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Unternehmen zuversichtlich auch 2018 auf Kosten von Beschäftigten Gewinne einzufahren

Die Begeisterung ist groß: Die meisten Unternehmensverbände blicken zuversichtlich in das Jahr 2018. Und sie haben allen Grund dazu. Der allgemeine Trend der steigenden Unternehmensgewinne wird sich fortsetzen; auf Kosten der Arbeiter*innen.

Unternehmen zuversichtlich auch 2018 auf Kosten von Beschäftigten Gewinne einzufahren

Die Wirtschaft brummt, die Arbeit­slosigkeit sinkt, die Löhne steigen. Das sind die Nachricht­en die uns opti­mistisch stim­men sollen: Der Kap­i­tal­is­mus hat zurück gefun­den in seinen nor­malen Modus, in dem er nicht nur Gewinne für Unternehmer*innen abwirft, son­dern den all­ge­meinen Wohl­stand steigert. So zumin­d­est die bürg­er­liche Erzäh­lung.

Der glob­ale Kap­i­tal­is­mus bewegt sich immer in Wellen des Wach­s­tums und der Rezes­sion. Die deutsche Exportwirtschaft prof­i­tiert im Moment vom weltweit­en Wach­s­tum und blickt deshalb mit gutem Recht pos­i­tiv auf das näch­ste Jahr. Doch, dass deutsche Unternehmen es schaf­fen sich einen beträchtlichen Kuchen von dieser Entwick­lung zu sich­ern ist kein Zufall. Es passiert auf dem Rück­en der Arbeiter*innen.

Um inter­na­tion­al wet­tbe­werb­s­fähig zu sein, und zu bleiben, hat Deutsch­land früher als andere Län­der inter­ve­niert und wurde mit der Agen­da 2010, Hartz IV, Lei­har­beit und Befris­tun­gen zum Vorzeige­land des Neolib­er­al­is­mus. Das schlug sich in den Unternehmensgewin­nen nieder, die 2016 im Ver­gle­ich zu 1991 infla­tions­bere­inigt um 76 Prozent­punk­te höher liegen, während die Real­löhne im gle­ichen Zeitraum nur um klägliche 9 Prozent­punk­te zunah­men.

Über dieses gravierende Ungle­ichgewicht in der Verteilung des erwirtschafteten Wohl­standes kön­nen auch Nachricht­en über steigende Löhne nicht hin­wegtäuschen. Diese, im Ver­gle­ich immer noch kläglichen Anstiege, sind kein Geschenk der Unternehmen oder Ver­di­en­ste des Staates, son­dern wur­den gegen den Willen der Bosse durch kollek­tiv­en Kampf errun­gen.

Doch diese Kämpfe sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Angesicht der laufend­en und kom­menden Angriffe auf die Arbeiter*innen und ihre Rechte, die den Unternehmen auch in Zukun­ft hohe Gewinne sich­ern sollen. Siemens hat angekündigt mas­siv Stellen abzubauen und im Zuge der gescheit­erten Ver­hand­lun­gen über eine Koali­tion zwis­chen Union, FDP und Grü­nen wurde offen über die de fac­to Abschaf­fung des 8‑S­tun­den-Tages disku­tiert. Das Scheit­ern der Ver­hand­lun­gen bedeutet aber keineswegs, dass Beschäftigte in Deutsch­land aufat­men kön­nen. Diese Beispiele zeich­nen vielmehr den Kurs für die näch­sten Jahre.

Was uns unter der Neuau­flage der GroKo erwartet kann noch nicht mit Bes­timmtheit gesagt wer­den. Doch die Arbeiter*innen wis­sen, für sie wird es nur mehr vom alten geben. Sie, die von Prekarisierung betrof­fen sind, deren Arbeits­be­las­tung in den let­zten Jahren ins Unerträgliche stieg, die auch mit Vol­lzeitjob nicht genug haben zum Leben, die jeden Tag, wegen Befris­tung und Stel­len­ab­bau um genau diesen mis­er­ablen Job ban­gen müssen – sie wis­sen, dass die bejubel­ten Gewinne der Wirtschaft ermöglicht wur­den, durch ihren Schweiß, ihr Blut, ihre Aus­beu­tung.

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