Unsere Klasse

Neupack: Ein Kampf mit historischer Bedeutung

Bericht vom Sol­i­dar­itäts­be­such bei Neu­pack

Neupack: Ein Kampf mit historischer Bedeutung

// Bericht vom Sol­i­dar­itäts­be­such bei Neu­pack //

Am 12. März war eine Del­e­ga­tion von RIO beim Ham­burg­er Ver­pack­ung­sh­er­steller Neu­pack, dessen Beschäftigte seit über vier Monat­en im Streik sind. Wir woll­ten die Streik­enden und Unter­stützerIn­nen ken­nen­ler­nen, die brem­sende Rolle der Gew­erkschafts­bürokratie in diesem Streik von erster Hand erleben, und Möglichkeit­en der weit­eren Sol­i­dar­ität auszu­loten. Wir veröf­fentlichen hier einen Videobericht von unser­er Sol­i­dar­itäts­del­e­ga­tion, sowie die Sol­i­dar­itäts­botschaften aus Deutsch­land sowie Argen­tinien, Brasilien, Spanien und Frankre­ich.

An die streikenden Kolleginnen und Kollegen von Neupack:

Wir, die Unterze­ich­ner­In­nen dieser Botschaft, senden euch unsere sol­i­darischen Grüße.

Eur­er Streik gegen miese Bezahlung und gegen die Willkür der Krüger-Fam­i­lie ist außeror­dentlich wichtig. Er ist beson­ders wichtig für euch, aber auch für alle anderen Arbei­t­erin­nen und Arbeit­er, die unter ähn­lichen Bedin­gun­gen zu lei­den haben. Ihr zeigt, dass Beschäftigte sich wehren kön­nen, wenn sie zusam­men­hal­ten. Auch deswe­gen wollen wir euch unter­stützen. Wir verurteilen den Ein­satz von Streik­brecherIn­nen eben­so, wie die vie­len Schika­nen, mit denen ver­sucht wird, euch mürbe zu machen.

Trotz allem hal­tet ihr bere­its seit über vier Monat­en durch. Dieser harte und anstren­gende Kampf darf nicht umson­st sein, denn eure Forderun­gen nach einem Tar­ifver­trag und nach höheren Löh­nen sind mehr als berechtigt. Ihr soll­tet nicht aufgeben, bevor ihr diese Ziele erre­icht habt, euch nicht mit weniger zufrieden geben.

Wichtig ist dabei vor allem eines: Ihr, die Streik­enden und nie­mand son­st, soll­tet demokratisch darüber entschei­den, wie euer Kampf geführt wird und wie lange ihr draußen bleibt. Streikdemokratie ist eines der wichtig­sten Werkzeuge für erfol­gre­iche Kämpfe von Beschäftigten. Nur so kann sichergestellt wer­den, dass sich euer Ein­satz am Ende auch wirk­lich belohnt wird.

Wir hof­fen natür­lich, dass unsere Botschaft euch den Rück­en stärkt, um nicht nachzugeben. Doch wir wis­sen auch, dass es vor allem prak­tis­che Sol­i­dar­ität ist, die euch wirk­lich weit­er­hil­ft. Wir wer­den unser Möglich­stes tun, um in unseren Betrieben, Unis und Schulen über euren Streik zu bericht­en, damit die Unter­stützung für euch weit­er anwächst und der öffentliche Druck auf die Geschäfts­führung von Neu­pack steigt. Da euer Kampf uns alle ange­ht, sollte es nicht nur in Ham­burg son­dern auch in anderen Städten Solikreise geben, die euren Streik nach Kräften unter­stützen. Dafür wollen wir uns ein­set­zen.

Denn: Euer Kampf ist auch unser Kampf!

  • Rev­o­lu­tionäre Inter­na­tion­al­is­tis­che Organ­i­sa­tion (RIO)
  • Rev­o­lu­tionär-Sozial­is­tis­ch­er Bund (RSB) Berlin

Solidarische Grüße aus Argentinien, Brasilien & Spanien:

Als Unter­schreibende wollen wir dem großen Kampf, den ihr, die Arbei­t­erin­nen und Arbeit­er von Neu­pack in Ham­burg, führt, unsere echte Unter­stützung bekun­den. Dieser Kampf, der nun schon 4 Monate anhält und eine wichtige Unter­stützung von der Bevölkerung bekam, hat sich zu einem his­torischen Streik entwick­elt. Wir über­mit­teln euch eine brüder­liche Umar­mung und unsere größte Sol­i­dar­ität bis zum Sieg des Kampfes.

