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#WorkersStrikeforFuture: Arbeiter aus Nordirland besetzen eine Werft und wollen sie für erneuerbare Energien nutzen

Die Werft Harland & Wolff in Belfast, wo einst die Titanic gebaut wurde, hat Insolvenz angemeldet. Damit könnten 130 Arbeiter*innen und ihre Familien auf der Straße landen. Doch diese wehren sich dagegen mit Streiks, der Besetzung der Werft. Sie fordern deren Verstaatlichung und deren Nutzung zur Produktion von erneuerbaren Energien.

#WorkersStrikeforFuture: Arbeiter aus Nordirland besetzen eine Werft und wollen sie für erneuerbare Energien nutzen

Mehr als 100 Schiffsbauer*innen, Stahlarbeiter*innen, Schweißer*innen und Nieter*innen haben die Werft in Belfast beset­zt, die 1909 mit der Fer­tig­stel­lung der Titan­ic in die Geschichts­büch­er eing­ing. Har­land & Wolff gehört dem nor­wegis­chen Konz­ern Dol­phin Drilling und hat Ende Juli Insol­venz angemeldet.

Die Arbeiter*innen fordern die Ver­staatlichung der zwei Kais und die beset­zen sie, um die Pro­duk­tion von erneuer­baren Energien auf der Anlage durchzuset­zen. Dazu gehören die zwei gel­ben Kräne, die als Sam­son und Goliath bekan­nt sind und die Sky­line von Belfast prä­gen.

Die Stahlarbeiter*innen haben den Zugang versper­rt, um den Abtrans­port der Maschi­nen zu ver­hin­dern: „Es kommt nie­mand hier her oder geht von hier weg, solange die Arbeiter*innen, die das hier ver­wal­ten, nicht ein­ver­standen sind“, sagte ein Gew­erkschafts­führer zu lokalen Medi­en. „Nie­mand verän­dert etwas an diesem Arbeit­splatz, außer die Arbeiter*innen öff­nen die Tore. Sie wer­den so lange hier bleiben, bis sie eine Antwort haben.“

Har­land & Wolff beschäftigte zu Höch­stzeit­en über 30.000 Arbeiter*innen und befind­et sich heute im Ver­fall, nach­dem das Unternehmen nie­man­den find­en kon­nten, der sie übern­immt. Deshalb fordern die Arbeiter*innen vom britis­chen Pre­mier­min­is­ter Boris John­son die Ver­staatlichung der Werft und die Schaf­fung neuer Arbeit­splätze in den erneuer­baren Energien.

„Die Wind­kraft­tur­binen und Wellenkraftwerke bieten ein großes Poten­tial. Das kön­nte tausende Arbeit­splätze schaf­fen, die wir für einen gerechte Trans­for­ma­tion hin zu erneuer­baren Energien brauchen“, sagt ein­er der streik­enden Arbeit­er. In den ver­gan­genen Jahren baut­en die Arbeiter*innen von Har­land & Wolff bere­its Teile für Wind­kraft­tur­binen. Eine solche Lösung sei nicht nur nach­haltig, son­dern auch prak­tisch, angesichts der Fähigkeit­en der Werftarbeiter*innen.

Der Streik find­et im Rah­men der Mobil­isierun­gen der Jugend­be­we­gung #Fri­daysFor­Future statt. Der Aufruf zu einem Glob­al Strike am 20. Sep­tem­ber hat in Deutsch­land die Debat­te darüber angestoßen, ob und wie sich auch Gew­erkschaften und die Arbeiter*innenklasse den Klimaprotesten anschließen kann. Die Werftarbeiter*innen aus Belfast geben ein Beispiel, wie Forderun­gen der Arbeiter*innenklasse mit denen des Kampfes gegen den Kli­mawan­del ver­bun­den wer­den kön­nen. Dabei blick­en sie auf eine lange Kampf­tra­di­tion zurück, die von den Anfän­gen des 20. Jahrhun­derts zurück­ge­ht und bis in die 1990er Jahre hinein­re­icht, der Zeit des Kon­flik­tes um die irische Unab­hängigkeit.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf La Izquier­da Diario.

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