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Was ist glaubwürdiger: der Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün oder der Postillon?

In Berlin findet ab heute der DGB-Bundeskongress statt. Zum Auftakt war auch der regierende Bürgermeister Michael Müller für eine Ansprache geladen. Diese Gelegenheit nutzten Streikende der Vivantes Service GmbH (VSG) und Aktivist*innen von der Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht (BAGA), um ihn an seine Versprechen aus dem Koalitionsvertrag zu erinnern.

Was ist glaubwürdiger: der Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün oder der Postillon?

Bere­its ab 8 Uhr empfin­gen die Kolleg*innen vor dem Hotel Estrel in Neukölln die Delegierten des Kon­gress­es mit einem Quiz zum The­ma “Gle­ich­es Geld für gle­iche Arbeit”. Ins­ge­samt waren 400 Delegierte aus allen DGB-Gew­erkschaften vor Ort. Als Teil des Quiz wur­den fol­gende Fragekarten verteilt:

Manche Quiz-Teilnehmer*innen schien es zu über­raschen — aber das Recht auf gle­iche Bezahlung ist tat­säch­lich Teil der all­ge­meinen Erk­lärung der Men­schen­rechte. Auch Michael Müller und seine Koali­tion hät­ten für die Antwort vielle­icht etwas länger gebraucht. Schließlich dulden sie weit­er­hin die Exis­tenz von Tochterge­sellschaften wie der VSG in kom­mu­nalen Betrieben. Dabei bekom­men dort einige Arbeiter*innen bis zu 900 Euro weniger als ihre Kolleg*innen mit TVöD — für die gle­iche Tätigkeit.

Auch wenn es angesichts der tat­säch­lichen Poli­tik der Koali­tion wie Satire erscheint: Dieser Satz stammt aus dem Koali­tionsver­trag von R2G aus dem Jahr 2016. Seit­dem hat sich an der prekären Sit­u­a­tion von aus­ge­lagerten Lan­des­beschäftigten kaum etwas geän­dert. Da, wo es Bewe­gung gab, lag das maßge­blich an der Durch­set­zungskraft der Beschäftigten, wie beim Tech­nikmu­se­um oder beim Botanis­chen Garten.

Bei der Ser­vice-Tochter der Char­ité, der CFM, gab es nur eine leichte Lohn­er­höhung auf 11 Euro. Eine Annäherung an den TVöD ist immer noch nicht in Sicht. Eben­sowenig bei der VSG, weswe­gen die Kolleg*innen nun seit 33 Tagen im Streik sind.

Zahlre­iche Delegierte beteiligten sich am Quiz. Sie wur­den aufge­fordert, die gle­ichen Fra­gen auch Michael Müller zu stellen, der ab 11 Uhr eine Rede auf dem Kongress hal­ten sollte.

Unter den Teilnehmer*innen waren einige hochrangige Gewerkschafter*innen:


Sylvia Büh­ler, Mit­glied des ver.di-Bundesvorstands und zuständig für den Fach­bere­ich 3 (Gesund­heit und Soziale Dien­ste).

Chris­t­ian Hoßbach, Vor­stand des DGB Berlin-Bran­den­burg.

Susanne Stumpen­husen, ver.di-Landesbezirksleiterin für Berlin-Bran­den­burg.

Da Müller selb­st sich nicht zu Fuß durch den Hauptein­gang zum Kongress begab, kon­nte er lei­der nicht per­sön­lich am Quiz teil­nehmen.

One thought on “Was ist glaubwürdiger: der Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün oder der Postillon?

  1. Marko Große sagt:

    Super Idee das Quiz, ein­fach nur Klasse.
    Marko Große — CPPZ.

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