Unsere Klasse

TV-Stud: Nächste Etappe Erzwingungsstreik

Sechs erfolgreiche Streiktage gingen letzte Woche zu Ende. Dennoch ist ein neues verbessertes Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) nicht in Sicht. Warum nun die Zeichen unweigerlich auf Erzwingungsstreik stehen müssen.

TV-Stud: Nächste Etappe Erzwingungsstreik

Am Sam­stag sah die Freie Uni­ver­sität Berlin wie eine Geis­ter­stadt aus. Alle Bib­lio­theken waren geschlossen und mancherorts waren sog­ar die Gebäude für den gesamten Tag nicht geöffnet. Der erste Streik­tag an einem Woch­enende über­haupt hat­te damit seinen Zweck erfüllt und die Uni­ver­sitäten paralysiert. Es war der Abschluss der läng­sten Streik­woche in der bish­eri­gen Auseinan­der­set­zung, die mit den Streiks im Jan­u­ar und Feb­ru­ar begann. Schon am Dien­stag und Don­ner­stag waren die streik­enden stu­den­tis­chen Hil­f­skräfte (SHK) zu ein­er Streikver­samm­lung und ein­er Demon­stra­tion mit über 1000 Men­schen zusam­mengekom­men.

Diese Mobil­isierun­gen, zusam­men mit den gefüll­ten Streik­lis­ten, die wir nun auswerten wer­den, haben gezeigt, dass die Grund­lage für einen kom­menden Erzwingungsstreik existiert. Ganze Bere­iche wie das Studieren­den-Ser­vice-Cen­ter oder das FU-Hochschul­rechen­zen­trum Zedat waren kom­plett geschlossen, eben­so fie­len die Tuto­rien aus: ein Beweis der Stärke. Das Streiken wird für viele SHK zum Selb­stver­ständ­nis, nach­dem es im Win­ter für sie eine ganz neue Erfahrung war. Damals wurde ihnen an der FU noch dazu mit scham­los­er Repres­sion gedro­ht. Der Streik wird damit immer mehr nicht nur zu ein­er bloßen Arbeit­snieder­legung, son­dern zum mobil­isieren­den Fak­tor.

Er führt immer mehr dazu, dass unsere Kolleg*innen ihre Geschicke selb­st in die Hand nehmen wollen, nach­dem sie gese­hen haben, dass es seit Monat­en nahezu keine Fortschritte gibt. Es ist daher nur kon­se­quent, was die Streikver­samm­lung in ihrer Res­o­lu­tion ver­ab­schiedet hat:

Soll­ten die Hochschulleitun­gen weit­er­hin bei unseren zen­tralen und legit­i­men Forderun­gen mauern, wer­den wir unsere Streiks nicht nur fort­set­zen, son­dern ausweit­en. Wir sind entschlossen, alle Möglichkeit­en ein­schließlich Erzwingungsstreik auszuschöpfen.

Delikate Erklärungen

Nun: Ob der KAV also weit­er­hin bei unseren Forderun­gen mauern würde oder nicht, hät­ten wir eigentlich bei der näch­sten Ver­hand­lungsrunde am 24. Mai erfahren sollen… Hät­ten! Denn der Ver­hand­lungs­führer der FU, Matthias Dan­nen­berg, erk­lärte am ver­gan­genen Don­ner­stag beim Streik­posten an der FU, dass es schlicht und ein­fach kein neues Ange­bot geben würde. Kein neues Ange­bot, keine Verbesserun­gen – keine Lohn­er­höhung auf min­destens 12,50 Euro und keine Ankop­plung an der TV‑L! Die andere Seite zeigt damit ein­mal mehr, dass sie zu keinen Kom­pro­mis­sen bere­it ist und die Forderun­gen der stu­den­tis­chen Beschäftigten mit Füßen tritt.

Der KAV tor­pediert damit die kom­menden Ver­hand­lun­gen. Sie wollen die SHK auch weit­er­hin dem Real­lohn­ver­fall preis­geben und die stu­den­tis­chen Beschäftigten als Arbeiter*innen zweit­er Klasse behan­deln.

Wer sitzt am längeren Hebel?

Schon vor den Ver­hand­lun­gen ist damit klar, dass die “Hochschulleitun­gen weit­er­hin bei unseren zen­tralen und legit­i­men Forderun­gen mauern” wer­den und damit ist auch die Bedin­gung für die Res­o­lu­tion der Streikver­samm­lung erfüllt: Erzwingungsstreik.

Wir haben in der Streik­woche gezeigt, wer die Arbeit an der FU am Laufen hält: die stu­den­tis­chen Beschäftigten. Wir selb­st haben es damit in der Hand, nicht nur die Streiks fortzuset­zen, son­dern auch auszuweit­en. Doch nicht nur das: Wir haben es auch selb­st in der Hand, den Streik so lange weit­erzuführen, bis unsere Forderun­gen erfüllt sind. Die bish­erige Erfahrung im Arbeit­skampf zeigt, dass der KAV sehr träge ist und sich wie eine Schild­kröte auf uns zube­wegt. Geben wir dieser Schild­kröte mit unseren kom­menden Erzwingungsstreiks einen Stoß, damit sie auf unsere mehr als berechtigten Forderun­gen zukommt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.