In allen Bre­it­en­graden haben wir den gle­ichen Kampf zu führen, gegen die UnternehmerIn­nen und Regierun­gen, die die Kosten der Krise, die sie selb­st erschufen, auf unsere Schul­tern und die unser­er Fam­i­lien aufladen wollen. Gegen die Geset­ze des Staates, immer härter gegen die Kämpfend­en und immer flex­i­bler für die Kor­rupten, die Speku­lanten und die Aus­beuter. Die Arbeit­er und Arbei­t­erin­nen der Welt ken­nen keine Gren­zen. Auch in unserem Kampf müssen wir uns gegen die Gew­erkschafts­bürokratie wen­den und für die Wieder­erlan­gung der Gew­erkschaften als Werkzeug des Kampfes für die Arbei­t­erIn­nen.

Wir begrüßen die gerecht­en Forderun­gen des Betrieb­srats und auch das Sol­i­dar­itäts-Komi­tee, welch­es notwendig ist, um den Kampf außer­halb der Fab­rik zu führen.

Für einen Tar­ifver­trag für die Arbei­t­erIn­nen von Neu­pack! Für würdi­ge Arbeits­be­din­gun­gen, die unsere Gesund­heit garantieren!

Stoppt die Ver­fol­gung der Kämpfend­en! Wider­ru­fung aller Ankla­gen gegen kämpferische Arbei­t­erIn­nen!

Unterze­ich­ner­In­nen aus Argen­tinien:

  • Raúl Godoy: PTS (Partei der Sozial­is­tis­chen Arbei­t­erIn­nen) — Teil des Sitzes der Arbei­t­erIn­nen der FIT (Front der Linken und Arbei­t­erIn­nen) im Par­la­ment von Neuquén — Ehe­ma­liger stel­lvertre­tender Sekretär der Gew­erkschaft der Arbei­t­erIn­nen und Beschäftigten Keramik­er aus Neuquén (SOECN) und Arbeit­er von Zanon
  • Javier “Poke” Her­mosil­la: Betrieb­sratsvor­sitzen­der von Kraft Foods
  • Clau­dio Del­le­car­bonara: Delegiert­er der Metro von Buenos Aires
  • José Mon­des: Delegiert­er der Werft Río San­ti­a­go
  • Miguel Lago: Delegiert­er der Werft Río San­ti­a­go
  • Hernán “Bocha” Pud­du: Ex-Delegiert­er von IVECO
  • Leonar­do Norniel­la y Catali­na Bal­a­guer: Mit­glieder des Betrieb­srates von Pep­si­co Snacks
  • Oscar “Chiche” Hernán­dez: Delegiert­er von Sider­ar
  • Eduar­do Ayala: Delegiert­er des Grafik-Unternehmens Don­neley (Ex-Atlán­ti­da)
  • Car­los Arta­cho: Delegiert­er der FOETRA Buenos Aires (Tele­fonge­sellschaft)
  • Car­los Platkovsky y Eduar­do Lusa: Mit­glieder der Vetrauen­skör­per­schaft von APA (Flugtech­nik) von LAN Argenti­na
  • Ernesto Bus­tos: Delegiert­er von IOMA La Pla­ta
  • Gra­ciela Frañol: Delegierte ATEN Neuquén (DozentIn­nen)
  • Ana Lau­ra Las­tra: Betrieb­srätin von ATE-INDEC
  • Bar­bara Aceve­do: Delegierte des Kranken­haus­es Gar­ra­han
  • Car­los Musante, César Gomez, Gabriela Macua­da, Ariel Igle­sias: Delegierte von SUTEBA (Lehrende aus der Prov­inz Buenos Aires)
  • Juri Fer­nán­dez: Arbeit­er bei Bruk­man (Koop­er­a­tive 18. Dezem­ber), Enteignete Fab­rik nach dem Kampf der Arbei­t­erIn­nen
  • Ernesto González: Mit­glied der Koop­er­a­tive Chilavert, Druck­erei, die von den Arbei­t­erIn­nen ver­wal­tet wird
  • Fran­co Vil­lal­ba: Delegiert­er des Betrieb­srates von ALICORP (Seifen­her­steller)
  • Lean­dro Sor­bías: Delegiert­er des Betrieb­srates RUB, Regierung der Stadt Buenos Aires
  • Gus­ta­vo de Biase: Delegiert­er von Vial­i­dad Nacional
  • Chris­t­ian Castil­lo: Führungsmit­glied der Partei der Sozial­is­tis­chen Arbei­t­erIn­nen. Ex-Kan­di­dat als Vizepräsi­dent von der Front der Linken und Arbei­t­erIn­nen
  • Myr­i­am Breg­man: CEPRODH – Zen­trum der Akademik­er für die Men­schen­rechte und Ex-Kan­di­datin für die Regierung der Stadt Buenos Aires für die Front der Linken und Arbei­t­erIn­nen
  • Andrea D’A­tri: Führungsmit­glied der Partei der Sozial­is­tis­chen Arbei­t­erIn­nen und Grün­derin von Pan y Rosas (Frauen­grup­pierung Brot und Rosen)
  • Jen­ny Wain­berg: Gen­er­alsekretärin des Zen­trums für Philoso­phie und Lit­er­atur von der Uni­ver­sität Buenos Aires, Führungsmit­glied der Jugend der PTS
  • Jes­si­ca Calcagno: Ex-Präsi­dentin des Zen­trums der Studieren­den der Sozial­wis­senschaften der Uni­ver­sität Buenos Aires
  • Patri­cio del Cor­ro: von der uni­ver­sitären Grup­pierung En Clave Roja
  • Jugend der PTS

