Jugend

Schüler*innen bereiten sich auf die Luxemburg-Liebknecht-Demo vor

Am Mittwoch Abend veranstaltete die Solidarische Jugendbewegung (SJB) ihre monatliche DiskutierBAR. Das Thema: „Liebknecht, Luxemburg und Militarismus“.

Schüler*innen bereiten sich auf die Luxemburg-Liebknecht-Demo vor

Etwa 30 Leute ver­sam­melten sich im Jugendzen­trum JUP. Wir woll­ten uns mit dem his­torischen Kon­text der Demo ein­mal mehr auseinan­derzuset­zen. Mit ein biss­chen Input sollte Licht ins Dunkel gebracht wer­den: Wer war Liebknecht? Was wollte Lux­em­burg? Und was hat das alles mit dem heuti­gen Mil­i­taris­mus zu tun?

Im Input wur­den zunächst Grund­be­griffe wie Mil­i­taris­mus, Impe­ri­al­is­mus und das Räte-Sys­tem gek­lärt. Außer­dem wurde über die Novem­ber­rev­o­lu­tion und somit das Leben und Wirken Rosas und Karls gere­det.

Dann ging die offene Diskus­sion los. Vor allem die Bun­deswehr mit ihren aktuellen Kam­pag­nen lieferte viel Gesprächsstoff, aber auch all­ge­mein­er Mil­i­taris­mus in unser­er Gesellschaft.
Wo fängt Mil­i­taris­mus an? Ver­her­rlichen Schütz*innenenvereine Gewalt? Wir waren uns einig, dass wir in vie­len Bere­ichen unser­er Gesellschaft Prinzip­i­en erken­nen kön­nen, die klar von dem Mil­itär hineinge­tra­gen wur­den. Dass Paz­i­fis­mus und Anti­mil­i­taris­mus kaum mehr Fra­gen sind, die wir uns als Gemein­schaft stellen. Es gibt kaum mehr Großdemon­stra­tio­nen gegen Krieg. Obwohl täglich dutzende Men­schen auf dieser Welt ihr Leben in Kriegen ver­lieren, haben wir keine Massen­mo­bil­isierun­gen mehr wie zum Beispiel in den 60er Jahren. Auf der Welt bren­nen die Kon­flik­te, und wir fragten uns, warum das zwar wahrgenom­men wird, aber trotz­dem keine riesi­gen Mobil­isierun­gen zu Stande kom­men.

Ist unsere Hemm­schwelle so weit gesunken, weil wir jeden Tag von den Medi­en mit schlim­men Nachricht­en über­flutet wer­den? Oder gibt es ein­fach andere Dinge, die uns wichtiger sind? Der Kon­sens ging in die Rich­tung, das eher auf die alltäglichen Ablenkun­gen zu schieben. Den ganzen Tag arbeit­en, sich um Schule oder Kinder oder Haushalt küm­mern, in dem Sys­tem nicht unterge­hen – und dann natür­lich die ganzen Möglichkeit­en der Ablenkung: Serien, Stars, Kon­sum.…. Da muss man keine Zeit übrig haben um sich mit den aktuellen Kriegen auseinan­der zu set­zen.

Sehr viel wurde auch über die Bun­deswehr disku­tiert. Vor allem über ihre neue Kam­pagne. Von vie­len aus der linken Szene wird diese belächelt. Deshalb haben wir die Frage aufge­wor­fen, ob manche vielle­icht auch Leute ken­nen, bei denen diese Kam­pagne gut ankam. Und es stellte sich her­aus, dass es dur­chaus pos­i­tive Rück­mel­dun­gen auf die mod­er­nen Rekru­tierungsver­suche gab. Sog­ar von ziem­lich vie­len! Da fragten wir uns, warum? Es wurde argu­men­tiert, dass diese Kam­pagne nicht auf Argu­mente, son­dern auf Emo­tio­nen set­zt. Es geht um Spaß und Span­nung – Worte wie Krieg, Tod und Ter­ror wur­den ver­mieden in den Videos.

Gle­ichzeit­ig wird mit viel Geld und der Möglichkeit zum Studieren gelockt. Wer den Numerus Clausus son­st nicht schafft, kann es nochmal bei der Bun­deswehr ver­suchen, nach dem Mot­to: “Eine Grun­daus­bil­dung schadet ja nicht”. Dann fragten wir, ob die Schüler*innen auch reale Bun­deswehrgeschicht­en ken­nen, und ob es da auch um Spaß und Span­nung gehe. Doch da kom­men dann, oh Wun­der, nur Geschicht­en voller Schmerz, Tod und Blut. Außer­dem wür­den immer noch einige Lehrer*innen Jungoffizier*innen in den Unter­richt ein­laden.

Da fragten wir uns, was wir gegen eine aufkeimende Zunei­gung zu einem so falschen Bild der Bun­deswehr als Schüler*innen tun kön­nten. Grund­sät­zlich muss man sich wohl mit Leuten aus seinem Umfeld auseinan­der­set­zen, und wenn Jungoffizier*innen kom­men, auch die richti­gen Fra­gen stellen. Gegen den Mil­i­taris­mus müssen wir eine bre­ite gesellschaftliche Friedens­be­we­gung schaf­fen und auf die lokalen Akteur*innen der Rüs­tungs­maschiner­ie aufmerk­sam machen.

Mil­i­taris­mus, Krieg und Elend sind uns doch näher, als man das so in seinem alltäglichen Leben wahrn­immt. Und darum wollen wir aus Liebknechts und Lux­em­burgs Han­deln ler­nen, uns für Frieden engagieren und wer­den am Son­ntag zusam­men und mit viel neuem Wis­sen auf die LL-Demo gehen und im Bezug auf die Ver­gan­gen­heit auf heutige Geschehnisse hin­weisen.

Krieg begin­nt hier, been­den wir ihn hier!

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