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Tarifrunde Metall: Unternehmen „bieten“ null Prozent – Streiks für Inflationsausgleich nötig!

Die Inflation liegt bei zehn Prozent. Eine Lohnerhöhung wollen die Unternehmen im Metall-Sektor trotzdem nicht bieten. Es braucht jetzt Streiks für einen vollen Inflationsausgleich!

Tarifrunde Metall: Unternehmen „bieten“ null Prozent – Streiks für Inflationsausgleich nötig!
Foto: Frank Vincentz / Wikimedia Commons

Das „Angebot“ des Unternehmensverbandes Gesamtmetall könnte kaum dreister sein: Keine prozentuale Erhöhung, stattdessen 3.000 Euro Einmalzahlung bei einer Tariflaufzeit von 30 Monaten. Bei Facharbeiter:innen in der Produktion mit einem Nettoeinkommen von 2.500 Euro monatlich würde das gerade mal einer Zahlung von 4 Prozent entsprechen. Das Risiko einer möglicherweise weiter steigenden Inflation würden die Beschäftigten für die jahrelange Laufzeit alleine tragen.

Dabei ist sogar die Forderung der IG Metall unzureichend. 8 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten, während laut Statistischem Bundesamt Lebensmittel sogar 18,7 Prozent und Energie um 43,9 Prozent teurer werden. Die IG Metall darf sich nicht auf einen Abschluss unter der Inflationsrate einlassen. Am Wochenende wird sie die ersten Warnstreiks organisieren. Sie muss jetzt umfangreiche Streiks vorbereiten, um einen vollen Inflationsausgleich zu erzwingen.

Staat will Beschäftigte mit 3.000 Euro ruhig stellen

Die Bundesregierung hat mit den Unternehmen und Gewerkschaftsführungen bereits ausgehandelt, was sie bereit sind, uns zu geben, als sie die Möglichkeit der steuerfreien Einmalzahlung von 3.000 Euro beschlossen. Sie wollen, dass wir in Zeiten von Krieg und Krise die Füße still halten. In der Chemie-Industrie gab es bereits eine Abschluss mit Einmalzahlungen und 6,5 Prozent mehr Lohn – ohne einzigen Warnstreiktag. Die Regierung subventioniert die Autoindustrie mit Milliarden. Die Beschäftigten in diesem zentralen Bereich der Wirtschaft wollen sie um jeden Preis ruhigstellen.

Während die Ampel-Koalition für die Bundeswehr problemlos 100 Milliarden Euro locker macht, fordert sie gleichzeitig Zurückhaltung bei den Löhnen. Den Unternehmen kommt das gelegen. Sie verweisen auf die düstere wirtschaftlichen Aussichten, um die Nullrunde zu begründen. Gleichzeitig schüttet allein der Autohersteller VW zum Januar 2023 eine Sonderdividende 9,55 Milliarden Euro an Gewinnen an seine Aktionäre aus – das wären fast 8.000 Euro für jede:n Beschäftigte:n.

Streiken wie am Hafen! Streiken wie in Frankreich!

Wie ein Kampf gegen die Inflation aussehen kann, machten im Sommer die Kolleg:innen aus den deutschen Nordseehäfen deutlich. Nach 44 Jahren ohne Streiks traten sie mit der Forderung nach Inflationsausgleich mehrmals in den Ausstand – und legten eine zentrale Achse der deutschen Logistik lahm. Letztlich beendete die Gewerkschaftsführung den Arbeitskampf am Verhandlungstisch, obwohl die Streikbereitschaft weiter hoch gewesen wäre. Dabei gab es sogar Versammlungen der Kolleg:innen, die für die Fortführung der Streiks stimmten. An diesem Vorbild müssen wir uns orientieren.

Wichtige Streiks gibt es aktuell auch in Frankreich. Dort traten die Beschäftigten der Öl-Raffinerien für einen Inflationsausgleich in den Streik. Nachdem die französische Regierung sie zum Weiterarbeiten zwingen wollte, traten auch weitere Branchen in den Arbeitskampf, unter anderem aus der Autoindustrie, der Luftfahrt, den Atomkraftwerken, Eisenbahnen, Bussen und im Erziehungssektor. Sie zeigen: Wir müssen geeint kämpfen, um der Verarmungspolitik von Regierung und Unternehmen entgegenzutreten!

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