Unterze­ich­ner­In­nen aus Brasilien:

  • Diana Assunção, Gew­erkschaft der Arbei­t­erIn­nen der Uni­ver­sität von Sao Paulo
  • Clau­dionor Brandão, Gew­erkschaft der Arbei­t­erIn­nen der Uni­ver­sität von Sao Paulo
  • Marce­lo Pabli­to, Gew­erkschaft der Arbei­t­erIn­nen der Uni­ver­sität von Sao Paulo
  • Domeni­co Colac­ci­co, Gew­erkschaft der Arbei­t­erIn­nen der Uni­ver­sität von Sao Paulo

Unterze­ich­ner­In­nen aus Spanien:

  • Miguel Martínez, Koor­di­na­tor des Bere­ichs Eisen­bah­nen der CGT Aragón
  • David Moreno Mar­co und Luis Luño Can­tín, für die Gew­erkschafts­gruppe der CGT bei John­son Con­trols
  • José Luis Sicil­ia, für für die Gew­erkschafts­gruppe der CGT bei Corre­os Zaragoza
  • Asi­er Ubi­co, für die Gew­erkschafts­gruppe der CGT bei Telepiz­za Zaragoza

Solidarische Grüße aus Frankreich:

Genossin­nen und Genossen,

ich schicke diese Worte der Sol­i­dar­ität an die Kol­legin­nen und Kol­le­gen der Fab­rik Neu­pack, die sich seit 4 Monat­en im Streik befind­en und um einen Tar­ifver­trag kämpfen. Ich begrüße diesen wertvollen Streik und ich hoffe, dass Sie gewin­nen wer­den.
Es ist ermuti­gend, zu sehen, dass sich selb­st in Län­dern wie Deutsch­land, wo die Kap­i­tal­istIn­nen und ihre Regierun­gen große arbeit­srechtliche Rückschritte durch­set­zen, die Arbei­t­erin­nen und Arbeit­er zu erheben begin­nen.

  • Manu Geor­get, Ex-Anführer der CGT bei Philips Dreux (Fab­rik, die in Anbe­tra­cht der Werkss­chließung für kurze Zeit unter Arbei­t­erIn­nenkon­trolle weit­erge­führt wurde) und Mit­glied der Rev­o­lu­tionären Kom­mu­nis­tis­chen Strö­mung (CCR) der Neuen Antikap­i­tal­is­tis­chen Partei (NPA)
  • Vin­cent Duse, für die Gew­erkschafts­gruppe der CGT bei PSA Mul­house

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