Unsere Klasse

Solidarität mit dem Vivantes-Streik

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Dafür kämpfen die Beschäftigten des Krankenhauskonzerns Vivantes seit Jahren unermüdlich. Am Dienstag findet der nächste Warnstreik vor dem Klinikum Neukölln statt. Wir rufen dazu auf, dort hinzukommen und sich solidarisch mit den Kolleg:innen zu zeigen.

Solidarität mit dem Vivantes-Streik
Foto: Klasse gegen Klasse

Über sieben Wochen haben die Kolleg:innen der Vivantes Service GmbH (VSG) vor gut drei Jahren gestreikt. Auf täglichen Streikversammlungen wurde damals über den Fortgang des Streiks diskutiert und mehrere gemeinsame Demonstrationen mit den Streikenden der studentisch Beschäftigten (TVStud) organisiert. Nur durch den sehr kämpferischen und ausdauernden Streik damals konnte damals zwar eine ordentliche Lohnerhöhung erkämpft werden. Dennoch verdienen Beschäftigte der Töchter immer noch teilweise hunderte Euro weniger. Die Berliner Krankenhausbewegung hat sich zum Ziel gesetzt, die vollständige Wiedereingliederung aller Tochterunternehmen der landeseigenen Krankenhäuser Charité und Vivantes zu erkämpfen. Dieser Zusammenschluss von Beschäftigten der Mutter- und Tochterkonzerne ist dabei zentral für die Durchsetzung dieser Forderungen. Zu oft haben die Krankenhausleitungen und der rot-rot-grüne Senat die Kolleg:innen gespalten und besonders die Tochterbeschäftigten mit miesen Kompromissen abgespeist. Damit muss endlich Schluss sein. Der Streik am Dienstag kann daher auch nur ein Auftakt sein für gemeinsame Streiks in allen Krankenhäusern sein, um alle Forderungen der Kolleg:innen zu erfüllen. Die Therapeut:innen von Vivantes und Charité haben vor gut zweieinhalb Jahren bewiesen, dass die Wiedereingliederung und damit gleicher Lohn erkämpft werden können. Durch eine kompromisslose Haltung der Streikenden der ehemaligen Tochterunternehmen CPPZ und der VTD konnten sie alle ihre Forderungen durchsetzen.

Die Krankenhausbewegung hat einen wichtigen Schritt unternommen, um die Zusammenführung aller Kolleg:innen zu erreichen. Doch diese Politik muss ausgeweitet werden und sich auch in den Warnstreiks niederschlagen. Mutter- und Tochterbeschäftigte müssen auch im Streik zusammen aufgerufen werden, um jegliche Spaltungsversuche zu unterbinden. Alle wichtigen Entscheidungen müssen von allen Streikenden demokratisch getroffen werden. Wann gestreikt wird, wie gestreikt wird und was für Aktionen es geben sollte. Die VSG hat es vor drei Jahren vorgemacht und sogar zeitweise eine Straße blockiert, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Und die Kolleg:innen sind nicht die einzigen, die aktuell oder in den nächsten Monaten streiken. Bei der Lieferfirma Gorillas kämpfen die Kolleg:innen seit gut zwei Wochen mit Streiks gegen ihre Arbeitsbedingungen und die Entlassung eines Kollegen. Mehrere Male haben sie sich auch schon auf Kundgebungen der Krankenhausbewegung mit den Beschäftigten solidarisiert. Solche Solidaritätsbekundungen sind zentral für die Ausweitung dieser Kämpfe. Gemeinsame Aktionen und Streiks können wichtige Momente sein, um mehr Kolleg:innen zum Kämpfen zu motivieren und den Druck auf die politisch Verantwortlichen zu erhöhen. Wir wollen alle gut behandelt werden in Krankenhäusern. Dazu ist es notwendig, dass die Beschäftigten deutlich entlastet werden. Sowohl Pfleger:innen, aber eben auch alle Kolleg:innen in den Krankenhäusern, die tagtäglich unsere Gesundheit gewährleisten.

Deshalb rufen wir dazu auf, am Dienstag den 29. Juni um 8:30 Uhr, zum Klinikum Neukölln zu kommen und sich mit den Streikenden solidarisch zu zeigen.

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