Live-Ticker: Schulstreik gegen Wehrpflicht in über 100 Städten

04.03.2026
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Schulstreik in Berlin. Foto: Alfredo Moncada

Am 5. März gehen in ganz Deutschland Schüler:innen gegen die Wehrpflicht auf die Straße. Wir berichten live aus verschiedenen Städten. Schicke uns deine Eindrücke.

In über 100 Städten kam es am Donnerstag zu Aktionen zum Schulstreik. Die Schüler:innen wollen nicht, dass andere über ihre Zukunft entscheiden und sie in Uniformen stecken. Als Klasse Gegen Klasse berichten wir ab 8 Uhr am Donnerstag live aus circa zehn Städten. Infos, gute Laune und feinen Sound verbreitet zudem Radio Schulstreik heute auf Twitch.

15:05 Uhr: Ende des Live-Tickers und Fazit

Heute beteiligten sich Schüler:innen in mindestens 110 Städten an den Streiks. Im Laufe des Nachmittags gibt es noch weitere Aktionen. Allein in Berlin gingen laut Veranstalter:innen 10.000 Schüler:innen auf die Straßen. Aus vielen Städten wurden je um die 500 Teilnehmende gemeldet. Auch wenn uns noch keine offiziellen Zahlen vorliegen, spricht das dafür, dass die Streiks eine ähnliche Größenordnung umfassen dürften wie zum ersten Schulstreik im Dezember, als 55.000 Schüler:innen protestierten. In einigen Interviews und Reden wiesen Schüler:innen darauf hin, dass sie nicht nur gegen die Wehrpflicht demonstrieren. So sprachen sie sich auch insgesamt gegen Krieg, Ausbeutung von Rohstoffen, den Genozid in Gaza, die Kürzungspolitik und die AfD aus.

Aus mehreren Städten wurde von Repression durch Schulleitungen und Polizei berichtet: In Berlin gab es Festnahmen. In einzelnen Orten wurden Schüler:innen am Verlassen des Geländes gehindert. In München wurden Schüler:innen von der Polizei zurück in die Schule gefahren (wie Honeybalecta berichtete). Schon im Vorfeld kam es mancherorts zu Drohungen gegen Schüler:innen, die versuchten, für den Streik zu werben. Es ist skandalös, wie Schulleitungen und Polizei Hand in Hand arbeiten, um Schüler:innen vom Kampf gegen die Wehrpflicht abzuhalten.

Der heutige Streiktag zeigt, dass zehntausende Schüler:innen bereit sind, sich trotz Drohungen gegen die Einführung der Wehrpflicht zu wehren. Wenn die Bundesregierung den Schritt von einem „freiwilligen“ Wehrdienst zu einem verpflichtenden Dienst machen möchte, muss sie sich erstmal mit ihnen anlegen. Der Kampf gegen die Wehrpflicht hat gerade erst begonnen. Sie zu stoppen, ist weiter möglich. Wichtig ist dafür die Ausweitung der Schulstreiks zu einer Bewegung, die sich insgesamt gegen Krieg, Rechtsruck und Kürzungspolitik richtet und der Merz-Regierung etwas entgegensetzt. Damit kann sie auch weitere Teile der Gesellschaft einbeziehen.

Wir beenden damit die Berichterstattung in diesem Live-Ticker. Auf unserer Website und unserem Instagram-Kanal werden wir jedoch weitere Eindrücke teilen. Möchtest du Infos, Bilder oder Videos beitragen? Dann schicke sie uns per Instagram an unser Team:

Ayrin Giorgia (ayrin.on.a.bobbycar)
Baki Devrimkaya (bakidevrimkaya)

14:25 Uhr: Festnahmen in Berlin

Nach der „Schulstreik für Wehrpflicht“-Demo in Berlin, wegen der Schüler:innen schon im Vorfeld Repressionen durch ihre Schulleitungen erfahren haben, wurden nun mehrere, teils minderjährige, Schüler:innen festgenommen, wegen einem Schild gegen Merz: „Merz, leck Eier“. Fast 50 Personen zeigen ihre Solidarität vor Ort: „Krieg den Palästen, Frieden mit den Blocks! Keiner geht zur Bundeswehr, keiner zu den Cops!“ Gegen ihre Repression, gegen die Wehrpflicht!

14:15 Uhr: „Das System stilllegen. Alles bestreiken. Generalstreik“

Ein Schüler aus Dortmund will die Ausweitung der Streiks, so wie auch wir in unserem Flyer: Vom Schulstreik zum Generalstreik!

14:05 Uhr: 600 Schüler:innen in Bremen

Aus Bremen melden unsere Korrespondent:innen 600 Teilnehmende. Schüler:innen klagen die deutsche Komplizenschaft in Kriegen und Genoziden in Demosprüchen und Redebeiträgen lautstark an.

