anderem: „500 Milliarden für unsere Kliniken und Schulen statt für Aufrüstung und Krieg! Wir stellen uns gegen die Kürzungen im Sozialen, Gesundheit, Bildung, Kultur und bei den Sozialleistungen.“
13:00 Uhr: „Nie wieder Wehrpflicht“-Rufe in München
1.000 Menschen beteiligen sich in München am Schulstreik, darunter auch ein Studi-Block.
12:50 Uhr: Auch zum Frauenkampftag am 8. März auf die Straße!
Natürlich steht auch der diesjährige Frauenkampftag unter dem Eindruck des Iran-Krieges. Wir rufen auf, sich an den Protesten zu beteiligen: Brot und Rosen statt Imperialismus und Wehrpflicht!
„Die Angriffe der USA und Israels haben nicht das Ziel, die grausame Unterdrückung der Frauen im Iran zu beenden. Sie zielen darauf ab, die Islamische Republik durch ein Regime zu ersetzen, das den Vereinigten Staaten untergeordnet ist. Wenn Bomben gezielt auf Mädchenschulen abgeworfen und Kinder ermordet werden, kann von Feminismus keine Rede sein! Genau wie die Bombenangriffe im Irak und in Libyen oder die Sanktionen gegen Venezuela und Kuba geht es allein darum, die bröckelnde Vormachtstellung der Vereinigten Staaten zu stabilisieren und sich Öl und andere natürliche Ressourcen anzueignen.“
12:45 Uhr: 500 Schüler:innen in Hannover im Streik
In Hannover gehen bei sonnigem Wetter 500 Schüler:innen auf die Straß gegen die Wehrpflicht. Redebeiträge verbinden die Kürzungen im sozialen Bereiche mit der Aufrüstung. Auch die Solidarität mit Palästina spielt eine wichtige Rolle.
12:40 Uhr: „Nicht für Öl und Reiche Leute in den Krieg ziehen“
Schüler:innen aus Bochum erklären, was sie an der Wehrpflicht stört.
12:15 Uhr: Und wie stehst du so zu Krieg?
12:05 Uhr: 110 Städte im Streik
Mittlerweile befinden sich Schüler:innen in 110 Städten im Streik, so berichtet es Radio Schulstreik. Nachmittags, nach Ende des Unterrichts, werden noch in einigen weiteren Städten Aktionen erwartet.
11:55 Uhr: Was bedeutet der Iran-Krieg für den Schulstreik?
Während in Deutschland tausende Schüler:innen gegen die Wehrpflicht streiken, bombardieren USA und Israel weiter den Iran. Warum sich der Schulstreik auch gegen den Krieg richten muss, kommentiert unser Autor Luis Linden:
„Für Merz dürfte die US-israelische Aggression auch eigenen strategischen Interessen entgegenkommen. Sie zielt darauf ab, die Handelsrouten und die massiven Energiereserven Irans für westliches Kapital zu öffnen … Für alle, denen tatsächlich etwas an der Befreiung der iranischen Massen gelegen ist, besteht die wichtigste Aufgabe darin, gegen den imperialistischen Krieg und die Komplizenschaft Deutschland zu mobilisieren … Unsere Perspektive muss darin bestehen, die Kriegslogistik des imperialistischen Lagers zu schwächen, mit gemeinsamen Streiks von Schüler:innen, Arbeiter:innen und Studierenden gegen die Wehrpflicht und die Aufrüstung, für die Schließung der US-Militärbasen und den Abbruch aller militärischen und politischen Beziehungen mit Israel.“
11:45 Uhr: Gründe für die Teilnahme am Schulstreik aus Bochum
11:30 Uhr: Eindrücke von der Zubringerdemo Ostberlin
11:20: Polizei greif Schüler:innen in München auf
Auf Instagram berichtet Honeybalecta, dass Schüler:innen von der Polizei zurück in ihre Schulen gefahren werden. Sie werden damit von ihrem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit abgehalten.
11:00 Uhr: Streiks in 75 Städten
In mittlerweile 75 Städten sind laut Radio Schulstreik Schüler:innen im Streik. Schüler:innen in Essen berichten davon, dass sie in ihrer Schule eingesperrt und an der Teilnahme am Streik gehindert wurden.
10:40 Uhr: Für die Ausweitung der Schulstreiks!
In unserem Flyer schreiben wir: „Wenn wir Wehrpflicht und Aufrüstung wirklich stoppen wollen, müssen wir unseren Widerstand ausweiten. Um erfolgreich zu sein, brauchen wir die Unterstützung unserer Lehrer:innen, unserer Eltern und aller Arbeiter:innen. Es liegt an Gewerkschafter:innen, Schüler:innen und organisierten Linken gleichermaßen, die Kräfte gegen die Angriffe der Regierung und der Bosse – seien es Lohnkürzungen, Entlassungen oder Wehrpflicht und Kriegseinsätze – zu bündeln und die Gewerkschaftsführungen unter Druck zu setzen.“
10:00 Uhr: Streikaktionen laufen
In einigen Städten haben die Schulstreiks begonnen. In Berlin etwa gibt es gerade eine Zubringerdemo mit 50 Schüler:innen vom Immanuel-Kant-Gymnasium, die zur zentralen Aktion am Potsdamer Platz läuft. Auf dem Weg hat sich viel Polizei positioniert.
