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„Rückt die Kohle raus“: 3.000 streiken heute in München, deutlich mehr als erwartet

Heute erreichte die erste Warnstreikwelle des TVöD den Ballungsraum München. 3.000 Arbeiter*innen legten die Arbeit nieder, deutlich mehr als erwartet. Betroffen waren Kindertagesstätten, die Stadtverwaltung, Schwimmbäder, die Müllentsorgung und auch Teile des Städtischen Klinikums.

„Rückt die Kohle raus“: 3.000 streiken heute in München, deutlich mehr als erwartet

2.500 Kolleg*innen sind heute in der Früh gegen 9 Uhr vor das Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstraße gekommen. Zusammen mit 500 weiteren Kolleg*innen streiken sie für einen besseren Tarifvertrag, ungefähr 500 Beschäftigte mehr als erwartet beteiligten sich an dem Streik. Vorne im Zug der Demonstration ist es besonders laut und die Stimmung äußerst ausgelassen. Dort sind die Azubis der ver.di jugend, vor allem aus dem Städtischen Klinikum München. „Rückt die Kohle raus!“ oder „Übernahme, Übernahme, Übernahme“ rufen sie, damit alle ihrer Kolleg*innen auch nach ihrer Ausbildung eine Stelle am Klinikum finden.

Von den Streiks sind vor allem die öffentlichen Kindertagesstätten der Landeshauptstadt München betroffen. Jede zweite Einrichtung bleibt heute komplett geschlossen. Völlig geschlossen bleiben heute die Betriebe der Abfallwirtschaftsbetriebe München (AWM), kein Müllwagen verlässt heute den Hof, kein einziger Hof nimmt heute Müll an. Weitere Beteiligte sind die Arbeiter*innen der Stadtverwaltung und von den Stadtwerken. Dort blieben drei der zehn Schwimmbäder geschlossen, das Dantebad öffnet zudem erst ab 15 Uhr wieder. Außerdem nahmen Beschäftigte des Helmholtz-Instituts am Streik teil.

Neben mehr Gehalt geht es vor allem um mehr gesellschaftliche Anerkennung. Das meint auch Karine (24), sie arbeitet am Integrationskindergarten in Giesing. „Wir wollen heute mit den Streiks etwas bewegen, für bessere Bedingungen streiken. Es geht mir in erster Linie um eine bessere Anerkennung. Wir brauchen auch eine bessere Ausbildung und eine Lohnerhöhung, damit die Arbeit für mehr Leute attraktiv wird.“

Besonders bemerkenswert ist die Teilnahme von einigen hundert Azubis. Um vor allem sie zu unterstützen kam Rorek von den Abfallwirtschaftsbetrieben München: „Ich bin heute da, damit die Jugend mehr kriegt, aber auch wir selbst mehr haben. Sonst kann sich ja keiner die Mieten, vor allem hier in München, leisten.“ Für verbesserungswürdig hält er vor allem die Arbeitsbedingungen älterer Menschen in seinem Betrieb wegen der körperlichen Härte des Jobs.

Im Anschluss bilden die Streikenden eine Menschenkette, um symbolisch den Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) zu umzingeln. Dazu gibt es eine La-Ola-Welle.

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