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So hoch ist die Dönerpreis-Inflation

Die Dönerpreise steigen teilweise um bis zu 100 Prozent. Viele können sich das nicht mehr leisten.

So hoch ist die Dönerpreis-Inflation
Foto: Markus Mainka / shutterstock.com

In unserer Leser:innen-Umfrage auf Instagram haben wir euch unter anderem nach dem Preisanstieg bei eurem Lieblingsdöner gefragt. Laut den Antworten hat ein Döner vor der Krise etwa drei bis sechs Euro gekostet und mittlerweile liegen die Preise bei fünf bis zehn Euro. Durchschnittlich hat ein Döner vor einem Jahr noch 4,40 Euro gekostet, jetzt 6,10 Euro. Das entspricht einer Preiserhöhung um stolze 38 Prozent. Diese Daten sind natürlich weder wissenschaftlich noch repräsentativ, aber sie zeigen, wie stark der Preisanstieg vor allem bei Lebensmitteln ist. Während die Inflation aktuell zehn Prozent beträgt, haben sich die Preise bei Dönern teilweise um 100 Prozent erhöht.

Viele Produkte des alltäglichen Lebens verzeichnen einen höheren Preisanstieg als zehn Prozent. Den schnellen Döner zwischendurch oder auf dem Heimweg nach der Party können sich viele nicht mehr leisten. In unserer Umfrage schrieb eine Person: „Ich arbeite in der Gastro und Pommes kosten jetzt 5 Euro bei uns, davor 3 Euro“.

Sowohl die Zutaten für Döner, wie Fleisch, Gemüse, Gewürze und Brot, als auch Gas und Verpackungsmaterialien sind erheblich teurer geworden. Viele Betreiber:innen von Schnellimbissen sind gezwungen, die Preise anzuheben, und kämpfen trotzdem um ihre Existenz. In Deutschland gibt es etwa 16.000 Dönerläden. Hersteller:innen und Imbisse erwirtschafteten zuletzt einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Euro. Der Berliner Abgeordnete Ferat Koçak (LINKE) machte bereits vor einigen Wochen im Berliner Abgeordnetenhaus auf die Situation der meist von Migrant:innen geführten Läden aufmerksam.

Das kürzlich beschlossene 200-Milliarden-Euro-Paket der Bundesregierung soll der Energiekrise entgegenwirken, jedoch ist zu bezweifeln, wie viel Geld bei kleinen, inhaber:ingeführten Betrieben, wie Schnellimbissen, ankommen wird. Von den Privathaushalten ganz zu schweigen.

Die Gaspreisbremse muss bei denen ankommen, die aktuell am stärksten von der Krise betroffen sind. Deshalb dürfen die Milliarden keine Extraprofite für die großen Industriebetriebe und Energiekonzerne werden, sondern eine Maßnahme zur Unterstützung von Privathaushalten und kleinen, selbstständigen Betrieben. Bezahlt werden darf das auch nicht durch spätere Steuererhöhungen für die gesamte Bevölkerung, sondern durch sofortige Abgaben auf Übergewinne und große Vermögen.

Eine weitere wichtige Maßnahme wäre die entschädigungslose Enteignung der Immobilienkonzerne, um die Mieten zu senken und die Spekulation mit Immobilien zu beenden. Denn teilweise sind Mietverträge der Imbisse sogar an die Inflation gekoppelt, was eine zusätzliche Belastung darstellt.

Der Döner war ein günstiges Essen für alle, nun droht er zum Luxusgut zu werden. Das ist nur eines von vielen Beispielen, an denen man sieht, wie sehr die Inflation die breite Masse der Bevölkerung trifft, während die Politik vor allem Großkonzerne stützt, die Ärmsten mit geringen Einmalzahlungen abspeist und sie mit ihrer Not alleine lässt. Durch die Unterstützung der Dönerläden müssen auch die Preise wieder gesenkt werden. So können wir bezahlbar satt werden und die Kleinbetriebe trotzdem nicht pleitegehen.

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