Deutschland

“Sie behandeln jeden von uns wie einen Verbrecher” – Erfahrungsbericht von den G20-Gipfelprotesten

Ein Erfahrungsbericht eines linken Aktivisten über den Versuch der Polizei, mit konstanter Repression den Protest zu schwächen und die Bedeutung der Solidarität durch die Anwohner*innen und die riesige internationale Großdemonstration am Samstag. Dieser Bericht wurde am Sonntag auf Facebook veröffentlicht.

Schon bevor ich in Ham­burg war, wurde ich von Bullen gefilzt und bedro­ht, ins­ge­samt drei Mal die let­zten Tage.

Als ich in Ham­burg war, haben sie mich keine Sekunde aus den Augen gelassen.
In der zweit­en Nacht sind sie mit Helikoptern über unser Camp geflo­gen — zweimal: drei Uhr nachts und sechs Uhr mor­gens — und haben ver­hin­dert, dass wir schlafen kon­nten.

Sie behan­deln jeden von uns wie Ver­brech­er, weil wir Linke sind, aber alle, die dazu noch nicht deutsch ausse­hen, behan­deln sie wie Ter­ror­is­ten.

Weil sie mit ihren Fes­t­nah­men, Schlä­gen, Trit­ten, Knüp­peln, Pfef­fer­spray, Wasser­w­er­fern nicht genug ein­schüchtern oder kranken­haus­reif prügeln kon­nten, machen sie auch auf dem Rück­weg Jagd: über­all wer­den Busse und Züge aus Ham­burg kon­trol­liert.

Die Nachricht ist klar: wer was sagt oder tut, dass dem Staat nicht passt, kriegt Prob­leme.

Ger­ade deshalb ist es ein Sieg, dass wir während der Demon­stra­tio­nen und Block­aden unglaublich viel prak­tis­che Unter­stützung aus der Ham­burg­er Bevölkerung bekom­men haben und es eine so große Beteili­gung an der Demon­stra­tion gestern gab.

Der näch­ste G20-Gipfel soll in Argen­tinien stat­tfind­en. Wir wer­den noch mehr sein und sie um den Globus jagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.