Unsere Klasse

ver.di aktiv: „Wir als Basisgewerkschaftsgruppe fordern unsere Gewerkschaftsführungen auf, gemeinsame Streiks zu organisieren“

In Berlin kämpfen aktuell sowohl die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt werden, als auch die Kolleg*innen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), für einen neuen Tarifvertrag. Die Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv bei der BVG hat sich mit dem Streik der TV-L-Kolleg*innen solidarisiert und fordert gemeinsame Streiks – auch am 8. März. Wir spiegeln die Solidaritätserklärung und einen Videobeitrag des U-Bahn-Fahrers Aimo Tügel, Mitglied von ver.di aktiv und auch der Revolutionären Internationalistischen Organisation.

ver.di aktiv:  „Wir als Basisgewerkschaftsgruppe fordern unsere Gewerkschaftsführungen auf, gemeinsame Streiks zu organisieren“

Solidarität von der BVG für die Landes­beschäftigten mit TV‑L

Wir, Arbeiter*innen von den Berlin­er Verkehrs­be­trieben (BVG), möcht­en unsere volle Sol­i­dar­ität für die Warn­streiks der Lan­des­beschäftigten aus­drück­en. Ihr – Kolleg*innen aus Kitas, Behör­den, Schulen, Bib­lio­theken, Uni­ver­sitäten und anderen Bere­ichen des öffentlichen Dien­stes, die nach dem Tar­ifver­trag der Län­der (TV‑L) bezahlt werdet – seid in den let­zten Wochen in den Streik getreten. Ihr fordert sechs Prozent mehr Lohn und anderes wirk­lich wichtiges mehr. Dafür habt ihr unsere volle Unter­stützung. Seid kon­se­quent, akzep­tiert keine faulen Kom­pro­misse!

Wir von der BVG steck­en mit­ten in ein­er Man­teltar­ifrunde. Ihr habt ja vielle­icht von unseren halbtägi­gen Warn­streik am 15. Feb­ru­ar mit­bekom­men. Auch wenn es uns leid tut, dass ihr es dadurch schwieriger habt: Auch wir müssen gegen schlechte Löhne und mis­er­able Arbeits­be­din­gun­gen kämpfen.

Wir denken, dass ein gemein­samer Streik sin­nvoll wäre. Die größte Gew­erkschaft bei uns, ver.di, ist auch maßge­blich am TV‑L beteiligt. Auch wenn es nicht so wäre, soll­ten wir immer zusam­me­nar­beit­en – ob wir bei der GEW sind oder bei ver.di, bei der gkl oder bei der IG BAU. Zusam­men kön­nten wir zeigen, wer diese Stadt am Laufen hält, in dem wir mit einem Streik ganz Berlin lahm­le­gen.

Wir müssen die Zer­split­terung der Tar­ife been­den. Es macht keinen Sinn, dass manche Erzieher*innen in Deutsch­land nach TVL, andere nach TVÖD bezahlt wer­den. Es macht keinen Sinn, dass in einem kom­mu­nalen Nahverkehrs­be­trieb wie der BVG wiederum ein ander­er Tar­ifver­trag, der TV-Niedriglohn gilt. Und es macht erst recht keinen Sinn, dass viele Lan­desun­ternehmen Tochter­fir­men aus­grün­den und Leis­tun­gen an Pri­vatun­ternehmen auss­chreiben, wo schlechtere oder gar keine Tar­ifverträge gel­ten! Die Aus­grün­dun­gen und Pri­vatisierun­gen gehören rück­gängig gemacht.

Bei der BVG heißt das vor allem: ordentliche BVG-Verträge für alle Kolleg*innen der Fahr­di­en­st­tochter BT und der Reini­gungs­fir­men.

Seit zehn Tagen streiken die Therapeut*innen an der Char­ité, die auch über eine aus­gegliederte Tochter­fir­ma arbeit­en und deswe­gen weniger Geld bekom­men. Sie waren beim BVG-Warn­streik genau­so wie bei den TVL-Warn­streiks. Diese Kolleg*innen von der CPPZ zeigen uns dieser Tage den Weg.

Wir sagen: Alle gemein­sam! Gle­ich­er Lohn für gle­iche Arbeit! Ein Betrieb, eine Belegschaft!

Wir als Basis­gew­erkschafts­gruppe fordern unsere Gew­erkschafts­führun­gen auf, gemein­same Streiks zu organ­isieren: TV‑L, BVG und CPPZ, alle gemein­sam. Auch die Ser­vice-Töchter der Kranken­häuser, CFM und VSG, soll­ten zu Soli-Streiks aufgerufen wer­den. Denn auch sie müssen in die Flächen­tar­ifverträge rein.

Wir fordern den rot-rot-grü­nen Sen­at von Berlin, der schon seit Jahren gute Arbeits­be­din­gun­gen in Berlin ver­spricht, dazu auf, den schö­nen Worten auch Tat­en fol­gen zu lassen. Es ist der sozialdemokratis­che Finanzse­n­a­tor von Berlin, Matthias Kol­latz, der im Namen der Län­der die Forderun­gen ablehnt. Es ist die Linkspartei-Führung, die für die Kürzung­sorgien und die Nichter­fül­lung unser­er beschei­den­sten Forderun­gen mit ver­ant­wortlich ist.

Wir müssen uns an der Basis ver­net­zen und dafür sor­gen, dass Streiks und Demon­stra­tio­nen gle­ichzeit­ig stat­tfind­en. Nicht nur – aber auch – am jet­zi­gen 8. März, dem Welt­frauen­tag. Ein tra­di­tioneller Kampf­tag der Arbeiter*innen-Bewegung, der es nach den Jahrzehn­ten der Kürzungspoli­tik und Prekarisierung und in Zeit­en des gesellschaftlichen Recht­srucks ver­di­ent hat, als Kampf­tag wieder belebt zu wer­den.

Stel­lung­nahme von ver.di aktiv vom 27. Feb­ru­ar 2019

U‑Bahn-Fahrer Aimo Tügel spricht über die Tarifrunde

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