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Streikversammlungen statt Mitgliederbefragung!

SOZIAL- UND ERZIEHUNGSDIENST: Der Kon­flikt zwis­chen den Kol­legIn­nen aus dem Sozial- und Erziehungs­di­enst und der Vere­ini­gung der kom­mu­nalen Arbeit­ge­berver­bände (VKA) geht weit­er. Nach­dem die Streikdelegiertenkon­ferenz von ver.di den Schlichter­spruch ablehnte, gibt es nun eine Mit­glieder­be­fra­gung. Dabei wäre ein wieder­holter Streik zen­tral, um die Forderun­gen der Kol­legin­nen durchzuset­zen.

Streikversammlungen statt Mitgliederbefragung!

// SOZIAL- UND ERZIEHUNGSDIENST: Der Kon­flikt zwis­chen den Kol­legIn­nen aus dem Sozial- und Erziehungs­di­enst und der Vere­ini­gung der kom­mu­nalen Arbeit­ge­berver­bände (VKA) geht weit­er. Nach­dem die Streikdelegiertenkon­ferenz von ver.di den Schlichter­spruch ablehnte, gibt es nun eine Mit­glieder­be­fra­gung. Dabei wäre ein wieder­holter Streik zen­tral, um die Forderun­gen der Kol­legin­nen durchzuset­zen. //

Nach­dem die Streik­enden des Sozial und Erziehungs­di­en­stes Anfang Juni in die Schlich­tung gezwun­gen wor­den waren, verkün­dete die Schlich­tungskom­mis­sion am 22. Juni ihr Ergeb­nis. Der Vorschlag bein­hal­tet eine durch­schnit­tliche Lohn­er­höhung von 3,3 Prozent für die ErzieherIn­nen bei ein­er Laufzeit von fünf Jahren. Andere Beruf­s­grup­pen bekom­men laut Schlichter­spruch noch weniger und ganze Beruf­s­grup­pen gehen leer aus. Und die Älteren prof­i­tieren mehr als die Jün­geren. Das ist weit ent­fer­nt von der „Aufw­er­tung“, um die die Kol­legIn­nen kämpfen. Ihre Forderung ist die Erhöhung der Löhne um 10 Prozent. Entsprechend ent­täuscht reagierten viele Kol­legIn­nen, auch wenn die Erwartun­gen gegenüber dem Schlichter­spruch vielerorts nicht beson­ders hoch waren.

Die Streikdelegiertenkon­ferenz von ver.di lehnte den Vorschlag der Schlich­tungskom­mis­sion auch prompt ab. Die Delegierten hat­ten sich schon zuvor über das undemokratis­che Manöver, das zur Schlich­tung geführt hat­te, empört. Bis Mitte August soll nun bei ver.di und beim Beamten­bund dbb eine Mit­glieder­be­fra­gung durchge­führt wer­den. Dann soll weit­er­ver­han­delt wer­den. Es ste­ht zu befürcht­en, dass die Mit­glieder­be­fra­gung von der Gew­erkschafts­bürokratie dazu benutzt wird, die Kol­legIn­nen zur Annahme des Schlichter­spruchs zu überre­den. Während­dessen wird auch nicht gestreikt.

Was viele ErzieherIn­nen und Sozialar­bei­t­erIn­nen schon während der Schlich­tung befürchtet hat­ten, ist nun Real­ität gewor­den: Die Bürokratie ver­schleppt den Kon­flikt in die Som­mer­fe­rien, wo es viel schw­er­er wird, Druck aufzubauen. Das ist fatal, weil es die Kol­legIn­nen in ihrem Kampfgeist aus­bremst. Außer­dem beste­ht ger­ade jet­zt noch die Möglichkeit mit anderen Arbei­t­erIn­nen zusam­men zu kämpfen, beispiel­sweise bei der Post. Vor allem sind die Kol­legIn­nen durch die Streik­pause vere­inzelt. Sie kön­nen so bess­er unter Druck geset­zt wer­den, dem Schlichter­spruch doch zuzus­tim­men. Im Streik kön­nten sie miteinan­der disku­tieren und sich gegen die Bürokratie durch­set­zen. Sie kön­nten auf echte Streikdemokratie pochen, Ver­samm­lun­gen organ­isieren und sich dage­gen wehren, so lange befragt zu wer­den, bis den BürokratIn­nen die Antwort gefällt. Darauf spekulieren die Gew­erkschafts­bürokratIn­nen mit ihrer Streik­pause.

Die Sol­i­dar­ität mit den ErzieherIn­nen und Sozialar­bei­t­erIn­nen muss also ger­ade jet­zt weit­er aus­ge­baut wer­den, damit sie es schaf­fen, sich gegen die Manöver der BürokratIn­nen durchzuset­zen. Die Kol­legIn­nen sel­ber müssen weit­er mit Eltern und anderen Betrof­fe­nen disku­tieren. Kol­legIn­nen ander­er Sek­toren müssen über die Forderun­gen der Kol­legIn­nen aus dem Sozial- und Erziehungs­di­enst disku­tieren, vor allem wenn sie streiken auf ihren Streikver­samm­lun­gen. Und auch Studierende und sol­i­darische AktivistIn­nen müssen sich weit­er für diesen Kampf inter­essieren, und die Kol­legIn­nen dabei unter­stützen, bei ihren Forderun­gen zu bleiben.

Weit­er­hin heißt es also: Sol­i­dar­ität mit den ErzieherIn­nen und Sozialar­bei­t­erIn­nen! Denn eine echte Aufw­er­tung der Berufe des Sozial- und Erziehungs­di­en­stes – eine echte Aufw­er­tung von Berufen, die vor allem von Frauen aus­geübt wer­den und ihnen zugeschrieben wer­den also – ist Teil des Kampfes gegen Fraue­nun­ter­drück­ung und die Über­aus­beu­tung weib­lich­er Arbeit­skraft. Sein Aus­gang hat Auswirkun­gen auf die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen von Tausenden von Arbei­t­erin­nen.

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