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Thessaloniki: Brandanschlag auf anarchistisches Hausprojekt

Im Anschluss an eine nationalistische Demonstration im nordgriechischen Thessaloniki haben Faschist*innen ein besetztes Haus niedergebrannt. Die Polizei blieb untätig.

Thessaloniki: Brandanschlag auf anarchistisches Hausprojekt

Am ver­gan­genen Son­ntag fand in Thes­sa­loni­ki eine nation­al­is­tis­che Massenkundge­bung statt, an der sich Polizeiangaben zufolge bis zu 90.000 Men­schen beteiligten. Sie demon­stri­erten gegen das Recht der nördlich von Griechen­land gele­ge­nen „Ehe­ma­li­gen Jugoslaw­is­chen Repub­lik Maze­donien“ diesen Namen zu tra­gen. Die Region in Nord­griechen­land trägt eben­falls diesen Namen. Im Umfeld dieser Demon­stra­tion kam es zu Angrif­f­en auf zwei beset­ze Häuser. Das anar­chis­tis­che Haus­pro­jekt „Lib­er­ta­tia“ bran­nte nieder.

Zu der Kundge­bung mobil­isierte eine bre­ite rechte Allianz, darunter die griechisch-ortho­doxe Kirche, die kon­ser­v­a­tive Partei Nea Dimokra­tia, die faschis­tis­che Chrysi Avgi, aber auch die recht­spop­ulis­tis­che Koali­tion­spartei Syrizas ANEL.

Der erste Angriff traf mit­tags das soziale Zen­trum „Scho­lio“. Dieser kon­nte jedoch von den Besetzer*innen abgewehrt wer­den. Rund zwei Stun­den später attack­ierten die Faschist*innen dann das „Lib­er­ta­tia“ mit Molo­tow­cock­tails und Feuer­w­erk­skör­pern. Wegen ein­er Ver­samm­lung am anderen Ort war nie­mand im Gebäude, als es daraufhin abbran­nte. Ver­let­zt wurde nie­mand. Während Polizeikräfte den Angriff taten­los geschehen ließen, zeigten sich Anwohner*innen sol­i­darisch.

In ein­er Stel­lung­nahme stell­ten die Besetzer*innen den Zusam­men­hang zwis­chen den Angrif­f­en und der recht­en Kundge­bung her, die als Schutzraum für die Faschist*innen gedi­ent habe. Sie verkün­de­ten aber auch: „Diese Angriffe wer­den uns auf keinen Fall aufhal­ten.“

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