9.40 Uhr: Schulstreik im Zeichen des Iran-Kriegs
In den letzten Tagen starteten die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran. Neben führenden Personen des Regimes wurde auch eine Mädchenschule getroffen – was über 100 Toten verursachte.
Schulstreik und Iran-Krieg fallen nicht ganz zufällig zur gleichen Zeit. Die großen Mächte, allen voran die USA, wollen mit aggressiven Mitteln ihre Ziele durchsetzen. Auch die Merz-Regierung will dabei eine Rolle spielen und rüstet auf. Sie will die „größte Landstreitmacht Europas“ schaffen. Dafür braucht es Soldat:innen. Bei seinem Besuch in Washington stellte sich Merz hinter den Kriegstreiber Trump.
In unserem Flyer zum Schulstreik schreiben wir, warum es notwendig ist, sich gegen Wehrpflicht und Imperialismus zu stellen. Das iranische Regime ist ein Feind der Jugendlichen, Frauen und Arbeiter:innen. Aber die Befreiung kann nicht durch die Bomben der USA und Israels geschehen.
9:00 Uhr: Nur wenige Antworten auf Fragebögen
Das Interesse am Wehrdienst ist offenbar nicht besonders hoch. Nur die Hälfte der 18-Jährigen Männer hat ihre Fragebögen bisher beantwortet, obwohl diese dazu verpflichtet sind. Bei den Frauen sind es nur sechs Prozent. So berichtet es das Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Wer den Musterungsbrief nicht ausfüllt, dem drohen vorerst keine Strafen. Das kann sich natürlich ändern. Der beste Weg dagegen ist es, sich mit den Mitschüler:innen zu organisieren und zu streiken.
8:20 Uhr: Ärger an deiner Schule wegen Streik?
In Ingolstadt hatte die Schulleitung einer FOS/BOS in den vergangenen Tagen den Schüler:innen mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht, weil sie in ihrer eigenen Schule, während der Schulzeit, Flyer ausgelegt haben. Gibt es auch an deiner Schule Ärger? Dann melde dich bei uns.
8:00 Uhr: Willkommen zum Live-Ticker
Guten Morgen, hier werden wir in den kommenden Stunden die Schulstreiks begleiten. Die meisten Aktionen gehen im Laufe des Vormittags los. Wir stellen Berichte aus Social Media zusammen, sammeln zentrale News und geben Hintergrundinfos zum politischen Kontext.
Übersicht: In diesen Städten gibt es Aktionen
In folgenden Städten sind Aktionen angekündigt. Deine Stadt fehlt? Schreib uns!
AUGSBURG
10 Uhr, Königsplatz
11 Uhr, Unterer Kirchplatz
12 Uhr, Leibnitzplatz
11 Uhr, Potsdamer Platz
10:30 Uhr, Rathausplatz
16:30 Uhr, Neutor
9 Uhr, Schauspielhaus
11 Uhr, Poppelsdorfer Allee
11 Uhr, Karl-Marx-Monument
13:30 Uhr, Schillerpark
11:30 Uhr, Luisenplatz
12:30 Uhr, Hauptbahnhof
10:00 Uhr, Postplatz
DÜSSELDORF
11:30 Uhr, Luisenplatz
10:00 Uhr, Theaterplatz
11 Uhr, Huenottenplatz
10 Uhr, I. Dellbrügge – (Höhe Burggymnasium/ Teichstraße)
12 Uhr, Rathausplatz
12 Uhr, Willy-Brandt-Platz
10 Uhr, Platz der alten Synagoge
11:30 Uhr, Elvis-Presley-Platz
GLADBECK
10 Uhr, Rathaus
GÜTERSLOH
11 Uhr, vor dem Rathaus
15:30 Uhr, Riebeckplatz
10:00 Uhr, Hachmannplatz
10 Uhr, Freiheitsplatz
13:30 Uhr, Ernst-August-Platz
9:15 Uhr, Johannesbrunnen Halberstadt
11:45 Uhr, Zug nach Tübingen
12 Uhr, Friedrich-Ebert-Platz
HITZACKER (ELBE)
13:30 Uhr, Münstervorplatz
12 Uhr, Theaterplatz am ZOB
11 Uhr, Stadtzentrum
12 Uhr, Bundesverfassungsgericht
12 Uhr, Rathaus
12 Uhr, Hildegardplatz
10:30 Uhr, Exerzierplatz
10 Uhr, Hauptbahnhof
10 Uhr, Messeplatz
13 Uhr, Staatliche FOS
LEER
9 Uhr, Wilhelm-Leuschner-Platz
LINGEN
9 Uhr, Holstentorplatz
11:30 Uhr, Akademiehof
12 Uhr, Clamartpark
10 Uhr, Domplatz
18 Uhr, Gutenbergplatz
11 Uhr. Orleansplatz (Programm ab 8 Uhr)
10 Uhr, Stubengasse
13 Uhr, Carmer-Klett-Park
11:30 Uhr, Martin-Luther-Platz
10 Uhr, Bahnhof Pirna
10 Uhr, Alter Markt
11 Uhr, Am Rosengarten
11:30 Uhr, Gymnasium Schwertstraße
11:30 Uhr, Schillerplatz
12 Uhr, Porta Nigra
12 Uhr, Uhlanddenkmal
12 Uhr, Am Bauhaus-Museum
9 Uhr, Am Dernschen Gelände
WILHELMSHAVEN