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Für eine große Vollversammlung an der FU: Kommt ins offene Komitee!

Am 7. April, zum Beginn des dritten Corona-Semesters, findet die erste Online-Vollversammlung an der FU Berlin statt. Ein Komitee aus verschiedenen Fachschaften, Einzelpersonen und Hochschulgruppen bereitet dieses wichtige Event vor. Sei auch du dabei!

Für eine große Vollversammlung an der FU: Kommt ins offene Komitee!
Vollversammlung an der FU Berlin zu Fridays for Future im Sommer 2019. Bild: organize:strike

In drei Wochen ist es so weit: Nach einem Jahr Windstille an der Freien Universität wird die erste Veranstaltung stattfinden, in der wir unsere Probleme als Studierende und Beschäftigte diskutieren und gemeinsame Perspektiven entwickeln können: eine Vollversammlung aller Hochschulangehörigen. Nach einem Jahr Vereinzelung eröffnet die Vollversammlung einen demokratischen Raum, in dem wir selbst entscheiden können, worüber wir diskutieren und wie wir gegen die aktuelle Situation kämpfen wollen.

Isolation, Jobverluste und Überforderung: Studierende trifft die Krise besonders

Gründe gibt es genug, denn das letzte Jahr hat uns alle hart getroffen: Die Online-Lehre macht vielen zu schaffen, sei es aufgrund von schlechtem Internet oder Infrastruktur, höherem Pensum oder sozialer Isolation. Räume zum Lernen fehlen, viele Studierende mussten zurück zu ihren Eltern ziehen. Die Antwort der Universitätsleitung war bisher ein Hohn: Ab und zu kommt eine E-Mail, in der sich das Präsidium selbst auf die Schulter klopft, ohne tatsächliche Maßnahmen zu ergreifen.

Doch es gibt bereits Initiativen von Seiten der Studierenden, die es zu verstärken gilt: So startete die Fachschaftsinitiative Philosophie eine Umfrage, an der 600 Studierende teilnahmen. Das Ergebnis war wenig überraschend, aber ist ein gutes Mittel für öffentlichen Druck: So gut wie alle Studis sind mit der Uni unzufrieden, wünschen sich bessere Lehre und Betreuung sowie die Öffnung der Bibliotheken – natürlich mit Hygienekonzept.

Auch an der Art der Prüfungsleistungen gibt es einiges auszusetzen: Die Bearbeitungszeit für Klausuren ist viel zu niedrig für ein Onlineformat. Besonders benachteiligt seien ausländische Studierende, die nicht Deutsch als Muttersprache sprechen, meint die Initiative “Intersektionaler Antirassismus im Lehramt”. An anderen Universitäten seien schon einige Erfolge errungen worden, doch an der FU ist noch nichts geschehen.

Und über die Uni hinaus vervielfachen sich die Probleme nur noch. Viele von uns haben ihre Jobs verloren, bangen um ihre Existenz und spielen mehr gezwungen als gewollt mit dem Gedanken, das Studieren sein zu lassen. Richtige finanzielle Entlastung gibt es nicht, bei Scheinselbstständigen kommen die Corona-Hilfen oftmals nicht an, das Kurzarbeitergeld reicht nicht zum Leben und das Bafög ebensowenig.

Die Wohnsituation ist genauso katastrophal. Während die Einkommen sinken, werden die Lebenskosten nicht geringer. Und während dieser Krise finden sogar Zwangsräumungen statt! Selbst das Studierendenwerk hat Kommiliton:innen aus ihrer Wohnung rausgeworfen, in einer Situation, in der eine Räumung noch mehr als sonst existenzbedrohlich ist.

Währenddessen verkauft der Senat unsere Stadt weiter an Immobilienhaie. Für viele von uns sind Projekte wie die Rigaer94, die Rummelsbucht oder das Barkollektiv Meuterei Orte, in denen wir uns stressfrei aufhalten können und die das Stadtbild stark prägen. All diese Orte sind jedoch akut von Räumung bedroht.

Die soziale Isolation, der wir ausgesetzt sind, verschlimmern die ohnehin schon existenziellen Probleme unserer Generation, die meist unter prekäreren Bedingungen lebt als unsere Eltern. Wir werden gezwungen, zu Hause zu bleiben, während die Großbetriebe weiter nicht-essentielle Güter produzieren. Während die Großindustrie Milliarden bekommt, werden Gesundheit und Bildung kaputtgespart.

Es gibt also genügend Gründe, sich zu organisieren und etwas gegen diese Situation zu unternehmen. Deswegen hat das Studierendenparlament im November auf Vorschlag von Klasse Gegen Klasse Campus und Die Linke.SDS den AStA dazu aufgerufen, eine Vollversammlung zu organisieren.

Um die Probleme zu lösen, müssen wir sie selbst in die Hand nehmen

Diese Vollversammlung wird aktuell in einem Komitee vorbereitet, das offen für alle Interessierten ist. Zum Einen findet hier eine inhaltliche Vorbereitung statt, um sich mit den Themen zu beschäftigen, die wir hier angerissen haben. Zum Anderen sind natürlich auch organisatorische und technische Vorbereitungen notwendig, damit so viele FU-Studierende und -Beschäftigte wie möglich an der Online-Vollversammlung teilnehmen können. Wir laden alle Studierenden, Beschäftigten, Fachschaftsinitiativen und Hochschulgruppen dazu ein, sich am Komitee und der Vorbereitung zu beteiligen!

Die Vollversammlung ist ein Ort, um unsere Probleme zu diskutieren – aber auch, um Entscheidungen zu treffen, um unseren Worten Taten folgen zu lassen! Wir müssen uns organisieren und das Präsidium, den Senat und andere, die uns das Leben schwer machen, mit unseren Forderungen konfrontieren.

Wenn wir uns organisieren – Studierende und Beschäftigte gemeinsam –, ist es möglich, Veränderungen zu erkämpfen. Doch dazu müssen wir die Passivität überwinden, die die Regierung, die Konzerne und die Unileitungen uns aufzwingen und die bisher auch die offiziellen Vertretungen von Studierenden und Beschäftigten nicht durchbrochen haben.

Wir von Klasse Gegen Klasse Campus setzen uns dafür ein. Wir sehen uns in der Tradition der Studierenden der FU Berlin, die seit den 60ern wussten, dass durch Anpassung und Passivität alles nur schlimmer wird, dass echte Rechte erkämpft werden müssen, und dass wir uns hierfür so breit wie möglich aufstellen müssen, als Studierende und Beschäftigte aller Fachrichtungen und Tätigkeiten.

Bist du auch der Meinung, dass es nicht so weitergehen kann und dass eine Vollversammlung ein Start für eine breite Studierendenbewegung gegen die Krise sein muss? Dann komm diesen Freitag um 16 Uhr zum nächsten Komiteetreffen!

Schreib uns wenn du teilnehmen willst, und du bekommst den Link.

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