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Rio de Janeiro: App-Lieferant:innen rufen zum Streik auf

In den letzten Jahren attackieren Unternehmen die Errungenschaften der Arbeiter:innenklasse durch Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse. Nun erstarkt in der ganzen Welt der Klassenkampf. Arbeiter:innen wehren sich im Streik. Wie heute bei Gorillas in Berlin rufen die Arbeiter:innen verschiedener App-Anbieter in Rio de Janeiro am nächsten Montag zum Streik gegen Prekarisierung und Polizeigewalt auf.

Rio de Janeiro: App-Lieferant:innen rufen zum Streik auf
Foto: Jo Galvao / Shutterstock.com

Die Facharbeiterinnen, Lieferant:innen und Fahrer:innen rufen am nächsten Montag, dem 14. Juni in Rio de Janeiro auf zu einem Streik für bessere Arbeitsbedingungen und gegen Polizeirepression.

Dieser Sektor entpuppt sich mit der Mobilisierung „Breque do App“ (auf Deutsch, Appbremse, ein Motto, unter dem es seit dem 1. Juli Demonstrationen in ganz Brasilien und Lateinamerika gab) im letzten Jahr als Avantgarde im Kampf gegen die Prekarisierung der Arbeit, die sich in Händen der Bolsonaro-Regierung nur verschärft.

Die Arbeiter:innen der App-Anbieter rufen zum Streik gegen die Arbeitsbedingungen, die große Unternehmen wie Ifood (eine brasilianische Firma, die einen Appservice anbietet, über den Essen, Medikamente und Einkäufe bestellt werden können) und Uber den Arbeiter:innen aufzwingen. Sie werden schlecht bezahlt und es fehlen selbst grundlegende Arbeitsrechte, während die Unternehmen in der Pandemie Rekordgewinne verzeichnen.

Der Streik der Angestellten der App-Anbieter, die ein essenzieller Sektor sind und seit Beginn der Pandemie nicht aufgehört haben zu arbeiten, leistet auch Widerstand im Kampf gegen Polizeigewalt, die auf Bundes- und Staatsebene in der Amtszeit von Cáudio Castro – Gouverneur des Staats Rio de Janeiro, der dieses Amt als Vizegouverneur nach der Absetzung von Wilson Witzel am 1. Mai erhielt – den mörderischen Charakter der Polizei enthüllt und in dieser Woche nach dem Massaker von Jacarezinho – die blutigste Polizeioperation in der Geschichte der Stadt Rio de Janerio, am 6. Mai dieses Jahres in der Favela Jacarezinho, bei der die meisten Zielpersonen entkommen konnten und hauptsächlich Unbeteiligte starben – ein weiteres Opfer gefordert hat: Kathlen, die schwanger war und Opfer der Kugeln der rassistischen Polizei wurde.

Dieser Artikel erschien erstmals am 10. Juni bei Esquerda Diário.

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