Berlin: 10.000 Menschen beim internationalen Frauenkampftag
Bei zwei Demonstrationen in Berlin gehen 10.000 Menschen auf die Straße. Im Vordergrund steht vor allem die Verbindung von antisexistischen und antirassistischen Kämpfen. Aber auch streikende Arbeiter*innen nahmen teil.

Zwei Demos gingen zum internationalen Frauenkampftag durch Berlin, gleichzeitig mit Menschen auf der ganzen Welt. Bei der internationalistischen Frauen*kampf-Demonstration von der Warschauer Straße aus – organisiert vor allem von migrantischen Organisationen, wie von kurdischen Frauenorganisationen, Gruppen geflüchteter Frauen, NiUnaMenos in Berlin und polnischen Frauen – gingen über 1.000 Frauen, Lesben und trans gegen sexistische und rassistische Unterdrückung auf die Straße. Sie trafen am Oranienplatz auf die gemischtgeschlechtliche Demonstration des Frauen*kampftagsbündnisses, die am Hermannplatz losging.
An der gemeinsamen Kundgebung, auf der auch Solidarität mit dem internationalen Frauenstreik und besonders mit den Streiks für das Recht auf Abtreibung in Irland ausgedrückt wurde, nahmen dann zusammen 10.000 Menschen teil. Viele der mitgebrachten Schilder drückten auch die Solidarität mit der Bewegung in den USA gegen Trump und seine Frauenfeindlichkeit aus.
Bei beiden Demonstrationen waren vor allem Forderungen sichtbar, die auf die Verbindung des antirassistischen und des antisexistischen Kampfes hinwiesen. Denn Antirassist*innen und Antisexist*innen haben gemeinsame Feinde in AfD und Staat. Von den rassistischen Kampagnen und Angriffen sind zentral Frauen betroffen – ebenso wie von der imperialistischen Außenpolitik der Bundesrepublik. Dazu wurde den Versuchen, Feminismus für antimuslimischen Rassismus zu instrumentalisieren, eine klare Absage erteilt. Auch die Angriffe der AfD auf die Rechte auf Frauen, wie zum Beispiel auf das Abtreibungsrecht, wurden immer wieder thematisiert.
Auf der Demonstration des Frauen*kampftagsbündnisses, die unter dem Motto „Feminismus heißt Widerstand“ stattfand, zeigten sich auf viele Männer solidarisch. Es beteiligten sich Mitglieder von Linkspartei, Jusos, Grüner Jugend und GEW. Es gab einen linksradikalen Block und viele kleinere Gruppierungen, wie die HDP, die gegen das Präsidialsystem Erdoğans auf die Straße ging. In einem weiteren Block wurde Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf ausgedrückt. Auch ein Block von Frauen, die sich in Prostitution befinden, war sichtbar.
Besonders fortschrittlich: Auch Arbeiter*innen, die sich zur Zeit im Arbeitskampf befinden, kamen zur Demo. Die Beschäftigen des Klinikkonzern Vivantes demonstrierten gegen Tarifflucht und für die Aufwertung therapeutischer Berufe. Auch Beschäftigte der CfM, der outgesourcten Tochter der Charité Berlin, gingen auf die Straße. Sie kämpfen zur Zeit gegen ihre prekären Arbeitsbedingungen.
Die Revolutionär-Kommunistische Jugend und die Frauengruppierung Brot und Rosen nahmen an der Demonstration teil und verteilten ein Flugblatt, in dem sie zu einer Veranstaltung in Erinnerung an den Frauenkampftag 1917 – dem Start der Russischen Revolution – einluden.

Samstag, 18. März 2017
Versammlungsraum im Mehringhof
Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin (U-Mehringdamm)
Beginn: 18 Uhr
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Ich tut gut zu sehen,daß meine Enkel Generation wieder für die Rechte der Frauen auf die Strasse geht.
Lange waren die Feministinnen still, zu still.
Es mußte erst ein Trump Präsident von Amerika werden,
damit die Menschen wieder wach gerüttelt werden.
Vielleicht war unsere politische Arbeit in den siebziger Jahren doch nicht umsonst?