Jugend

Wir zahlen nicht für eure Klimakrise!

Wir spiegeln einen Diskussionsbeitrag zu Fridays For Future (FFF) der Gruppen Solid Linksjugend München, SAV München, marxistische jugend München, Brot und Rosen München und der Schüler*innenzeitung DRUCK!: "Eine Bewegung braucht Forderungen – klar. Auch Fridays for Future hat inzwischen einen Forderungskatalog. Er reicht aber noch nicht aus. Deswegen machen wir hier einen Vorschlag, wie wir die Forderungen weiterentwickeln können...."

Wir zahlen nicht für eure Klimakrise!

Kohleausstieg, Net­tonull und erneuer­bare Energien: Viele der offiziellen FFF-Forderun­gen sind gut. Was die Bewe­gung eint, ist der Wille, sich der Kli­makrise effek­tiv ent­ge­gen­zustellen. Das heißt, es muss alles getan wer­den, um zu ver­hin­dern, dass soge­nan­nte Kipp­punk­te erre­icht wer­den. Sollte das nicht gelin­gen, wäre eine nicht abzuse­hende Eskala­tion der Kli­makrise unver­mei­dlich.

Selb­st, wenn das 1,5°C‑Ziel einge­hal­ten wird, wer­den zusät­zlich zu den Kosten für die Maß­nah­men hohe Fol­gekosten auf uns zukom­men. Die zen­trale Frage ist: Wer soll sie bezahlen?

Dabei ist vor allem die Forderung nach ein­er Steuer auf alle Treib­haus­gase­mis­sio­nen inter­es­sant. Das klingt erst ein­mal ein­leuch­t­end. Die Unternehmen, die CO2 ausstoßen, sollen zur Kasse gebeten wer­den. Wer aber sorgt dafür, dass diese Unternehmen diese Besteuerung nicht ein­fach auf die Preise umle­gen und damit Lebens­mit­tel, Heizkosten, Fort­be­we­gung usw. teur­er wer­den?

Wir sind nicht diejeni­gen, die die Kli­makrise verur­sacht haben. Haben wir jemals unsere Stim­men für Ein­weg­pro­duk­te und kaputte ÖPNV-Infra­struk­tur abgegeben? Ver­ant­wortlich sind Konz­erne, die kein anderes Ziel ken­nen als Prof­it, für den sie Raub­bau an der Umwelt betreiben. Warum soll­ten wir dann für die Fol­gen bezahlen?

Die Erläuterung der offiziellen FFF-Forderun­gen spricht davon, dass die Ver­wirk­lichung der Forderun­gen keines­falls ein­seit­ig zu Las­ten von Men­schen mit geringem Einkom­men gehen dürfe. Dafür sollen die Regierun­gen entsprechende Konzepte vor­legen. Sollen wir das wirk­lich ein­er Regierung der Konz­ern­in­ter­essen, des Sozial­ab­baus und der Schaf­fung unsicher­er, schlecht bezahlter Arbeitsver­hält­nisse über­lassen?

Damit ver­bun­den müssen wir uns fra­gen: Wie kön­nen wir gewin­nen? Wie kann die Bewe­gung noch mehr Men­schen für sich gewin­nen? Wer sind unsere Ver­bün­de­ten?

Wir kön­nen die Mehrheit der Gesellschaft nicht für uns gewin­nen, wenn wir sie mit einem Pro­gramm ansprechen, das ihren Leben­sun­ter­halt ver­teuert. Als Bewe­gung von Jugendlichen allein kön­nen wir unsere Forderun­gen nicht durch­set­zen. Wir treten ganz bewusst in den Kli­mas­treik, eben weil wir bei der Poli­tik nicht nur höflich um Beach­tung bit­ten wollen. Wir haben Forderun­gen und wir wollen sie durch­set­zen.

Dafür brauchen wir ein Bünd­nis mit den Arbeiter*innen. Wenn sie streiken, üben sie enor­men wirtschaftlichen Druck auf die Konz­erne aus. Als ersten Schritt müssen wir die Gew­erkschaften auf­fordern, ihre Mit­glieder zu den Demon­stra­tio­nen von Fri­days for Future aufzu­rufen. Beson­ders die GEW, die Gew­erkschaft der Lehrer*innen und Wissenschaftler*innen, und die Dien­stleis­tungs­gew­erkschaft ver.di müssen dafür erste Ansprech­part­ner­in­nen sein.

Damit diejeni­gen für die Kli­makrise bezahlen, die für sie ver­ant­wortlich sind und damit wir die Lohn­ab­hängi­gen für unsere Bewe­gung gewin­nen kön­nen, brauchen wir weit­erge­hende Forderun­gen:

Die Energiewirtschaft, der gesamte Trans­port­sek­tor und diejeni­gen Unternehmen, die am meis­ten Treib­haus­gase ausstoßen, müssen verge­sellschaftet und unter die Kon­trolle der Beschäftigten gestellt wer­den, um einen Über­gang zu erneuer­bar­er Energie und zu einem Aus­bau eines kosten­losen öffentlichen Per­so­n­en­verkehrs im Inter­esse der Mehrheit sicherzustellen.

Damit die Kosten für die Kli­makrise nicht auf die Konsument*innen umgelegt wer­den kön­nen, brauchen wir eine effek­tive Kon­trolle der Preise für zen­trale Ver­brauchs­güter. Die Ein­hal­tung soll­ten Auss­chüsse von Beschäftigten und Konsument*innen über­prüfen.

Was wir in den let­zten Monat­en bewegt haben, kann zu ein­er bre­it­en Bewe­gung wer­den, die den Kli­makol­laps aufhält. Bis zum näch­sten großen Aktion­stag, am 24. Mai geht es jet­zt darum, die Bewe­gung aus den Schulen in die Super­märk­te, Spedi­tio­nen, Kranken­häuser und die restliche Gesellschaft zu tra­gen. Wenn wir mit unseren Forderun­gen in die Offen­sive und aktiv zu den Gew­erkschaften und den Beschäftigten gehen, kön­nen wir das schaf­fen.

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