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Solidarität mit den Arbeiter*innen von PepsiCo, die heute brutal von der Polizei angegriffen wurden!

Heute früh räumten über 500 Polizist*innen die besetzte PepsiCo-Fabrik in der Provinz Buenos Aires in Argentinien. Dennoch wollen die Arbeiter*innen weiterkämpfen. Ihr Kampf für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze ist exemplarisch und ein Vorbild für alle Kämpfe gegen Entlassungen.

Solidarität mit den Arbeiter*innen von PepsiCo, die heute brutal von der Polizei angegriffen wurden!

Nicht nur in Ham­burg zeigt die Polizei ihr wahres, bru­tales Gesicht. Auch in Argen­tinien wird ein­mal mehr klar, dass ihre Rolle darin beste­ht, kämpferische Jugendliche und Arbeiter*innen anzu­greifen. Mit mehr als 500 Polizeikräften wur­den heute Vor­mit­tag die Arbeiter*innen, die in der Prov­inz Buenos Aires eine Fab­rik des US-Konz­erns Pep­si­co beset­zt hat­ten, ange­grif­f­en.


Die Beschäftigten allerd­ings wehrten sich mit allem, was ihnen zur Ver­fü­gung stand: Einige ver­bar­rikadierten sich in der Fab­rik sel­ber, während andere mit Studieren­den, Aktivist*innen und Arbeiter*innen aus anderen Sek­toren draußen die Stel­lung hiel­ten. Sie baut­en Straßen­bar­rikaden, ver­bran­nten Reifen und hiel­ten es eine kalte Nacht draußen aus. Auch die Nachbar*innen zeigten ihre Unter­stützung, küm­merten sich um Ver­wun­dete und drück­ten ihren Unmut gegen die Polizei aus, indem sie auf Töpfen und Pfan­nen trom­melten.

Die Arbeiter*innen und ihre Unterstützer*innen wur­den mit Trä­nen­gas und mit Gum­migeschossen ange­grif­f­en. Polizeikräfte schlu­gen auf die Arbeiter*innen ein. Die Beschäftigten vertei­digten sich, indem sie vom Dach der Fab­rik Steine auf die Angreifer*innen war­fen. Auch als die Polizei in die Fab­rik hinein­ge­langt war, hörten die Repres­sion nicht auf – eine Arbei­t­erin brach dabei zusam­men.

Erst drei Stun­den später war die Fab­rik geräumt. Die Arbeiter*innen schafften es durchzuset­zen, dass nie­mand von ihnen beim Ver­lassen der Fab­rik ver­haftet wurde. Ins­ge­samt acht Aktivist*innen wur­den festgenom­men, aber die Arbeiter*innen und die anderen Unterstützer*innen set­zten ihre Freilas­sung durch.

Der Lebens­mit­telkonz­ern Pep­si­Co will die Fab­rik in der Prov­inz Buenos Aires schließen und 600 Leute ent­lassen – nicht etwa, weil sie nicht rentabel wäre, son­dern um sich der kämpferischen Belegschaft zu entledi­gen. So ist beispiel­sweise der Betrieb­srat ange­führt von Mit­gliedern der PTS, der Partei Sozial­is­tis­ch­er Arbeiter*innen, und anderen anti-bürokratis­chen Basisgewerkschafter*innen. Die Belegschaft kann auf eine lange kämpferische Tra­di­tion zurück­blick­en und wollte auch diesen fun­da­men­tal­en Angriff nicht ein­fach so hin­nehmen. Sie beset­zten die Fab­rik, um den Abtrans­port der Maschi­nen zu ver­hin­dern und ihre Arbeit­splätze zu vertei­di­gen.

In ihrem Kampf erhal­ten sie eine bre­ite Sol­i­dar­ität von anderen Arbeiter*innen, sozial­is­tis­chen Organ­i­sa­tio­nen wie der PTS (Partei Sozial­is­tis­ch­er Arbeiter*innen), den rev­o­lu­tionären Par­la­mentsab­ge­ord­neten der FIT (Front der Linken und der Arbeiter*innen) und von Menschenrechtsaktivist*innen. Auch das fem­i­nis­tis­che Kollek­tiv Ni Una Menos erk­lärte offiziell seine Sol­i­dar­ität. Und es wurde eine inter­na­tionale Sol­i­dar­ität­skam­pagne ges­tartet.

Über­all im Land wird nun die Repres­sion verurteilt, im nahen La Pla­ta wurde zur Unter­stützung eine Straße block­iert. Der Hass auf die ver­ant­wortlichen Politiker*innen, allen voran den Präsi­den­ten Mauri­cio Macri, ist groß. Die Arbeiter*innen sind weit­er­hin entschlossen und wollen weit­erkämpfen. Sie rufen auch ihre Gew­erkschaft auf, sich endlich mit aller Kraft in diesen Kampf zu stürzen.

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