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Anasse Kazib gegen den Generalsekretär der CGT

[DOSSIER ZU STREIKS IN FRANKREICH] In diesem Artikel präsentieren wir den Schlagabtausch zwischen Anasse Kazib und dem Generalsekretär der CGT, Philippe Martínez, beim Jahresend-Festival der Streikenden der RATP (Pariser Nahverkehrsgesellschaft).

Anasse Kazib gegen den Generalsekretär der CGT

Das Festival für den Streik

Am Abend des 28. Dezem­ber, nach 24 Tagen unbe­fris­tetem Streik, beschlossen die Arbeiter*innen der Paris­er Verkehrs­be­triebe (RATP) eine Jahresab­schlussfeier zu ver­anstal­ten, zu der auch die anderen kämpfend­en Sek­toren, ange­fan­gen bei den Eisen­bahnbeschäftigten (SNCF), ein­ge­laden wur­den.

Sie kamen aus ein­er sehr harten Woche, in der die Regierung Macron im Ein­vernehmen mit einem Sek­tor der Gew­erkschafts­führun­gen, der einen “Wei­h­nachts­frieden” akzep­tiert hat­te, den Streik zu schwächen suchte. Die Streik­enden an der Basis der RATP und der SNCF, die sich über ihre eige­nen Gew­erkschafts­führun­gen wie die CFDT und die UNSA hin­wegset­zten, hiel­ten jedoch den Streik und die Straßen­demon­stra­tio­nen aufrecht. Es ist dieser enorme Kampfgeist, der Philippe Mar­tinez, den Gen­er­alsekretär der CGT – der einzi­gen Gew­erkschaft, die den Waf­fen­still­stand nicht formell akzep­tiert hat­te – dazu bewogen hat, an diesem Fes­ti­val teilzunehmen, bei dem mehr als 500 Arbeiter*innen der Basis teil­nah­men und sich vor­nah­men, das Jahr 2020 mit ein­er Ver­dop­pelung des Kampfes zu begin­nen.

Der Schlagabtausch zwischen Anasse Kazib und Philippe Martinez

Die Streik­enden begrüßten die Unter­stützung von Philippe Mar­tinez, aber sie hat­ten auch eine Botschaft für ihn. Denn obwohl die CGT gegen den “Waf­fen­still­stand” Stel­lung bezo­gen hat­te, hat­te sie die Streik­enden der RATP und der SNCF ern­sthaft in Gefahr gebracht, während der Feiertage isoliert zu wer­den, indem sie lediglich einen Tag der lan­desweit­en Mobil­isierung am 9. Jan­u­ar forderte.

Anasse Kaz­ib, streik­ender Eisen­bah­nar­beit­er und Anführer der Rev­o­lu­tionär-Kom­mu­nis­tis­chen Strö­mung CCR, betonte gegenüber Mar­tinez die Bedeu­tung der Ver­all­ge­meinerung des Streiks: “Deshalb mach ich heute den Aufruf, liebe Kolleg*innen der Gew­erkschafts­föder­a­tion, dass die Notwendigkeit beste­ht, den Streik zu ver­all­ge­mein­ern. Dies­mal haben wir nichts zu ver­lieren, nur alles zu gewin­nen”, während er kri­tisierte, dass der näch­ste Ter­min der Mobil­isierung erst der 9. Jan­u­ar sein sollte.

Anasse sprach gegenüber Mar­tinez auch die Notwendigkeit an, die Streikkasse zu ver­stärken und in den Gew­erkschafts­führun­gen über die notwendi­ge Unter­stützung zu disku­tieren, um zu ver­hin­dern, dass die Regierung den Streik bricht, indem sie die Tat­sache aus­nutzt, dass die Streik­enden seit Anfang Dezem­ber nicht mehr bezahlt wer­den.

Hier geben wir Anass­es voll­ständi­ge Rede wieder.

Partystimmung und Kampfgeist

“Die Unter­stützung für den Streik ist nicht zu leug­nen!”, war das Mot­to, das die Arbeiter*innen für das Jahre­send­fest gewählt hat­ten. Es wurde von den Streik­enden am Bus­bahn­hof Flan­des (am Stad­trand von Paris) aus­gerichtet und von Révo­lu­tion Per­ma­nente, der Gew­erkschaft­sek­tion der CGT im Départe­ment 93 und der lokalen Gew­erkschaft Patin unter­stützt, die finanziell und materiell zu ihrer Durch­führung beitru­gen.

“Es ist vor allem eine Nacht, um sich zu tre­f­fen, sich gegen­seit­ig zu ermuti­gen, zusam­men zu sein”, sagte ein Streik­ender. An den lan­gen Tis­chen, rund um ein von den Streik­enden und ihren Fam­i­lien zubere­it­etes Sol­i­dar­ität­sessen, wurde die Entschlossen­heit aller gestärkt, den Streik fortzuset­zen.

Dieses Ereig­nis war Teil der Aktio­nen, die von der Avant­garde des Streiks durchge­führt wur­den, um den “Waf­fen­still­stand” abzulehnen, der durch Aktion oder Unter­las­sung von den offiziellen Führun­gen der Gew­erkschaften gefördert wurde. Die Reden der Streik­enden in Flan­des, aber auch ander­er RATP-Betrieb­swerke wie Ivry und ander­er Schlüs­selsek­toren des Streiks, ins­beson­dere der SNCF und des nationalen Bil­dungswe­sens, grif­f­en den Auf­bau des Streiks von der Basis aus und die Sol­i­dar­ität auf, die sich Tag für Tag mit den Streik­posten aufge­baut hat.

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