Jugend

Schüler*innen aus München: "Im Kapitalismus gibt es keine Lösung für die Klimakrise"

Heute findet der internationale Schulstreik für Klimagerechtigkeit statt, in Deutschland unter dem Label: Fridays For Future (FFF). Die Schüler*innenzeitung der marxistischen jugend erklärt, warum auch sie für den Streik mobilisieren.

Schüler*innen aus München:

Was macht den global strike aus?

Die Streikbewegung ‘fridays for future’, die von der Aktivistin und Schülerin Greta Thunberg in Schweden angestoßen wurde, hat Schüler*innen und Student*innen auf der ganzen Welt veranlasst für das Klima zu streiken. Seit einigen Wochen sind hier in München Schüler*innen und Student*innen jeden Freitag auf der Straße anstatt in der Schule oder in der Uni, um für eine Veränderung der aktuellen Klimapolitik und konsequente Maßnahmen seitens der Regierung gegen den Klimawandel zu kämpfen.

Wir fordern ein Ende der Ausbeutung von Mensch und Natur durch die Konzerne zur Profitmaximierung.

Wir fordern einen sofortigen und dauerhaften Schutz des Planeten.

Wir fordern eine Politik, in der die Natur nicht zu kapitalistischen Zwecken ausgenutzt wird.

Wir wissen, dass jetzt etwas getan werden muss. Wir wollen für unsere Zukunft kämpfen. Deshalb streiken diesen Freitag Schüler*innen und Student*innen in über 100 Ländern auf der ganzen Welt zum internationalen Klimastreik, denn gemeinsam sind wir stark und können etwas bewirken.

Wie organisiert ihr euch an eurer Schule?

An unserer Schule ist es leider nicht so leicht Politik zu machen. Unsere Schulleitung unterstützt die Inhalte der Streikbewegung zwar halbherzig, ist aber dagegen, dass Schüler*innen dafür streiken. Sie setzt eher auf schulinterne Aktionen und geht gegen die Schüler*innen, die sich am Streik beteiligen, mit disziplinarischen Maßnahmen vor. Die Einstellung gegenüber den Streiks variiert aber von Schule zu Schule. So haben wir zum Beispiel von Schulen gehört, die die streikenden Schüler*innen unterstützen oder sogar Exkursionen zu den Streikdemonstrationen machen. Letztes Jahr konnten wir tausende Schüler*innen für einen Schulstreik gegen ein neues Polizeiaufgabengesetz mobilisieren. Aus dieser Erfahrung konnten wir viel lernen und gleichzeitig viele Schüler*innen politisieren.

Trotz der Einstellung unserer Schule – der zwar ihr fortschrittlicher und engagierter Ruf wichtig ist, die aber jegliche kämpferische politische Aktivität an unserer Schule nicht toleriert – versuchen wir an unserer Schule unsere Mitschüler*innen zu Streiks und Demos zu mobilisieren. Außerdem sind wir im Aufbau einer schulübergreifenden, politischen Schüler*innenzeitung, mit der wir versuchen, Schüler*innen zu informieren und zu politisieren. Vor ca. einem Monat kam die erste Ausgabe dieser Zeitung heraus.

Wir wollen nun ein Schüler*innenkomitee an unserer Schule aufbauen, da unserer Meinung nach dies ein guter Weg ist, kollektive Forderungen an die Schulleitung zu stellen und das Schulleben demokratischer zu machen.

Warum verbindet die mj den Kampf gegen die Klimakrise mit dem Kampf gegen den Kapitalismus?

Im Kapitalismus gibt es keine Lösung für die Klimakrise, denn der Kapitalismus ist sowohl auf die Ausbeutung der Arbeiter*innen, als auch auf die Ausbeutung der Natur angewiesen. Die Folgen des Klimawandels sind zwar hier in Europa noch nicht so zu spüren, aber in den Ländern der Peripherie sind sie nicht mehr zu übersehen. Der Klimawandel verursacht Naturkatastrophen die Millionen von Menschen dort zwingen ihre Heimat zu verlassen. Es ist die Politik der imperialistischen Staaten, deren große Konzerne die Natur und die Menschen in den Halbkolonien und Kolonien ausbeuten, die für die Zerstörung der Umwelt dort verantwortlich ist. Dieses Verhältnis zwischen den schlechten Arbeitsbedingungen, aus denen die Kapitalist*innen ihren Profit schaffen, und der Ausbeutung der Natur wird in diesen Ländern noch deutlicher. Wie uns das Beispiel vom Dammbruch in Minas Gerais zu Beginn des Jahres zeigt, bei dem das deutsche Unternehmen TÜV Süd eine Mitverantwortung trägt, kennt die Profitgier dieses Systems keine Grenzen. Die neoliberalen Reformansätze der Regierung, die versuchen den Kapitalismus ein wenig grüner zu machen, haben hingegen keine Strategie. Deshalb sehen wir im Kapitalismus keine Lösung der Klimakrise. Der Kampf für das Klima muss also ein antikapitalistischer und antiimperialistischer Kampf sein.

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