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Charlottesville: Nazi rast in antifaschistische Demo und ermordet Aktivistin

Gestern fuhr im Zuge der reaktionären „Unite the Right“ Demonstration, im US-amerikanischen Charlottesville, Virginia, ein PKW in eine Gegendemonstration. Er verletzte laut Polizeiangaben 26 Personen und tötete eine 32-jährige Demonstrantin.

Charlottesville: Nazi rast in antifaschistische Demo und ermordet Aktivistin

Der Grund für das Zusam­menkom­men ras­sis­tis­ch­er und neon­azis­tis­ch­er Grup­pen, wie unter anderem dem Ku-Klux-Klan und Anhängern der „alt-right“ Bewe­gung, war das Ent­fer­nen von Mon­u­menten und Denkmälern der Kon­föderierten, ins­beson­dere der Robert Edward Lee Stat­ue im gle­ich­nami­gen Lee Park, der jedoch auf­grund der ras­sis­tis­chen Kon­no­ta­tion zum Eman­ci­pa­tion Park umben­nant wurde.

Durch ein Gericht­surteil kon­nte der Ver­such der Stadt­be­hörde, die Demon­stra­tion zu einem nahegele­ge­nen Park zu ver­legen, ver­hin­dert wer­den. So kam es, dass am Fre­itagabend hun­derte Rassist*innen einen Fack­el­marsch durch den Park ver­anstal­teten. Unter den Gegendemonstrant*innen fan­den sich Aktivist*innen der Black-Lives-Mat­ter-Bewe­gung sowie der Gew­erkschaft der Indus­tri­al Work­ers of the World.

Rechte und ras­sis­tis­che Bewe­gun­gen in den USA berufen sich auf die Süd­staat­en, oder kon­föderierten Staat­en von Ameri­ka, die sich 1861 von den USA abspal­teten, da sie die Aufhe­bung der Sklaverei fürchteten, die wenige Jahre später erfol­gte. Unter dem Deck­man­tel der „kul­turellen Iden­ti­fika­tion“ mit der Geschichte der Süd­staat­en ver­bre­it­en poli­tis­che Organ­i­sa­tio­nen, die sich auf diese berufen, bis heute ras­sis­tis­che Pro­pa­gan­da. Ein Beispiel hier­für ist die etwa 9.000 Per­so­n­en umfassende „League of the South“, deren Ziel eine „freie und unab­hängige süd­staatliche Repub­lik“ ist.

Der Neon­azi und ehe­ma­lige Klan-Anführer David Duke behauptete, die „Ver­sprechen des Präsi­den­ten Don­ald Trump zu erfüllen“. Dieser sprach der Fam­i­lie der Ver­stor­be­nen sein Beileid aus, während er zynis­cher­weise die „Gewalt von allen Seit­en“ verurteile und behauptete, alle Einwohner*innen sollen sich „respek­tieren und im besten Falle lieben“. Er set­zte damit in ein­er bewussten Geste die antifaschis­tis­chen Opfer des recht­en Ter­rors mit den Neon­azis gle­ich.

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