Welt

USA: Die Bewegung gegen Waffengewalt an einem Scheideweg

In Washington, Los Angeles, New York, Boston und anderen wichtigen Städten der USA demonstrierten Hunderttausende, meist Jugendliche, gegen Waffengewalt in Schulen. Die Bewegung steht an einem Scheideweg: Den Polizeistaat und die Demokratische Partei stärken oder ein unabhängiges Programm gegen staatliche Gewalt aufstellen?

USA: Die Bewegung gegen Waffengewalt an einem Scheideweg

Am ver­gan­genen Sam­stag gin­gen in den Vere­inigten Staat­en Hun­dert­tausende auf die Straße, um gegen Schießereien an Schulen und Waf­fenge­walt zu demon­stri­eren. Es war eine der größten Mobil­isierun­gen in der Trump-Ära.

Im Zen­trum der Mobil­isierung ste­hen Schüler*innen, die die Gewalt in ihren Schulen satt haben, beson­ders jene, die das Park­land-Mas­sak­er im Feb­ru­ar über­lebt haben. 14 Schüler*innen und drei Erwach­sene wur­den damals getötet. Dabei stellen sie die Forderung nach ein­er stren­geren Waf­fenge­set­zge­bung auf.

Damit gehen jedoch zahlre­iche Prob­leme ein­her, wie die Aktivistin Tatiana Coz­zarel­li kür­zlich in einem Artikel auf Left Voice, der englis­chsprachi­gen Schwest­er­seite von Klasse Gegen Klasse, zum Aus­druck brachte. Darin erk­lärt sie, weshalb sie die „Walk­outs“ der Schüler*innen, also das Ver­lassen des Unter­richts in Protest, gerne unter­stützen würde, aber ihre Forderung nach restrik­tiv­eren Waf­fenge­set­zen nicht mit­tra­gen kann.

Sie schreibt:

Tausende von Jugendlichen ver­ließen ihre Schulen, um stren­gere Waf­fenge­set­ze zu fordern. Während ich ihren Mut und ihre Mobil­isierung begrüße, kann ich die Forderung nach stren­geren Waf­fenge­set­zen nicht unter­stützen. […] Ich kann das nicht, weil ich weiß, was stren­gere Waf­fenge­set­ze für Schwarze Men­schen in Ameri­ka bedeuten. Ich kann das nicht, weil ich nicht den größten Massen­mörder der Welt – die US-Regierung – unter­stützen will, damit er die Kon­trolle darüber ausweit­et, wer Waf­fen tra­gen darf und wer nicht. […] Die Frage nach stren­geren Waf­fenge­set­zen in den USA war eine Möglichkeit, die schwarze Bevölkerung zu ent­waffnen und zu krim­i­nal­isieren, sowie rechte Grup­pen zu ermächti­gen, die im Bünd­nis mit der Polizei Schwarze Men­schen ter­ror­isiert und ermordet haben. […] An die Jugendlichen, die demon­stri­ert haben – ich begrüße euren Mut, die Mobil­isierun­gen voranzutreiben, euren Wun­sch, die Dinge zu ändern. Ich will an eur­er Seite kämpfen, gemein­sam mit euch marschieren, gemein­sam mit euch streiken. Zusam­men soll­ten wir uns eine andere Welt vorstellen, ohne die Nation­al Rifle Asso­ci­a­tion und die Unternehmen, deren poli­tis­che Vertreter*innen die Demokrat­en und Repub­likan­er sind. Wir soll­ten für eine Welt kämpfen, in der jede*r eine sichere und qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Schule besuchen kann, egal ob sie*er in Park­land, Flori­da oder im Irak lebt. Ich denke nicht, dass der Weg, dies zu erre­ichen, darin beste­ht, auf stren­gere Waf­fenge­set­ze zu drän­gen, son­dern vielmehr darin, gegen diejeni­gen zu kämpfen, die Gewalt monop­o­lisieren und sie gegen Nicht-Weiße und Arbeiter*innen in den USA und auf der ganzen Welt ein­set­zen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.