Brot und Rosen

Versuchter Femizid in Berlin: Nicht eine weniger!

Gestern Nachmittag wurde in Berlin-Gesundbrunnen eine 40-Jährige von ihrem Lebensgefährten niedergestochen. Die Frau liegt im Krankenhaus. Im Kampf gegen diese patriarchale Gewalt können wir uns nicht auf den Staat verlassen.

Versuchter Femizid in Berlin: Nicht eine weniger!
Foto: Ayrin Giorgia (KGK)

Die BZ schreibt: „Hintergrund der Tat ist noch unklar.“ Dabei ist die Situation eindeutig: Eine Frau wurde gestern Nachmittag in ihrem Hausflur lebensgefährlich verletzt. Der Täter ist auf der Flucht – und ihr Lebensgefährte.

Solche (versuchten) Morde an Frauen sind Femizide. Sie sind das letzte Glied einer tödlichen Kette der Gewalt, die Frauen und Queers täglich erleben. Jeder Mord ist ein Zeichen an alle von Sexismus Betroffenen. Auch wenn er die Einzelne trifft, zeigt es allen anderen, dass unser Leben in Gefahr ist. Ein tödliches patriarchales System wertet die Leben von Frauen und Queers ab und schafft Beziehungsvorstellungen, in denen Frauen als Eigentum gesehen werden.

Gerade während der Corona-Pandemie ist die Gewalt gegen Frauen und Kinder stark angestiegen. Lockdowns erschwerten die Suche nach Hilfsmöglichkeiten. Der angespannte Wohnungsmarkt verhindert, dass Menschen sich aus gewaltvollen Beziehungen trennen können. Seit Jahren machen Sozialarbeiter:innen deutlich, dass Frauenhäuser unterfinanziert und überlastet sind. Trotzdem wird im sozialen Bereich weiter gespart.

Gegen die patriarchale Gewalt können wir uns nicht auf den Staat verlassen, der Femizide nicht einmal als eigenen Straftatbestand anerkennt. Wenn sie eine von uns angreifen, organisieren wir uns zu Tausenden! Ni una menos! Nicht eine weniger!

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