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Sieben Schüsse in den Rücken: Proteste in Wisconsin, nachdem Polizisten auf Jacob Blake schossen

Sonntag Nachmittag US-amerikanischer Zeit wurde Jacob Blake in Kenosha, Wisconsin, von der Polizei sieben Mal in den Rücken geschossen. Protestierende sind auf den Straßen und liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, während Blakes Zustand weiterhin kritisch ist und er im Krankenhaus behandelt wird.

Sieben Schüsse in den Rücken: Proteste in Wisconsin, nachdem Polizisten auf Jacob Blake schossen
BIlder: Facebook

Jacob Blake, 29 Jahre, wollte in sein Auto einsteigen, als die Polizei sieben Mal auf ihn schoss. Berichten zufolge waren seine Kinder im Auto, während die Polizisten ihm in den Rücken schossen.

Jacob Blake versuchte am Sonntagnachmittag in Kenosha, Wisconsin, einen Streit zwischen zwei Frauen auf der Straße zu schlichten, als die Polizei auftauchte. Was genau als nächstes passierte, ist noch ungeklärt, aber ein kurz danach aufgenommenes Video (CN: explizite Aufnahmen von rassistischer Polizeigewalt) zeigt, wie Blake zu seinem Auto läuft, umgeben von drei Polizisten. Als er die Fahrer*innentür öffnet, eröffnen zwei Polizisten, die einige Meter hinter ihm stehen, das Feuer auf seinen Rücken und feuern mindestens sieben Schüsse aus nächster Nähe ab. In unter als acht Sekunden schossen die Polizisten immer wieder auf ihn ein.

Während Jacob Blake im Krankenhaus um sein Leben ringt, gingen Protestierende in Kenosha auf die Straßen, um gegen diesen erneuten Fall von Polizeigewalt zu demonstrieren. Sie befanden sich in direkter Konfrontation mit der Polizei und haben auch das Gericht des Verwaltungsbezirks in Brand gesetzt. Auf der anderen Seite steht die Polizei in Kampfmontur, hat Tränengas eingesetzt und steht Wache vor der Polizeistation, während eine stadtweite Ausgangssperre verhängt wurde. Der Demokratische Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers — offensichtlich in dem Versuch, die Proteste in harmlose, friedliche Bahnen zu lenken — hat sich zu Wort gemeldet und die Schüsse auf Blake mit der Ermordung von Breonna Taylor verglichen. Seine Worte bleiben aber leere Hüllen. Wir haben das bereits bei den laufenden Protesten gegen rassistische (Polizei-)Gewalt gesehen, dass Anführer*innen der Demokratischen Partei wie Evers diejenigen waren, die Polizei, Nationalgarde und andere Repressivkräfte gegen die Protestierenden einsetzen, während sie der Bewegung nichts außer Lippenbekenntnissen anzubieten haben. In Kenosha, wo Bürgermeister John Antaramian, ein Demokrat, die Bereitschaftspolizei auf die Straßen geschickt und eine Ausgangssperre verhängt hat, ist dies bereits in vollem Gange.

Aber die Menschen auf den Straßen werden nach einer weiteren brutalen Erschießung durch die Polizei nicht untätig zusehen. Die Protestierenden in Kenosha fordern Gerechtigkeit für Jacob Blake. Drei Monate nach Beginn der antirassistischen Aufstände, ausgelöst durch den Polizeimord an George Floyd, zeigen die Schüsse auf Jacob Blake wieder die rassistische und gewalttätige Rolle, die die Polizei in der kapitalistischen Gesellschaft spielt. Die brutalen und andauernden Morde an Schwarzen Menschen durch den Staat werden andauern, solange das kapitalistische System und die Polizei, die dieses stützt, weiter existiert.

Wir fordern Gerechtigkeit für Jacob Blake und für Trayford Pellerin, für Breonna Taylor, für George Floyd, für Tony McDade, für Sean Reed, für Michael Brown, für Eric Garner, für Trayvon Martin, und für all die anderen Schwarzen Leben, die der Staat gestohlen hat.

Dies ist eine Übersetzung unserer US-Schwesterseite Left Voice. Klickt diesen Link für Infos bei neuen Entwicklungen.

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