Antirassismus

Die Freie Universität Berlin für Geflüchtete und internationale Studierende öffnen!

Klasse gegen Klasse kandidiert für das Antifaschismus- und Internationalismusreferat im AStA der FU Berlin. Denn: Hier gibt es einiges zu verbessern! Wir wollen den Zugang zur Uni für alle Geflüchteten und internationalen Studierenden öffnen.

Unis sollten allen Menschen offenstehen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus oder ihrer Herkunft. Allerdings ist es für viele ausländische Studierende extrem schwierig, sich an deutschen Hochschulen einzuschreiben und ihr Studium zu absolvieren. Das hat strukturelle Gründe, die adressiert und gelöst werden müssen!

Unsere Forderungen für eine internationalistische Uni

Die Benachteiligung internationaler Studierender fängt bei der Immatrikulation an. Denn: das an Uni-Assist e.V. outgesourcte Einschreibeverfahren ist zu bürokratisch und benachteiligt Studierende aus dem Ausland. Dieses Verfahren wird auch von der FU Berlin genutzt. Einerseits müssen Angestellte von Uni-Assist durch die Auslagerung unter prekären Arbeitsverhältnissen arbeiten, da sie nicht nach Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder bezahlt werden. Desweiteren müssen Studierende, die einen ausländischen Hochschulzugang haben und demnach dieses Portal verpflichtend nutzen müssen, mehr zahlen, als Studierende mit Hochschulzugang einer deutschen Uni. Das wurde vermehrt als diskriminierend kritisiert. Mindestens führt es zu ungleichen Zugangsvoraussetzung und wird dem internationalistischen Anspruch einer freien Universität nicht gerecht. Hinzu kommt die oftmals verwirrende Bürokratie, die sich vielen Studierenden nicht erklärt, da genaue Informationen fehlen. Oft wird nicht mal klar, ob die Bewerbung ausschließlich über Uni-Assist, die Hochschule selbst oder über beides laufen soll. Daher lautet unsere Forderung: Gleiche Zugangschancen für alle Studierenden, unabhängig ihrer Herkunft! Uni-Assist abschaffen! Ein einheitliches Bewerbungsportal für alle Studierenden!

Damit einhergehend ist problematisch, dass nach wie vor nicht alle ausländischen Hochschulabschlüsse anerkannt werden, auch von der FU nicht. Dadurch werden viele Studierende aus anderen Ländern von vornherein ausgeschlossen. Aber Menschen haben normalerweise keinen Einfluss darauf, wo sie aufwachsen oder zur Schule gehen. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass alle Abschlüsse anerkannt werden, egal aus welchem Land!
Schließlich ist nicht nur das Bewerbungsverfahren zu bürokratisch. Auch die administrativen Anforderungen des Studiums an sich sind meist unnötig kompliziert, mehrdeutig und unpassend. Das merken wir als Studierende und Beschäftigte der FU selbst: Online-Portale wie Campus Management und ZEDAT Webmail sind unübersichtlich und veraltet. Selbst einfachste Vorgänge, wie Anmeldungen von Lehrveranstaltungen an anderen Fakultäten erfordern zahllose Dokumente, die an gleichermaßen zahllose Instanzen geschickt werden müssen. Diese Prozesse sind schon für deutschsprachige Studierende schwer zu durchschauen und erfordern fast unerschöpfliche Kompetenz in bürokratischer Kommunikation. Wenn internationale Studierende nicht fließend Deutsch sprechen, wird dieser Sachverhalt weiter erschwert, da zum Beispiel die ohnehin schon unverständliche Masse an Dokumenten nicht ausreichend in andere Sprachen übersetzt ist. Diese administrativen Hürden benachteiligen daher abermals ausländische Studierende. Wir sagen: Die Unibürokratie muss vereinfacht werden! Weniger Dokumente, mehr Übersetzungen, mehr Unterstützung!

Geflüchtete und Ukrainekrieg

Die hier beschriebene Problemlage trifft Geflüchtete extra hart. Denn diese kommen zum einen oft aus Ländern, deren Hochschulzugänge an deutschen Unis nicht anerkannt werden. Des weiteren befinden sie sich aufgrund ihrer Flucht häufig in besonders prekärer Lage. So können die Kosten der Uni-Assist Bewerbung von 75 Euro, eine signifikante Hürde darstellen. Mit der Erfahrung von Krieg, Flucht und Vertreibung nach Deutschland an die Universität zu kommen lässt sich kaum vergleichen mit der freiwilligen Aufnahme eines Studiums durch internationale Studierende. Die besonderen Herausforderungen finanzieller und psychischologischer Natur, denen sich geflüchtete Studierende ausgesetzt sehen, wo sprachliche und technische Probleme mit der Bürokratie noch erschwerend hinzukommen, müssen von der Universität berücksichtigt werden. Geflüchtete würden also direkt von den oben genannten Forderungen profitieren.

Die strukturellen Benachteiligungen, welche internationale Studierende und Geflüchtete erfahren, werden durch den Krieg in der Ukraine besonders hervorgehoben. Der Krieg veranlasst daher ein Umdenken im Umgang mit Studierenden aus anderen Ländern generell, aber vor allem im Umgang mit Geflüchteten. Die akute Notlage erfordert schnelles Handeln. Gerade hier haben Hochschulen besonderes Potential aktiv zu werden.

Viele Hochschulen verfügen über zahlreiche Immobilien, die zur Unterbringung von Geflüchteten bereitgestellt werden können. Auch die FU Berlin besitzt eine Vielzahl leerstehender Villen und Gebäude, die kaum oder gar nicht genutzt werden. Diese sollten Geflüchteten zur Verfügung gestellt werden!

Als Institutionen der Lehre sind Unis zudem der perfekte Ort, um Geflüchteten durch die Vermittlung von Wissen in ihrem neuen Alltag zu helfen. In erster Linie bietet sich an, Sprachkurse anzubieten – und zwar kostenlos! Dafür können auch Studierende zu guten Arbeitsbedingungen angestellt werden, die bereits an der Uni eingeschrieben sind.

Schließlich ist die derzeitige Aussetzung der Kooperation mit russischen Unis und Forschungseinrichtungen problematisch. Denn diese Richtlinie trifft kritische Wissenschaftler:innen und Studierende genauso, wie es regimefreundliche Akteur:innen trifft. Außerdem beinhaltet die Richtlinie die rassistische Annahme, alle an russischen Unis studierenden oder arbeitenden Menschen würden dem Krieg in der Ukraine zustimmen. Um auf ein schnelles Ende des Krieges hinzuwirken, müssten deutsche Unis vielmehr ihre Kooperation mit russischen Einrichtungen ausbauen. Denn so könnten beispielsweise Informationen ausgetauscht werden, die womöglich durch die einseitige Berichterstattung in Russland schwer zugänglich sind. Gleichermaßen könnten antimilitaristische Positionen bestärkt werden. Wir fordern ein Ende des Kooperationsverbots!

Für eine offene, internationalistische und antirassistische Uni

Um ihrem Namen wirklich gerecht zu werden, muss die Freie Universität Berlin mehr für internationale Studierende und Geflüchtete tun. Erste Schritte auf diesem Weg haben wir in diesem Artikel dargestellt. Jetzt bedarf es ihrer Umsetzung. Dafür werden wir uns im Antifaschismus- und Internationalismusreferat des AStAs einsetzen. Die Freie Uni wirklich frei machen! Für eine offene, internationalistische und antirassistische Uni!

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