Deutschland

Warnstreik bei BMW in Bayern: Solidarität von Beschäftigten und Studierenden

Wir berichten vom Streik bei BMW in München und spiegeln den Flyer der „Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften“ (VKG)

Warnstreik bei BMW in Bayern: Solidarität von Beschäftigten und Studierenden

Am heutigen Freitag, der 26. März haben sich die Beschäftigte des BMW-Werks in Bayern in den Warnstreik. Der 2-stündige Produktionsstopp, welcher von der IG Metall im Rahmen der laufenden Tarifrunde ausgerufen wurde, erfolgte als eine verlängerte Pause zwischen den Schichten. Die gestellten Forderungen beinhalten unter anderem eine Lohnerhöhung von vier Prozent und bei Betrieben in der Krise eine entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit. Die Kapitalist:innen bieten eine Nullrunde in diesem Jahr und noch unbezifferte Lohnerhöhungen 2022. Wir als KlassegegenKlasse haben uns bei der Aktion in München (Olympiazentrum), gemeinsam mit der „Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften“ (VKG). Auch wenn sich viele Kolleg:innen an dem Streik beteiligt haben, gab es keine wirkliche Kundgebung und sehr hohen Durchlauf. Während die Beschäftigten tagtäglich im Betrieb zusammen arbeiten, muss es auch möglich sein eine Kundgebung vor den Werkstoren zu organisieren, selbstverständlich mit Abstand und Maske.

Erklärung der VKG: Unsere Gesundheit über ihre Profite!

Jetzt streiken für Gesundheitsschutz und gegen die Angriffe der Bosse!

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall nutzt Corona schamlos aus: Die Beschäftigten sollen für die Profite der Konzerne weiterarbeiten und ihre Gesundheit auf’s Spiel setzen. Zum Dank drohen Lohnkürzungen und Stellenabbau. Jetzt reicht’s!

Flugblatt des Streik-Solikomitees in München

Für die vollen 4 Prozent!

Fangen wir bei der größten Lüge an: „Lohnverzicht sichert Arbeitsplätze.“ Mit dieser Logik geht der Arbeitgeberverband Gesamtmetall in die Tarifverhandlungen. Gleichzeitig schaffte es BMW im Mai 2020, während der Konzern von Kurzarbeitergeld profitiert hat, 1,6 Milliarden Euro an seine Aktionär*innen auszuschütten. Die Familie Quandt hat ein geschätztes Vermögen von 38 Milliarden Euro. Nicht die Löhne sind das Problem, sondern der rücksichtslose Druck zu Gewinnmaximierung auf Kosten der Gehälter. Es ist genug Geld da, es muss nur anders verteilt werden. Nullrunde bedeutet Kürzung! Volle Durchsetzung der 4-Prozent-Forderung! Für eine Reichensteuer – es ist genug Geld da, die Reichen und großen Konzerne sollen für die Krise zahlen!

Keine Profite auf Kosten unserer Gesundheit!

Trotz Pandemie schicken die Bosse für ihre Profite Millionen Menschen täglich zur Arbeit. In Tschechien zeigt sich, wo das hinführt: Im dortigen Škoda-Werk haben sich mindestens 684 Menschen mit Corona angesteckt, der Krankenstand wird durch Doppelschichten ausgeglichen. Mit der dritten Welle drohen in Deutschland ähnliche Verhältnisse. Doch bereits jetzt laufen die Bänder bei BMW & Co. nur weiter, weil sie von tschechischen Fabriken beliefert werden, in denen die Arbeiter*innen bei einer Inzidenz von über 700 und der weltweit höchsten Todesrate weiterarbeiten müssen. Die Beschäftigten müssen selbst die Möglichkeit haben, für den Infektionsschutz die Produktion zu stoppen! Es braucht Freistellung bei vollem Lohn!

Kein Job darf verloren gehen!

Der Übergang von Verbrennern auf E-Autos kann in den nächsten Jahren unzählige Jobs kosten. BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte dazu: „Wir werden eine Arbeitslosigkeit erleben, wie wir sie noch nie gehabt haben.“ Die Bosse wollen kürzere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Es braucht Arbeitszeitverkürzungen, aber mit vollem Lohn- und Personalausgleich! Gegen jeden Arbeitsplatzabbau! Gewerkschaften und Beschäftigte müssen gemeinsam neue umweltfreundliche Verkehrskonzepte entwickeln, finanziert durch das Kapital.

Ausweitung der Streiks!

Bisher verweigert der Arbeitgeberverband Gesamtmetall jede ernsthafte Lohnverhandlung. Die Führung der IG Metall zögert noch, die Streiks auszuweiten und hofft auf ein Verhandlungsergebnis vor Ostern. Aber ein fauler Kompromiss wird uns nichts bringen. Es braucht Streikversammlungen, auf denen die Streikenden selbst über die Kampfmaßnahmen und den Gesundheitsschutz diskutieren und abstimmen.

Wir müssen die Corona-Pandemie stoppen!

Die Regierung hat immer wieder ihre Unfähigkeit in der Pandemie-Bekämpfung gezeigt, indem sie absurde Einschränkungen unseres Privatlebens anordnet, aber täglich Millionen Menschen zur Arbeit fahren lässt und der Ansteckungsgefahr aussetzt, nur damit die Konzerne weiter Gewinne machen können. Der willkürliche Wechsel zwischen Lockerungen und Lockdown führt zu einem Jo-Jo-Effekt mit verheerenden Folgen.

Wir müssen einen Stopp der Produktion durch Streiks mit vollem Lohnausgleich erzwingen. So können wir dazu beitragen, die Pandemie zu beenden.

Es braucht jetzt und nicht erst nach Ostern eine massive Ausweitung der Warnstreiks. Nach Ostern müssen die von der IG Metall ins Auge gefassten 24-Stunden-Streiks durchgeführt werden. Gleichzeitig müssen die Vorbereitungen für einen eventuell notwendigen Vollstreik getroffen werden. Damit nicht die Beschäftigten die Krise mit ihrer Gesundheit und aus ihrem Geldbeutel zahlen müssen!

Wir als Streik-Solikomitee wollen die verschiedenen Tarifrunden von Metall, Bahn, Nahverkehr und Handel in den nächsten Monaten unterstützen und dazu beitragen, diese zu einem gemeinsamen Kampf zu verbinden.

 

Videobericht von Liam:

 

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