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Berlin: Hunderte zeigen Solidarität mit den Antifaschist*innen in Charlottesville [mit Video]

Am Mittwoch abend versammelten sich 300 Menschen auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor, um ihre Solidarität mit den Antifaschist*innen in Charlottesville und den Opfern der faschistischen Angriffe auszudrücken.

Berlin: Hunderte zeigen Solidarität mit den Antifaschist*innen in Charlottesville [mit Video]

Ein Faschist, der mit seinem Auto in die antifaschis­tis­che Gegen­demon­stra­tion fuhr, hat die bei den Indus­tri­al Work­ers of the World (IWW) organ­isierte Heather Hey­er getötet. Ins­ge­samt wur­den mehr als dreißig Men­schen in Auseinan­der­set­zun­gen ver­let­zt.

Während der Kundge­bung wurde erk­lärt, dass die Recht­en die Wahl Trumps als Legit­i­ma­tion sowohl ihrer reak­tionären Ide­olo­gie als auch ihrer Hand­lun­gen ver­ste­hen und die US-amerikanis­che Regierung unter Trump mit ihrer schändlichen Rel­a­tivierung rechter Gewalt nur dazu beiträgt, dass sich Angriffe wie dieser in Zukun­ft noch wieder­holen wer­den. Dabei wurde wieder­holt auf die Kon­ti­nu­ität der ras­sis­tis­chen Gewalt in den Vere­inigten Staat­en und ihren Ursprung im bluti­gen Siedlerkolo­nial­is­mus hingewiesen.

Auch die Verbindun­gen und die Koop­er­a­tion zwis­chen den US-amerikanis­chen und deutschen Nazis, schon vor Ende des Zweit­en Weltkrieges, wur­den von einem Schwarzen Vet­er­an des Viet­nam-Krieges her­aus­gestellt: Über Verbindun­gen zum US-Mil­itär hät­ten die Nazis materielle Unter­stützung aus den Staat­en bekom­men, beson­ders in der Zeit nach dem Krieg, da sie keine Möglichkeit hat­ten in der BRD ihre Pro­pa­gan­da zu druck­en – andere wur­den ein­fach in die Rei­hen der CIA oder ander­er Geheim­di­en­ste rekru­tiert. Der Red­ner wies außer­dem auf die Bedeu­tung der Arbeit mit den (ehe­ma­li­gen) Soldat*innen hin, um den Krieg zu verurteilen und die Armee von innen zu zer­stören: “We have to get the US-Army out of – exis­tence!”

Die sich in den USA etablierende Prax­is, ras­sis­tis­che Denkmäler aus der Welt zu schaf­fen, wurde dabei als pos­i­tives Beispiel ein­er anti­ras­sis­tis­chen Prax­is für Berlin aufge­fasst: Seit langer Zeit wird ver­sucht, die Namen von Straßen und Plätzen zu ändern, die Kolo­nial­is­ten und Ras­sis­ten ehren. Doch man sollte es nicht alleine dabei belassen. So hieß es mit Ver­weis auf die Staat­en, dass auch Kaiser Wil­helm II. – zu dessen Leis­tung die Anstren­gung nach mehr deutschem Kolo­nialbe­sitz zählt – zu Ehren noch Stat­uen existieren.

Aktivist*innen vom Bünd­nis gegen Ras­sis­mus und der Britzer Ini­tia­tive “Hufeis­ern gegen Rechts” berichteten von den sich häufend­en Angrif­f­en auf poli­tis­che Gegner*innen der Recht­en vor allem im südlichen Teil von Neukölln. Mehrmals wurde bemerkt, dass jet­zt die Zeit sei, in der es beim Kampf gegen rechts auf jede*n ankommt. So wurde dazu aufgerufen, vor allem in Rich­tung der weißen Teil­nehmenden der Kundge­bung, sich an den Protesten gegen den Sam­stag geplanten Rudolf-Heß-Gedenkmarsch durch Span­dau zu beteili­gen und sich ras­sis­tis­ch­er Het­ze in jed­er Sit­u­a­tion ent­ge­gen­zustellen.

Eine Schwarze Sozial­istin aus den USA machte deut­lich, dass es wichtig ist, sich unab­hängig zu organ­isieren. Denn Unternehmen, auch wenn sie Black Lives Mat­ter in den Staat­en mit Mil­lio­nen­be­trä­gen unter­stützen, sind immer mit Aus­beu­tung, Unter­drück­ung und Impe­ri­al­is­mus ver­bun­den. Wahrer Antifaschis­mus, der die Wurzel der recht­en Ide­olo­gie angreifen will, kann sich wed­er an die Inter­essen des Kap­i­tals noch des Staates binden, geschweige denn, auf dessen Insti­tu­tio­nen ver­trauen.

Zum Abschluss der Kundge­bung machte der Autor dieses Textes noch ein­mal deut­lich, dass der Kampf gegen faschis­tis­che Gewalt auch der Kampf gegen den kap­i­tal­is­tis­chen Staat und seine Insti­tu­tio­nen bedeuten muss. Denn anstelle auf die Repres­sivor­gane des Staates zu ver­trauen, die genau­so ras­sis­tisch und sex­is­tisch sind wie faschis­tis­che Kräfte, bedarf es der antifaschis­tis­chen Selb­stor­gan­i­sa­tion. Das bedeutet auch, sich unab­hängig von den ver­schiede­nen Vari­anten des Kap­i­tals zu organ­isieren, und eine unab­hängige poli­tis­che Per­spek­tive der Arbeiter*innen und der Jugend aufzubauen.

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