14:00 Uhr: Verkehrsmeldungen

Radio Schulstreik berichtet von weiteren Städten, die in Aktion getreten sind. Und liefert mit den Nachrichten auch gleich den Stau-Ticker: „40 Jahre stockender Verkehr in den Synapsen von Boris Pistorius und Friedrich Merz“.

13:40 Uhr: Ingolstadt zum ersten Mal dabei

In Ingolstadt kommt es heute zum ersten Schulstreik gegen die Wehrpflicht. Schüler:innen und solidarische Studierende sammeln sich seit 13:30 Uhr in der Altstadt vor dem Münster und machen klar, um was es heute geht: „Heute ist kein Schultag, heute ist Streiktag.“ Eine Frau am Straßenrand solidarisiert sich mit den ca. 100 Protestierenden. Sie freut es, dass die Jugend gegen die Wehrpflicht demonstriert, und nicht nach rechts abrutscht.

13:35 Uhr: Eltern gegen Wehrpflicht in Berlin gesichtet

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13:20 Uhr: Kürzungspolitik stoppen!

Das Vorhaben der Merz-Regierung, die Bundeswehr zur „größten Landstreitmacht Europas“ auszubauen kostet viel Geld. Während junge Menschen mit Führerschein und Studienplätzen zum Militär gelockt werden sollen, bleibt für die meisten von uns nicht viel übrig: Ausbildungsgehälter reichen nicht mal, um von daheim auszuziehen. Wohnungen sind in den großen Städten unerschwinglich. An allen Ecken und Enden wird gespart.

In unserem Aufruf zum Frauenkampftag sagen wir daher unter anderem: „500 Milliarden für unsere Kliniken und Schulen statt für Aufrüstung und Krieg! Wir stellen uns gegen die Kürzungen im Sozialen, Gesundheit, Bildung, Kultur und bei den Sozialleistungen.“

13:00 Uhr: „Nie wieder Wehrpflicht“-Rufe in München

1.000 Menschen beteiligen sich in München am Schulstreik, darunter auch ein Studi-Block.

12:50 Uhr: Auch zum Frauenkampftag am 8. März auf die Straße!

Natürlich steht auch der diesjährige Frauenkampftag unter dem Eindruck des Iran-Krieges. Wir rufen auf, sich an den Protesten zu beteiligen: Brot und Rosen statt Imperialismus und Wehrpflicht!

„Die Angriffe der USA und Israels haben nicht das Ziel, die grausame Unterdrückung der Frauen im Iran zu beenden. Sie zielen darauf ab, die Islamische Republik durch ein Regime zu ersetzen, das den Vereinigten Staaten untergeordnet ist. Wenn Bomben gezielt auf Mädchenschulen abgeworfen und Kinder ermordet werden, kann von Feminismus keine Rede sein! Genau wie die Bombenangriffe im Irak und in Libyen oder die Sanktionen gegen Venezuela und Kuba geht es allein darum, die bröckelnde Vormachtstellung der Vereinigten Staaten zu stabilisieren und sich Öl und andere natürliche Ressourcen anzueignen.“

12:45 Uhr: 500 Schüler:innen in Hannover im Streik

In Hannover gehen bei sonnigem Wetter 500 Schüler:innen auf die Straß gegen die Wehrpflicht. Redebeiträge verbinden die Kürzungen im sozialen Bereiche mit der Aufrüstung. Auch die Solidarität mit Palästina spielt eine wichtige Rolle.

12:40 Uhr: „Nicht für Öl und Reiche Leute in den Krieg ziehen“

Schüler:innen aus Bochum erklären, was sie an der Wehrpflicht stört.

12:15 Uhr: Und wie stehst du so zu Krieg?

12:05 Uhr: 110 Städte im Streik

Mittlerweile befinden sich Schüler:innen in 110 Städten im Streik, so berichtet es Radio Schulstreik. Nachmittags, nach Ende des Unterrichts, werden noch in einigen weiteren Städten Aktionen erwartet.

11:55 Uhr: Was bedeutet der Iran-Krieg für den Schulstreik?

