Geschichte und Kultur

Anarchie und Alltag – Antilopen Gang wäre gerne radikal

Die Antilopen Gang veröffentlicht ein neues, pseudoradikales Album. Immer noch nett anzuhören, immer noch nicht revolutionär.

Anarchie und Alltag – Antilopen Gang wäre gerne radikal

Dan­ger Dan: „Das Absurde ist, dass wir mit allem, was wir machen, wirk­lich nicht aktiv dazu beitra­gen, salon­fähig zu sein.“

„Das Tro­janis­che Pferd“, die erste Sin­gle des neuen Albums, lässt die Frage offen, ob man darüber noch lachen soll. Aktuell gibt es bei dem öffentlich-rechtlichen Sender Radio fritz Tick­ets für das exk­lu­sive Album­re­lease zu gewin­nen – aber Panik Panz­er, Kol­jah und Dan­ger Dan sind ja super unkom­merziell und natür­lich regierungskri­tisch. Zumin­d­est wollen sie uns das glauben lassen, denn sie

haben viel dafür getan es in die Schweinewelt zu schaf­fen
Mit dem einzi­gen Ziel sie dann ein­stürzen zu lassen“

Sie wären gerne street­style und Gang­ster. Doch sind sie nur ein Parade­beispiel für den Linksradikalis­mus, den rot-rot-grün und CDU gut find­en.

Immer gegen AfD, pro Israel, biss­chen meck­ern, biss­chen pöbeln. Aber außer leeren Worthülsen von Anar­chie und Rev­o­lu­tion wird keine Per­spek­tive für eine andere Gesellschaft eröffnet.

Radikal ist ger­ade in – selb­st die tagess­chau lud die Antilopen zu sich ein. Schließlich lässt sich die Kom­bi aus niedlich ausse­hen­den Jungs, HipHop und Anti-AfD her­vor­ra­gend ver­mark­ten – auch um zu zeigen, dass wir alle an einem Strang ziehen – für die Demokratie und gegen die AfD. Kol­jah, Dan­ger Dan und Panik Panz­er mussten schließlich sel­ber merken, dass ihre Radikalität so unre­al­is­tisch ist, dass die bürg­er­lichen Parteien sie als Vorzeigere­bellen nutzen. Ihre Antwort darauf:

Wir zer­stören euch von innen

Tar­nen uns als Main­stream­band

Wir zer­stören euch von innen

Schießen aufs Estab­lish­ment“

Natür­lich ist der Song nicht kom­plett kacke – schließlich gibt es immer­hin eine Ziege im Video.

Dan­ger Dan: Tja, worum geht’s im Rap? Das weiß ich nicht genau, ich kenn mich im Rap nicht so aus.“
Lieber Daniel, genau das ist das Prob­lem. Natür­lich ist das lustig und wir lachen alle gerne über „Ich glaube fest daran, dass uns Piz­za ret­ten kann“. Doch wenn die bürg­er­lichen Politiker*innen euch als Repräsen­tan­ten der linken Szene feiern, fühl‘ ich mich belei­digt.

Die Antilopen-Gang hat einen enor­men Bekan­ntheits­grad, Rezen­sio­nen zum neuen Album find­en sich in etlichen Tageszeitun­gen.

Unser Kom­man­do startet den Marsch auf die Bun­deslän­der

Yeah, wir kapern die staatlichen Rund­funksender“

Wenn das ihr Anspruch ist, wie wäre es dann mal mit realem Engage­ment? Wie wäre es mit echtem Aktivis­mus? Warum klin­gen Inter­views mit ihnen genau­so wie mit all den anderen Yup­pie-Rap­pern?

Die Antilopen wer­den für mich immer bess­er sein als Farid Bang, Kol­le­gah und Kay One, aber ich gehe mal ganz stark davon aus, dass das auch nicht ihr Maßstab ist. Sie sind nicht radikal. Sie sind nicht rev­o­lu­tionär – doch das ist okay, denn auch auf der näch­sten Soli­par­ty wer­den wir zu ihren Songs tanzen. Aber wir tanzen auch zu Kesha und Bey­on­cé.

„Kol­jah: Die Antilopen Gang ist ja bekan­nt für den Weltschmerz, den sie ver­spürt und ver­strömt.“

5 thoughts on “Anarchie und Alltag – Antilopen Gang wäre gerne radikal

  1. Revolutionär_In sagt:

    Wenn sowas auf ner soli­par­ty läuft, geh ich nach Hause

  2. Chaoze One sagt:

    Uiuiui. Es geht hier schon noch um ne Band oder? Biss­chen viel Pro­jek­tion.

  3. Chaoze One sagt:

    Repräsen­tier dich doch bess­er ein­fach selb­st, dann kann dich auch keine Band falsch repräsen­tieren. Woll­test du nicht autonom sein?

  4. Klaus-Kevin sagt:

    Was ist jet­zt eigentlich genau dein Prob­lem, Tabea?

    Das die Antilopen Gang nicht so “total-super-mega-radikal” ist wie du?

    Bzw. so “total-super-mega-radikal” wie du dich selb­st find­est?

    Du beton­st ständig, dass die Antilopen Texte gegen die AfD schreiben…

    Aber statt mal drauf zu kom­men, dass es ganz gut ist, wenn AfD-Geg­n­er in ein­er bre­it­eren Masse Erfolg haben, klingt das bei dir wie eine Beschw­erde.

    Ist ja geil wenn man “Revolutionär_in” nur so für “Revolutionär_innen” sein kann.

    Dann darf man sich aber auch nicht wun­dern, dass es keine außer einem kleinen Grüp­pchen von “Revolutionär_innen” inter­essiert und bedeu­tungs­los ver­pufft.

  5. Roman sagt:

    Sie sind sind halt Pseudo­ge­sellschaft­skri­tik­er. Und mein­er Mei­n­ung nach schlicht Anti­semiten.

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