Deutschland

Berlin: 800 Menschen gehen gegen die Versklavung von Afrikaner*innen auf die Straße

Nach den skandalösen Bildern von der Versklavung afrikanischer Geflüchteter zogen am Samstag in mehreren Städten Europas die Schwarzen Communities vor die libyschen Botschaften, um gegen Versklavung, Vergewaltigung und Ermordung zu protestieren.

Berlin: 800 Menschen gehen gegen die Versklavung von Afrikaner*innen auf die Straße

In Berlin hat­ten am Sam­stag ein halbes Dutzend Schwarz­er Grup­pen, Vere­ine und Organ­i­sa­tion zum Protest vor der libyschen Botschaft in Zehlen­dorf aufgerufen. Selb­st aus Ham­burg oder Old­en­burg waren am Mor­gen Men­schen angereist, um gegen die unmen­schliche Sit­u­a­tion afrikanis­ch­er Geflüchteter zu demon­stri­eren. Der deutsche Staat, der eng mit der hal­bof­fiziellen libyschen Regierung zusam­me­nar­beit­et, hat­te dage­gen mehrere Hun­dertschaften der Polizei aufge­boten, welche die lux­u­riöse Vil­la schützten. Trotz des mas­siv­en Auftritts der deutschen Staats­ge­walt und trotz des strö­menden Regens herrschte unter den Protestieren­den eine dynamis­che Stim­mung.

Über mehrere Mega­phone wur­den immer wieder Reden gehal­ten und Parolen gerufen. Viele hat­ten die Fah­nen ihrer jew­eili­gen Nation mit­ge­bracht: aus der Elfen­beinküste, dem Togo oder Ango­la, um nur drei zu nen­nen. Die kämpferische Stim­mung äußerte sich auch darin, dass die Parolen in ver­schiede­nen Sprachen gerufen wur­den, auf Deutsch, Englisch und Franzö­sisch. Immer wieder wurde dabei auch an die impe­ri­al­is­tis­chen Bom­barde­ments erin­nert, indem z.B. „Sarkozy a bas” („Nieder mit Sarkozy”) gerufen wurde. Eine Anspielung auf den ehe­ma­li­gen franzö­sis­chen Staat­spräsi­den­ten Nico­las Sarkozy („Le Prési­dent Bling-Bling” auf­grund seines schillern­den Reich­tums), der maßge­blich dafür ver­ant­wortlich war, dass die NATO Libyen im Herb­st 2011 anf­ing zu bom­bardieren.

Seit­dem herrscht in Libyen ein unun­ter­broch­en­er Krieg, in dem sich zwar ver­schiedene reak­tionäre Milizen gegenüber­ste­hen, sie alle aber in Ver­bund mit den impe­ri­al­is­tis­chen Mächt­en die Geflüchteten aus den südlicheren afrikanis­chen Staat­en zur Zielscheibe haben. Die libysche Küstenwache ist berüchtigt dafür, Geflüchtete auf ihrem Weg nach Europa anzu­greifen und fiel in der Ver­gan­gen­heit immer wieder dadurch auf, dass sie Ret­tungss­chiffe bedro­hte.

Unter diesen impe­ri­al­is­tis­chen Mächt­en ist an vorder­ster Front auch Deutsch­land. Wie Kofi Shakur richtig fest­stellte, wurde zwar am Sam­stag vor der libyschen Botschaft demon­stri­ert — dieser Protest hätte aber genau­so gut vor den deutschen Insti­tu­tio­nen stat­tfind­en kön­nen:

Beson­ders in den impe­ri­al­is­tis­chen Zen­tren wie Paris und Berlin ist es wichtig, eine klare ablehnende Hal­tung zum deutschen Staat bezüglich der Plün­derun­gen in Afri­ka zu zeigen. Deshalb muss es eine der Forderun­gen sein, dass die Bun­deswehr sofort alle Aus­land­sein­sätze been­det und die Besatzun­gen ein Ende haben. Das wird nur passieren, wenn es weit­ere anti­im­pe­ri­al­is­tis­che Mobil­isierun­gen zusam­men mit der Schwarzen Com­mu­ni­ty vor­angetrieben wer­den. Der Wille weit­erzukämpfen ist abso­lut vorhan­den. Als die Demon­stra­tion am Rathaus Steglitz an ihr Ende kam, war die Moti­va­tion so kämpferisch wie nie zuvor:

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