Während in Deutschland tausende Schüler:innen gegen die Wehrpflicht streiken, bombardieren USA und Israel weiter den Iran. Warum sich der Schulstreik auch gegen den Krieg richten muss, kommentiert unser Autor Luis Linden:

„Für Merz dürfte die US-israelische Aggression auch eigenen strategischen Interessen entgegenkommen. Sie zielt darauf ab, die Handelsrouten und die massiven Energiereserven Irans für westliches Kapital zu öffnen … Für alle, denen tatsächlich etwas an der Befreiung der iranischen Massen gelegen ist, besteht die wichtigste Aufgabe darin, gegen den imperialistischen Krieg und die Komplizenschaft Deutschland zu mobilisieren … Unsere Perspektive muss darin bestehen, die Kriegslogistik des imperialistischen Lagers zu schwächen, mit gemeinsamen Streiks von Schüler:innen, Arbeiter:innen und Studierenden gegen die Wehrpflicht und die Aufrüstung, für die Schließung der US-Militärbasen und den Abbruch aller militärischen und politischen Beziehungen mit Israel.“

11:45 Uhr: Gründe für die Teilnahme am Schulstreik aus Bochum

11:30 Uhr: Eindrücke von der Zubringerdemo Ostberlin

11:20: Polizei greif Schüler:innen in München auf

Auf Instagram berichtet Honeybalecta, dass Schüler:innen von der Polizei zurück in ihre Schulen gefahren werden. Sie werden damit von ihrem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit abgehalten.

11:00 Uhr: Streiks in 75 Städten

In mittlerweile 75 Städten sind laut Radio Schulstreik Schüler:innen im Streik. Schüler:innen in Essen berichten davon, dass sie in ihrer Schule eingesperrt und an der Teilnahme am Streik gehindert wurden.

10:40 Uhr: Für die Ausweitung der Schulstreiks!

In unserem Flyer schreiben wir: „Wenn wir Wehrpflicht und Aufrüstung wirklich stoppen wollen, müssen wir unseren Widerstand ausweiten. Um erfolgreich zu sein, brauchen wir die Unterstützung unserer Lehrer:innen, unserer Eltern und aller Arbeiter:innen. Es liegt an Gewerkschafter:innen, Schüler:innen und organisierten Linken gleichermaßen, die Kräfte gegen die Angriffe der Regierung und der Bosse –  seien es Lohnkürzungen, Entlassungen oder Wehrpflicht und Kriegseinsätze – zu bündeln und die Gewerkschaftsführungen unter Druck zu setzen.“

10:00 Uhr: Streikaktionen laufen

In einigen Städten haben die Schulstreiks begonnen. In Berlin etwa gibt es gerade eine Zubringerdemo mit 50 Schüler:innen vom Immanuel-Kant-Gymnasium, die zur zentralen Aktion am Potsdamer Platz läuft. Auf dem Weg hat sich viel Polizei positioniert.

9.40 Uhr: Schulstreik im Zeichen des Iran-Kriegs

In den letzten Tagen starteten die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran. Neben führenden Personen des Regimes wurde auch eine Mädchenschule getroffen – was über 100 Toten verursachte.

Schulstreik und Iran-Krieg fallen nicht ganz zufällig zur gleichen Zeit. Die großen Mächte, allen voran die USA, wollen mit aggressiven Mitteln ihre Ziele durchsetzen. Auch die Merz-Regierung will dabei eine Rolle spielen und rüstet auf. Sie will die „größte Landstreitmacht Europas“ schaffen. Dafür braucht es Soldat:innen. Bei seinem Besuch in Washington stellte sich Merz hinter den Kriegstreiber Trump.

In unserem Flyer zum Schulstreik schreiben wir, warum es notwendig ist, sich gegen Wehrpflicht und Imperialismus zu stellen. Das iranische Regime ist ein Feind der Jugendlichen, Frauen und Arbeiter:innen. Aber die Befreiung kann nicht durch die Bomben der USA und Israels geschehen.

9:00 Uhr: Nur wenige Antworten auf Fragebögen

Das Interesse am Wehrdienst ist offenbar nicht besonders hoch. Nur die Hälfte der 18-Jährigen Männer hat ihre Fragebögen bisher beantwortet, obwohl diese dazu verpflichtet sind. Bei den Frauen sind es nur sechs Prozent. So berichtet es das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wer den Musterungsbrief nicht ausfüllt, dem drohen vorerst keine Strafen. Das kann sich natürlich ändern. Der beste Weg dagegen ist es, sich mit den Mitschüler:innen zu organisieren und zu streiken.

8:20 Uhr: Ärger an deiner Schule wegen Streik?

In Ingolstadt hatte die Schulleitung einer FOS/BOS in den vergangenen Tagen den Schüler:innen mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht, weil sie in ihrer eigenen Schule, während der Schulzeit, Flyer ausgelegt haben. Gibt es auch an deiner Schule Ärger? Dann melde dich bei uns.

8:00 Uhr: Willkommen zum Live-Ticker

Guten Morgen, hier werden wir in den kommenden Stunden die Schulstreiks begleiten. Die meisten Aktionen gehen im Laufe des Vormittags los. Wir stellen Berichte aus Social Media zusammen, sammeln zentrale News und geben Hintergrundinfos zum politischen Kontext.

