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Keine Masken und Quarantäne mehr? Lauterbach macht den Spahn!

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schafft nicht nur die Maskenpflicht und die 3G-Regelung ab. Auf Druck der Wirtschaft soll nun auch die verpflichtende Quarantäne fallen. Ein Skandal.

Keine Masken und Quarantäne mehr? Lauterbach macht den Spahn!
Foto: Juergen Nowak / shutterstock.com

Ab kommenden Montag fällt die Maskenpflicht in vielen Bereichen weg. So sprechen sich manche Einzelhandelsketten zwar dafür aus, dass Kund:innen freiwillig Masken tragen, aber von ihrem Hausrecht scheinen sie kein Gebrauch machen zu wollen, um ihr Personal zu schützen. “Da fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen“, sagte eine Sprecherin der Supermarktkette Edeka gegenüber der Tagesschau, als ob sie es davor nicht auch schon durchgesetzt haben. Auch in Schulen und Unis fällt an vielen Stellen die Maskenpflicht weg, die in den vergangenen Monaten Brandherde der Covid-19-Pandemie waren.

Darüber hinaus hat Lauterbach angekündigt, dass die Quarantäne quasi abgeschafft werden soll und damit auch die PCR-Tests für die breite Bevölkerung. Infizierte sollen sich für fünf Tage freiwillig isolieren und sich am Ende mit einem Selbsttest „freitesten“. Eine ständige Unsicherheit über das Infektionsgeschehen bleibt also bestehen. Nur infiziertes Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen soll noch fünf Tage in Isolation gehen und sich dann mit einem PCR-Test „freitesten“ müssen. Alles entspannt also? Corona ist jetzt laut der Regierung vorbei. Ganz sicher nicht, denn Lauterbach weiß genau, dass die Zahlen immer noch brutal hoch sind. Über eine 1,5 Millionen Menschen haben sich in der vergangenen Woche Infiziert, Lauterbach schätzt, dass die Dunkelziffer doppelt so hoch ist. Es ist aus medizinischer Sicht absolut unlogisch jetzt die verpflichtende Quarantäne fallen zu lassen. Hintergrund der vorgeschlagenen Lockerung ist, dass 4,3 Millionen Personen in Quarantäne sind und es in Betrieben und Krankenhäusern zu erheblichen Ausfällen komme. Die Kosten für das hohe Infektionsgeschehen darf nicht mit der Gesundheit der Allgemeinheit bezahlt werden, nur damit einige Kapitalist:innen weiterhin Profite scheffeln. Auch über die Lohnfortzahlung während der freiwilligen Quarantäne schweigt Lauterbach noch, was zu hohen Ausfällen bei Arbeiter:innen und Selbstständigen führen könnte, die dann unter Umständen Corona-Positiv arbeiten müssten. Er ist also ein genauso pro-kapitalistischer Gesundheitsminister wie auch sein wirtschaftsnaher Vorgänger Jens Spahn, der durch unzählige Skandal aufgefallen ist.

Die Kosten für die Pandemie werden also weiterhin von der einfachen Bevölkerung bezahlt. Gegenüber Klasse gegen Klasse erklärte ein H&M-Beschäftigte: „Mein Chef plädiert dafür dass wir Mitarbeiter die Maske alle weitertragen aber die Kunden müssen das nicht und wir können daran nichts ändern.” Die Beschäftigten sind dem Infektionsgeschehen also schutzlos ausgeliefert. Kein Wunder, dass sie schon weitere Schritte befürchtet: “Dann kommen die plexischeiben an den Kassen weg, die Markierungen zum Abstand halten und der Desinfektionsspender”.

Auch ein Kita-Azubi erklärt gegenüber Klasse gegen Klasse: “Das „Coronateam“ an der Schule aus Lehrkräften sagt, was die RKI sagt: es ist ein Fehler, die Regierung geht leichtsinnig damit um, den Azubis wird empfohlen, nach wie vor Masken zu tragen.” Es gäbe aber einige, die in der Schule keine Maske mehr tragen würden. Die Wut ist seinen Zeilen anzumerken: “Warum gerade in den Schulen, da wo die Ansteckung sehr hoch ist? Die Regierung will einfach offensiv Durchseuchung mit Omikron machen.”

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