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Unbefristete Streiks im Metall­sektor in Cádiz – Barrikaden und Polizei­repression

Nach einer gescheiterten Tarifauseinandersetzung zwischen den Industriegewerkschaften und Arbeitgeberverbänden findet in der andalusischen Hauptstadt seit sieben Tagen ein Generalstreik in der Metallbranche statt.

Unbefristete Streiks im Metall­sektor in Cádiz – Barrikaden und Polizei­repression
Foto: David Melero

Der Streik ist extrem durchsetzungsstark, was sowohl an der hohen Streikbeteiligung liegtin der Tarifauseinandersetzung geht es um über 20 Tausend Beschäftigte -, als auch daran, dass die Arbeiter:innen mit Streikposten und Barrikaden verhindern, dass der Streik gebrochen wird. So wird der Druck auf die Unternehmen groß, da selbst große Firmen und Konzerne wie Airbus oder die Schiffswerft Cádiz die Produktion einstellen mussten.

Die Beschäftigten setzen den Streik auch Ende vergangener Woche fort, nachdem sich die Arbeitgeber weiterhin geweigert haben, auf ihre Forderungen einzugehen. Die Arbeitgeber weigern sich, die Forderungen der Gewerkschaften zu akzeptieren, einschließlich der Erhöhung der Löhne entsprechend der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes, eine Maßnahme, auf die sie mit verschiedenen Umwegen reagiert haben. Am Freitag um 2 Uhr morgens wurde die Verhandlung zwischen den Gewerkschaften und dem Metallgewerkschaftsbund von Cádiz (Femca) nach achtstündigen Sitzungen abgebrochen, in denen angesichts der Weigerung der Arbeitgeber, nachzugeben, beschlossen wurde, den Streik bis zur Erfüllung der Forderungen fortzusetzen.

Der Sprecher der Metallarbeitgeber hat versucht, die Forderungen der Arbeiter:innen zu verwässern, indem er behauptete, dass sie sich an einen wirtschaftlichen Aufschwung der Unternehmen nach der Pandemie „anpassen“ müssten, ein Punkt, der zum Beispiel mit den guten Daten, die von Airbus vorgelegt wurden und die von den Arbeiter:innen genutzt wurden, um die Argumente des Unternehmens für die Schließung des Werks in Puerto Real zu entkräften, infrage gestellt werden kann.

In Wirklichkeit weigern sich die Arbeitgeber, die Löhne zu erhöhen und die grassierende Prekarität des Sektors zu verringern, in dem Missbrauch und Willkür der Chefs an der Tagesordnung sind. Gestern wies Antonio Montoro, Provinzsekretär des Gewerkschaftsverbands UGT für die Industrie, darauf hin, dass 75 % der Arbeitsplätze in diesem Sektor in der Provinz Gelegenheitsarbeit sind.

Fortschrittliche Repression

Im spanischen Staat regiert die angeblich linke Regierung von der Sozialdemokratie (PSOE), Podemos und Izquierda Unida (Vereinte Linke). Die selbsternannte fortschrittlichste Regierung der Geschichte scheint ihrem Namen wieder einmal nicht gerecht zu werden:

Die Arbeiter:innen prangern an, dass die Nationalpolizei weiterhin friedliche Demonstrationen in der Stadt angreift und mit Gummigeschossen beschossen wurde, als die Mobilisierung die Brücke Puente de la Constitución passierte.

Dieser neue Vorfall reiht sich in die vergangenen Tage ein, in denen die repressiven Kräfte unter dem Kommando der „fortschrittlichen“ Regierung sichwieder einmaloffen als das gezeigt haben, was sie sind: die Hüter der Interessen der Bosse. Angesichts der Anschuldigungen der Presse und der Junta de Andalucía (Provinzregierung) über den angeblich gewalttätigen Charakter des Streiks weisen die Arbeiter:innen darauf hin, dass die wirkliche Gewalt von den Bossen ausgeübt wird, indem sie die Beschäftigten ausbeuten und die Provinz, eine der ärmsten im Lande, zur Prekarität verdammen.

Am Samstag wurde eine Demonstration zur Unterstützung der Metallarbeiter auf der Plaza Ingeniero de la Cierva in Cádiz organisiert, um die breite Unterstützung der Bevölkerung für den Kampf der Metallarbeiter:innen zu zeigen.

Dieser Artikel ist die Synthese der zuerst bei Izquierda Diario (ES) erschienen Artikel:
Metallstreik in Cádiz legt wichtige Industrien lahm und Vierter Tag des unbefristeten Streiks in Cádiz: Proteste und Polizeirepression gehen weiter

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