Übersicht: In diesen Städten gibt es Aktionen

In folgenden Städten sind Aktionen angekündigt. Deine Stadt fehlt? Schreib uns!
AUGSBURG

10 Uhr, Königsplatz

ANNABERG-BUCHHOLZ

11 Uhr, Unterer Kirchplatz

BACKNANG

12 Uhr, Leibnitzplatz

BERLIN

11 Uhr, Potsdamer Platz

BIELEFELD

10:30 Uhr, Rathausplatz

BOCHOLT

16:30 Uhr, Neutor

BOCHUM

9 Uhr, Schauspielhaus

BONN

11 Uhr, Poppelsdorfer Allee

BRAUNSCHWEIG

CHEMNITZ

11 Uhr, Karl-Marx-Monument

COTTBUS

13:30 Uhr, Schillerpark

DARMSTADT

11:30 Uhr, Luisenplatz

DESSAU

DÖBEL

12:30 Uhr, Hauptbahnhof

DORTMUND

DRESDEN

10:00 Uhr, Postplatz

DÜSSELDORF

11:30 Uhr, Luisenplatz

EICHSTÄTT

EITORF

ERFURT

10:00 Uhr, Theaterplatz

ERLANGEN

11 Uhr, Huenottenplatz

ESSEN

10 Uhr, I. Dellbrügge – (Höhe Burggymnasium/ Teichstraße)

FLENSBURG

12 Uhr, Rathausplatz

FRANKFURT

12 Uhr, Willy-Brandt-Platz

FREIBURG

10 Uhr, Platz der alten Synagoge

FRIEDBERG

11:30 Uhr, Elvis-Presley-Platz

GLADBECK

10 Uhr, Rathaus

GOTHA

GÖTTINGEN

GÜTERSLOH

11 Uhr, vor dem Rathaus

HAGEN

HALLE

15:30 Uhr, Riebeckplatz

HAMBURG

10:00 Uhr, Hachmannplatz

HANAU

10 Uhr, Freiheitsplatz

HANNOVER

13:30 Uhr, Ernst-August-Platz

HARZ

9:15 Uhr, Johannesbrunnen Halberstadt

HECHINGEN

11:45 Uhr, Zug nach Tübingen

HEIDELBERG

12 Uhr, Friedrich-Ebert-Platz

HEILBRONN

HITZACKER (ELBE)

INGOLSTADT

13:30 Uhr, Münstervorplatz

ITZEHOE

12 Uhr, Theaterplatz am ZOB

JENA

11 Uhr, Stadtzentrum

KARLSRUHE

12 Uhr, Bundesverfassungsgericht

KASSEL

12 Uhr, Rathaus

KEMPTEN

12 Uhr, Hildegardplatz

KIEL

10:30 Uhr, Exerzierplatz

KOBLENZ

10 Uhr, Hauptbahnhof

KÖLN

LANDAU

10 Uhr, Messeplatz

LANDSHUT

13 Uhr, Staatliche FOS

LEER

LEIPZIG

9 Uhr, Wilhelm-Leuschner-Platz

LINDAU

LINGEN

LÜBECK

9 Uhr, Holstentorplatz

LUDWIGSBURG

11:30 Uhr, Akademiehof

LÜNEBURG

12 Uhr, Clamartpark

MAGDEBURG

10 Uhr, Domplatz

MAINZ

18 Uhr, Gutenbergplatz

MÖNCHEN-GLADBACH

MÜNCHEN

11 Uhr. Orleansplatz (Programm ab 8 Uhr)

MÜNSTER

10 Uhr, Stubengasse

NEUBRANDENBURG

NÜRNBERG

13 Uhr, Carmer-Klett-Park

OFFENBURG

OSTERODE AM HARZ

11:30 Uhr, Martin-Luther-Platz

PIRNA

10 Uhr, Bahnhof Pirna

POTSDAM

10 Uhr, Alter Markt

REUTLINGEN

RIEDLINGEN

ROSENHEIM

ROSTOCK

11 Uhr, Am Rosengarten

SAARBRÜCKEN

SOLINGEN

11:30 Uhr, Gymnasium Schwertstraße

STUTTGART

11:30 Uhr, Schillerplatz

TRIER

12 Uhr, Porta Nigra

TÜBINGEN

12 Uhr, Uhlanddenkmal

UNTERTAUNAUS

VIERSEN

WEIMAR

12 Uhr, Am Bauhaus-Museum

WEINHEIM

WIESBADEN

9 Uhr, Am Dernschen Gelände

WILHELMSHAVEN

WITTENBERG

WUPPERTAL

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