Unsere Klasse

Als „humanitäre Hilfe“ getarnt: Flughafen­arbeiter:innen verhindern Waffenlieferung in die Ukraine

In Italien haben Arbeiter:innen Waffen entdeckt, die als humanitäre Hilfe ausgegeben wurden, und sich geweigert diese auszuliefern. Ihr Beispiel sollte allen Arbeiter:innen als Vorbild dienen, wie sie gegen den Krieg vorgehen können.

Als „humanitäre Hilfe“ getarnt: Flughafen­arbeiter:innen verhindern Waffenlieferung in die Ukraine
Symbolbild: mariakray / Shutterstock.com

Der Krieg in der Ukraine führt in Europa zu immer mehr Säbelrasseln. Während der deutsche Imperialismus einen militärischen Sonderetat von 100 Milliarden Euro einrichten will, senden verschiedene europäische Staaten Waffen in die Ukraine – und greifen dazu auf unlautere Mittel zurück. Wie die italienische Basisgewerkschaft „Unione Sindacale di Base“ (USB) mitteilt, haben Arbeiter:innen am Flughafen Galileo Galilei in Pisa Kisten voller „Waffen verschiedenster Art, Munition und Sprengstoff entdeckt. Zuvor waren sie informiert worden, die Lieferung enthalte humanitäre Güter wie Lebensmittel und Medikamente. Die Flughafenbeschäftigten weigerten sich daraufhin die Waffen weiter über Polen in die Ukraine zu schicken.

USB berichtet, der Vorsitzende der Toskana-Flughäfen Mario Carrai habe inzwischen versichert, dass es keine weiteren Waffenlieferungen über den Flughafen von Pisa geben werde. USB ruft die Arbeiter:innen jedoch auch weiterhin dazu auf, alle Waffenlieferungen zu blockieren. Am kommenden Samstag organisiert die Basisgewerkschaft unter dem Motto „Aus der Toskana: Brücken des Friedens statt Flüge des Krieges“ eine Demonstration am Flughafen von Pisa.

Die Beschäftigten haben mit ihrer mutigen Aktion nicht nur verhindert, dass mit diesen Waffen getötet wird. Die Arbeiter:innen lieferten auch ein Beispiel für die gesamten Arbeiter:innenklasse in Europa und auch in Russland, wie Arbeiter:innen mit ihren eigenen Mitteln gegen den Krieg kämpfen können. Während sich der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke auf einer Großkundgebung in Berlin zu den europäischen Waffenlieferungen an die Ukraine ausgeschwiegen hat, sollten sich gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte in Deutschland die Aktion ihrer italienischen Kolleg:innen zum Vorbild nehmen.

Der Vorfall ist dabei auch ein Beispiel, wie der Humanitarismus missbraucht werden kann. In dem Statement der USB heißt es: „Wir verurteilen diese offenkundige Täuschung aufs Schärfste, die auf zynische Weise den Deckmantel der ‚humanitären Hilfe‘ nutzt, um den Krieg in der Ukraine weiter anzuheizen.“ Humanitäre Maßnahmen, wie Hilfsgüter zu verschicken und Geflüchtete solidarisch aufzunehmen, reichen nicht aus, um den Krieg zu beenden, sondern dienten in diesem Fall sogar als Deckmantel.

Ohne die Aktion der Beschäftigten würden die Waffenlieferungen über Pisa weiterhin stattfinden. Es ist deshalb umso wichtiger zu betonen, dass es unbedingt einen aktives Eingreifen und eine unabhängige Organisierung der Arbeiter:innen gegen den Krieg braucht, um ihn zu stoppen. Die Arbeiter:innen in Italien und der Basisgewerkschaft sind mit ihrer beispiellosen Aktion vorangegangen und sollten den Arbeiter:innen international als Vorbild dienen, wie sie mit ihren eigenen Mitteln wie Streiks oder Blockaden von Waffenlieferungen gegen den Krieg kämpfen können.

4 thoughts on “Als „humanitäre Hilfe“ getarnt: Flughafen­arbeiter:innen verhindern Waffenlieferung in die Ukraine

  1. Mario sagt:

    Wieder eine tolle Aktion gegen Kriegstreiberei von USB. Bravissimo!

  2. Christoph sagt:

    „um den Krieg in der Ukraine weiter anzuheizen“ ?!?!? Eher um ein komplettes ausrotten der ukrainischen Bevölkerung durch einen völkerrechtswidrigen Angriffskriegs zu verhindern.

    1. Sisi sagt:

      Mit allen Waffen werden Menschen getötet. Ohne Waffenlieferungen kann kein Krieg mehr stattfinden

  3. Hoffmann sagt:

    Angesichts der Tatsache wie Selensky mit der Opposition im Parlament,den Gewerkschaften in seinem Land,sowie mit den Medien umgeht muss man zumindest dafür sorgen das Widerstand dagegen entsteht!!??

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.