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Solidarität mit Kerem: Redefreiheit zu Palästina!

Der LMU-Wissenschaftler Kerem Schamberger ist wegen seiner solidarischen Haltung zu Palästina immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Wir solidarisieren uns mit Kerem und stehen gegen jeden Versuch, pro-palästinensische Stimmen einzuschüchtern.

Solidarität mit Kerem: Redefreiheit zu Palästina!

Am 7. Novem­ber hat der Lehrbere­ich Meyen am Insti­tut für Kom­mu­nika­tion­swis­senschaft und Medi­en­forschung der Lud­wig-Max­i­m­il­ians-Uni­ver­sität (LMU), an welchem Kerem Scham­berg­er als wis­senschaftlich­er Mitar­beit­er tätig ist, unter dem Titel „Israel, Palästi­na und die Gren­zen des Sag­baren” zu einem Vor­trag des freien Jour­nal­is­ten (u.a. taz) Andreas Zumach ein­ge­laden. Es sollte über den Münch­n­er Stad­trats­beschluss disku­tiert wer­den, durch den Ver­anstal­tun­gen, welche die Boykot­tbe­we­gung BDS auch nur kon­tro­vers the­ma­tisieren, die Nutzung von öffentlichen Räum­lichkeit­en ver­wehrt wird. BDS ste­ht für „Boy­cott, Divest­ment and Sanc­tions“ und ist eine Kam­pagne, die in Sol­i­dar­ität mit Palästi­na zum wirtschaftlichen und kul­turellen Boykott Israels aufruft, Investi­tio­nen ver­hin­dern will und Sank­tio­nen seit­ens der inter­na­tionalen Staatenge­mein­schaft fordert.

Die Ver­anstal­tung stand schon im Voraus durch einen Aufruf aus anti­deutschen Kreisen unter Beschuss. Kurz darauf forderten weit­ere israel-sol­i­darische Organ­i­sa­tio­nen in einem offe­nen Brief die Unileitung auf, die Ver­anstal­tung abzusagen. Wir von der marx­is­tis­chen jugend erk­lären uns sol­i­darisch mit Kerem, der in den let­zten Wochen halt­losen Anti­semitismusvor­wür­fen aus­ge­set­zt war. Dies ist nicht zulet­zt seinem poli­tis­chen Aktivis­mus geschuldet, welch­er unter anderem in der Sol­i­dar­ität mit dem palästi­nen­sis­chen Befreiungskampf Aus­druck find­et.

Auch fernab der Ver­anstal­tung war Kerem ver­balen Angrif­f­en aus­ge­set­zt. Im Rah­men ein­er Vor­lesungsver­anstal­tung zu seinem neuen Buch “Die Kur­den” in Mar­burg wurde ihm sog­ar physis­che Gewalt ange­dro­ht – auf ein­er Toi­lette des Unige­bäudes las man den Schriftzug “Anti­smiten umbox­en – Kerem halt´s Mauk” (sic!). Illus­tri­ert waren die Schmier­ereien mit einem israelis­chen Merka­va-Panz­er, welch­er nicht sel­ten bei Land­kon­fiszierun­gen im West­jor­dan­land und mil­itärischen Oper­a­tio­nen gegen die palästi­nen­sis­che Zivil­bevölkerung einge­set­zt wird.

Wir sind nicht der Ansicht, dass BDS ein geeignetes Mit­tel zur Erkämp­fung des Selb­st­bes­tim­mungsrechts der Palästinenser*innen oder hil­fre­ich im Bestreben ist, eine Ein­heit der­er herzustellen, die auf bei­den Seit­en der israelis­chen Sper­ran­la­gen unter kap­i­tal­is­tis­ch­er Aus­beu­tung und staatlich­er Repres­sion lei­den. Trotz­dem glauben wir, dass das Ver­bot der The­ma­tisierung von BDS in öffentlichen Ein­rich­tun­gen das demokratis­che Grun­drecht der Rede- und Mei­n­ungs­frei­heit beschnei­det. Der bre­it­en BDS-Bewe­gung unter dem Pauschalvor­wurf des Anti­semitismus das Auftreten in öffentlichen Räu­men zu ver­bi­eten, ist nicht nur anmaßend gegenüber den jüdis­chen Grup­pierun­gen und Einzelper­so­n­en, die diese Protest­form wählen, sie hat moralis­chen Charak­ter und ver­hin­dert eine sach­liche Auseinan­der­set­zung.

One thought on “Solidarität mit Kerem: Redefreiheit zu Palästina!

  1. marian decker sagt:

    gut so ‑mar­i­an decker,regensburg

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