Jugend

Fri­days for Future: Deutsch­land­weit 320.000 Men­schen auf der Straße

„Wir schwänzen nicht, wir kämpfen!“ – Erneut Proteste in über 1660 Städten und 110 verschiedenen Ländern. Jeweils 17.000 Menschen in Berlin und Hamburg, 320.000 bundesweit.

Fridays for Future: Deutschlandweit 320.000 Menschen auf der Straße

In ganz Deutschland gingen am Freitag insgesamt 320.000 Jugendliche auf die Straße, bei Aktionen von etwa 200 Ortsgruppen. 17.000 Jugendliche waren jeweils in Berlin und Hamburg auf der Straße, bis zu 10.000 in Freiburg, in Frankfurt 6.000 vor der Europäischen Zentralbank und je 2.000 in Darmstadt und Kassel und vielen weiteren Städten.

In einer Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin rief eine Schülerin: „Wir schwänzen nicht, wir kämpfen!“ – Und bezog sich damit auf zahlreiche Medien und Politiker*innen, die in der Vergangenheit den Protest kritisierten und die Schulpflicht gegen die Demonstrationen ausspielten. Denn, wie viele der Schüler*innen sagen: „Welchen Sinn hat ein Abschluss in einem Leben ohne Zukunft?“

In Berlin beteiligten wir uns mit der antikapitalistischen Hochschulgruppe organize:strike an der Demonstration.

In München demonstrierten wir mit der Marxistischen Jugend München und Brot und Rosen München unter dem Motto „Capitalism will never be green!“

Klar benannt wurde bei den Demonstrationen, dass der Klimawandel ein globales Problem ist, das nur eine internationale Lösung haben kann. Daher waren diese Proteste Teil des zweiten globalen Klimastreiks, der von der Bewegung Fridays for Future organisiert wurde. Eine zentrale Forderung ist die Einhaltung des Pariser Abkommens und von Klimaschutzmaßnahmen, damit im Vergleich zu vorindustriellem Niveau das Weltklima nicht mehr als 1,5°C wärmer wird. Dazu forern sie den Kohleausstieg bis 2030 und 100 % erneuerbare Energieversorgung bis 2035.

Diese Ziele sind erste Schritte, aber die Bewegung muss noch viel weitergehende Forderungen stellen.

Beim ersten globalen Klimastreik im März gingen weltweit bereits über eine Million Menschen auf die Straße, diesmal wurden wieder mehr als eine Million erwartet, in über 1660 Städten in 110 verschiedenen Ländern.

Im Rahmen des internationalen Charakters war ein besonderer Schwerpunkt dieser Proteste die anstehende Europawahl. So gab es beispielsweise vor dem Brandenburger Tor nicht wenige Flaggen der Europäischen Union. „Die EU ist das beste, was Europa je passiert ist“, gab es in einer Rede zu hören – während u.a. zwar die Geflüchtetenpolitik, sowie die Agrarpolitik der EU kritisiert wurde, müsse es darum gehen, die EU zu verbessern. Besonders am Sonntag sei der wichtigste Hebel nicht der Streik, sondern die Wahl zum Europäischen Parlament.

Doch die EU kann nicht die Antwort auf die Umweltkrise sein, sie selbst steckt in einer tiefen Krise, welche immer stärker die Widersprüchlichkeit ihres eigenen Charakters offen legt. Die EU selbst ist Ausdruck des Problems.

Solidarität mit den Protesten gab es aus vielen Sektoren, wie Eltern mit Parents for Future, Wissenschaftler*innen mit Scientists for Future, Lehrer*innen mit Teachers for Future, Studierenden mit Students for Future und vielen weiteren.

Nun riefen Greta Thunberg und weitere Anführer*innen der Bewegung in einem Gastbeitrag bei der Süddeutschen Zeitung zu einem weltweiten Streik auf.

Jahre sind mit Gerede vergangen, mit unzähligen Verhandlungen, mit nutzlosen Vereinbarungen zum Klimawandel. Firmen, die fossile Brennstoffe fördern, durften jahrzehntelang ungehindert in unseren Böden schürfen und unsere Zukunft abfackeln. Politiker wussten seit Jahrzehnten über den Klimawandel Bescheid. Sie haben ihre Verantwortung für unsere Zukunft bereitwillig Profiteuren überlassen, deren Suche nach schnellem Geld unsere Existenz bedroht. […] Am Freitag, 20. September, werden wir mit einem weltweiten Streik eine Aktionswoche für das Klima beginnen. Wir bitten Sie, sich uns anzuschließen.

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