Frauen und LGBTI*

Higui: Verurteilt als Lesbe und Frau, befreit durch die Bewegung

Argentinien: Higui wurde im letztem Jahr verurteilt, weil sie sich bei einem lesbenfeindlichen Übergriff auf sie gegen ihre Angreifer gewehrt hatte. Die Mobilisierungen der Frauenbewegung haben es nun geschafft, dass sie nach acht Monaten aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Higui: Verurteilt als Lesbe und Frau, befreit durch die Bewegung

Higui saß seit Okto­ber let­zten Jahres in Argen­tinien im Gefäng­nis. Warum? Weil sie les­bisch, arm und eine Frau ist. Weil sie einen Über­griff nicht ein­fach über sich hat erge­hen lassen, son­dern sich gewehrt hat. Let­zte Woche wurde sie endlich freige­lassen – ein riesiger Erfolg der Frauen- und LGBTI*-Bewegung, die monate­lang “Lib­er­tad para Higui” (Frei­heit für Higui) gerufen hat­te. Zum Bespiel während des Streiks am Inter­na­tionalen Frauenkampf­tag oder bei den let­zten NiU­na­Menos-Mobil­isierun­gen. Während­dessen wurde der Fall lange Zeit von den bürg­er­lichen Medi­en ignori­ert.

Higui wurde im Okto­ber in der Prov­inz Buenos Aires von zehn Män­nern ange­grif­f­en. Sie kan­nte die Gruppe, war vorher schon von ihr attack­iert wor­den. Sie hat­ten sie belei­digt, ihr gedro­ht, ihr Haus angezün­det und sie hat­te wegen ihnen das Vier­tel ver­lassen müssen. Aus den Aus­rufen wurde auch jet­zt wieder klar, dass die Män­ner sie für ihre Sex­u­al­ität bestrafen woll­ten. Sie kon­nten nicht hin­nehmen, dass ihr Kör­p­er ihnen nicht zur Ver­fü­gung stand und woll­ten sie nun verge­walti­gen. Higui aber wehrte sich und tötete dabei einen der Män­ner. Sie wurde wegen Mord angeklagt und verurteilt, während ihre Angreifer auf freiem Fuß blieben. Da sie arm war, kon­nte sie sich keine gute Vertei­di­gung vor Gericht leis­ten. Als arme, les­bis­che Frau wurde sie Opfer ein­er dreifachen Unter­drück­ung. Sie wurde dafür verurteilt, am Leben geblieben zu sein. Eine schreiende Ungerechtigkeit, in einem Land, in dem alle 18 Stun­den eine Frau ermordet wird.

Doch die Frauen­be­we­gung wurde auf diesen Fall aufmerk­sam und schrieb ihn sich auf ihre Fah­nen. Es waren die Mobil­isierun­gen auf der Straße, die Aktio­nen in den sozialen Medi­en und die Aufmerk­samkeit, die diese kämpferische Bewe­gung erzeugte, die dazu führten, dass Higui am 12. Juni aus dem Gefäng­nis ent­lassen wurde. Ein großar­tiger Erfolg, der wieder ein­mal zeigt, dass es nicht das Jus­tizsys­tem ist, das unsere Rechte und unser Leben schützt, son­dern die unab­hängige Mobil­isierung und Organ­i­sa­tion.

Nun bleibt noch der Kampf dafür, dass das Urteil voll­ständig zurückgenom­men wird. Higui kann auf jeden Fall nun wieder das tun, was sie beson­ders gerne tut: Fußball spie­len.

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