Geschichte und Kultur

G20: Haben sie denn so mächtige Feind*innen?

In Hamburg zeigt der bürgerliche Staat seine Zähne. 20.000 schwer bewaffnete Polizist*innen sind unterwegs – hunderte Millionen Euro geben die Herrschenden für ihre "Sicherheit" aus. Aber wozu eigentlich? Haben sie so viel Angst vor ein paar Demonstrant*innen? Dieser Text von Bertolt Brecht (Melodie von Hans Eisler), fast hundert Jahre alt, passt zu diesen Tagen in Hamburg. Damals wie heute war die SPD für die Repression verantwortlich.

G20: Haben sie denn so mächtige Feind*innen?

Sie haben Gesetzbücher und Verordnungen,
Sie haben Gefängnisse und Festungen,
Ihre Fürsorgeanstalten zählen wir nicht.
Sie haben Gefängniswärter und Richter,
Die ihr Geld bekommen und zu allem bereit sind.
Ja, wozu denn?
(Glauben sie denn, daß sie uns damit kleinkriegen?)
Eh‘ sie verschwinden, und das wird bald sein,
Werden sie gemerkt haben, daß ihnen das alles nichts mehr nützt,
Daß ihnen das alles nichts mehr nützt.

Sie haben Geld und Kanonen,
Die Gummiknüppel zählen wir nicht.
Polizisten und Soldaten.
Ja, wozu denn?
(Haben sie denn so mächtige Feinde?)
Sie glauben, da muß doch ein Halt sein,
Der sie, die Stürzenden stützt.
Eines Tages, und das wird bald sein,
Werden sie sehen, daß ihnen alles nichts nützt.
Und dann können sie noch so laut Halt schrei’n,
Weil sie weder Geld noch Kanonen mehr schützt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.