Deutschland

How to: Deutschlandfahnen recyclen — auf internationalistische Art!

How to: Deutschlandfahnen recyclen - auf internationalistische Art!

Alle zwei Jahre find­en Events statt, die den Patri­o­tismus der Deutschen auf­flam­men lassen: Die Fußball­welt- bzw. Europameis­ter­schaften der Män­ner. Unzäh­lige schwarz-rot-gold­ene Aut­ofäh­nchen, Schminksets und weit­er­er unnötiger Kram wird in Massen verkauft.

Doch das deutsche Nation­al­sym­bol ist seit langem nicht mehr pro­gres­siv. In seinem Ursprung wurde die schwarz-rot-gold­ene Fahne als Zeichen der deutschen Repub­lik, also als Protest­sym­bol gegen den Feu­dal­is­mus und für bürg­er­lich-demokratis­che Rechte ver­wen­det.

Doch in der Weimar­er Repub­lik und der BRD war und ist diese Far­bkom­bi­na­tion nicht ein Sym­bol für die Ein­heit der Unter­drück­ten, son­dern eins der Unter­drück­enden. Der bürg­er­liche und impe­ri­al­is­tis­che deutsche Staat, der Kriege führt, Men­schen in die Flucht treibt und Arbeiter*innen Tag für Tag aus­beutet, benutzt diese Fahne als sein Sym­bol.

Der Patri­o­tismus, der zu Fußbal­lzeit­en offen­sichtlich viel präsen­ter wird, stellt außer­dem eine große Gefahr für Migrant*innen und Peo­ple of Colour da. Das Zuge­hörigkeits­ge­fühl zu einem impe­ri­al­is­tis­chen Nation­al­staat bringt mit sich, dass Gren­zen für diesen geschafft wer­den. Diese sind aber nicht nur geo­graphisch, son­dern oft auch eth­nisch oder kul­turell. Migrant*innen und Peo­ple of Colour müssen sich anhören, dass sie „doch nicht deutsch ausse­hen“, Rassist*innen labern von „Deutsch­er Leitkul­tur“ und Geflüchtete leben in Deutsch­land als Men­schen mit weniger Recht­en und Möglichkeit­en als die, die das Glück hat­ten, mit einem deutschen Pass und weißer Haut geboren zu wer­den.

Dass im Profi­fußball viel Ras­sis­mus existiert, haben wir in den let­zten Wochen sehr häu­fig gese­hen. Nach­dem Alexan­der Gauland behauptete, er hätte Jerome Boateng nicht gerne als Nach­barn, gab es erfreulicher­weise einen großen Auf­schrei, auch in der bürg­er­lichen Presse. Aber dass unter den „Fans“, die sich jet­zt zur Män­ner-EM in Frankre­ich befind­en, sehr viele Nazis und Rassist*innen befind­en, wird nicht so stark the­ma­tisiert. Erschreck­ende Bilder wie in Lille, wo Fußball­fans unter hämis­chem Gelächter Münzen auf geflüchtete Kinder wer­fen, gehen zwis­chen den Tor­jubeln unter.

Natür­lich ist nichts ver­w­er­flich­es dabei, Spaß am Fußball und am Sport zu haben. Den­noch müssen wir als Revolutionär*innen ras­sis­tis­che und chau­vin­is­tis­che Struk­turen und Hand­lun­gen angreifen, egal ob in unserem All­t­ag oder bei Massen­events.

Unsere Losung muss sein: „Die Arbeiter*innenklasse hat kein Vater­land!“ Der Patri­o­tismus dient nur der Klasse, die uns aus­beutet, und dem Staat, der uns unter­drückt. Deswe­gen ist das Team, das wir bei dieser EM unter­stützen soll­ten, das der streik­enden Arbeiter*innen und protestieren­den Jugendlichen in Frankre­ich, die gemein­sam gegen die arbeiter*innenfeindliche Arbeits­mark­tre­form von El Khom­ri kämpfen.

Um zu zeigen, dass unsere Fahne nicht die der Bourgeiosie, son­dern die der Unter­drück­ten ist, haben wir von der Rev­o­lu­tionär-kom­mu­nis­tis­chen Jugend uns eine kreative Aktion aus­gedacht: Wir sam­meln „erwor­bene“ Deutsch­land­fah­nen, egal welch­er Größe und Art und ent­fer­nen die schwarzen und gold­e­nen Streifen. Die roten Streifen flick­en wir zusam­men zu ein­er großen roten Fahne und übergeben sie kämpfend­en Genoss*innen in Frankre­ich, als inter­na­tion­al­is­tis­ches Zeichen der Sol­i­dar­ität.

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