Argentinien: Mehr als 20.000 auf der Straße gegen Gewalt an Frauen

05.06.2017, Lesezeit 3 Min.
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Am Samstag gingen in Argentinien zum 2. Jahrestag der Ni Una Menos-Bewegung Tausende Menschen gegen Frauenmorde und Gewalt an Frauen auf die Straße. Sie prangerten vor allem die Mittäterschaft des Staates an.

Zwei Jahre nach der ersten Demonstration der Bewegung für Ni Una Menos (Nicht Eine Weniger) gingen am Samstag in Buenos Aires und 80 anderen argentinischen Städten und in Uruguay Tausende Menschen auf die Straße. Alleine in Buenos Aires waren es 20.000.

Die ständige Gewalt gegen Frauen und vor allem die steigende Anzahl an Frauenmorden macht die Frauen wütend. Derzeit wird in Argentinien alle 18 Stunden eine Frau ermordet. Ihre Wut verwandeln die Frauen in Organisierung, denn wie eine wichtige Parole der Bewegung lautet: „Wenn sie eine von uns anfassen, organisieren wir uns zu Tausenden“. Und so kämpft die Frauenbewegung also seit zwei Jahren mit Demonstrationen, Streiks und in Frauenkomitees in Betrieben, Unis und Schulen gegen Gewalt an Frauen.

Diesmal war das Motto des Streiks „Schluss mit Frauenmorden, die Regierung ist verantwortlich“. Im letzten Jahr stieg die Anzahl der Frauenmorde um acht Prozent. Trotzdem erhöhte die Regierung unter dem Präsidenten Mauricio Macri, der eine Politik der Kürzungen und Angriffe auf Arbeiter*innen betreibt, nicht die Gelder, die für Frauenhäuser und Unterstützung von Betroffenen vorgesehen sind, während die Bosse der Agrarindustrie Steuergeschenke bekamen. Gleichzeitig treibt er die Prekarisierung von Frauen und den Abbau von ihren Jobs voran. Viele geraten so in stärkere Abhängigkeit von gewalttätigen Partnern.

Die sozialistische Frauenorganisation Pan y Rosas fordert angesichts dieser Situation:

Schluss mit Gewalt gegen Frauen! Ni una menos! Wir wollen leben! Wir fordern von den Regierungen die Durchsetzung aller nötigen Maßnahmen zur Linderung der Konsequenzen sexistischer Gewalt und zur Verhinderung von Morden an Frauen, wie Zufluchtsorte für die Opfer, das Recht auf bezahlte Abwesenheit vom Arbeitsplatz in Höhe des vorherigen Lohnes, Arbeitslosengeld in der Höhe eines Familieneinkommens, Zugang zu zinslosen Krediten für Wohnungen.

Wir sagen: Wenn sie eine von uns angreifen, organisieren wir uns zu Tausenden. Deshalb organisieren wir Frauenkommissionen an jedem Arbeitsplatz, jeder Uni und Schule, in den Wohnvierteln. Lasst uns die Organisierung von kämpferischen Frauenbewegungen vorantreiben, die unabhängig vom Staat und den politischen Parteien des kapitalistischen Regimes sind. Das ist die einzige Option, die uns Frauen bleibt, um die sexistische Gewalt zu konfrontieren und zu stoppen.

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