Deutschland

Rheinmetall bereitet Panzer-Deal mit der Türkei vor

Die Bundesregierung hat die Genehmigung für eine weitere Aufrüstung der Türkei durch deutsche Unternehmen vorerst auf Eis gelegt. Doch Rheinmetall schiebt seinen Deal mit der türkischen Firma BMC trotzdem an.

Rheinmetall bereitet Panzer-Deal mit der Türkei vor

Für ein paar Tage war der Auf­schrei groß. Als Ende Jan­u­ar bekan­nt wurde, dass die türkische Armee bei ihrem Angriff auf das kur­dis­che Afrin auch deutsche Leop­ard-2-Panz­er ein­set­zt, beherrschte das The­ma die Schlagzeilen. Die Bun­desregierung sah sich gezwun­gen, die bere­its geplante Aufrüs­tung türkisch­er Panz­er durch den deutschen Konz­ern Rhein­metall vor­erst nicht zu genehmi­gen. Das wird nun Sache der neuen Regierung sein.

Wie das Mag­a­zin der ARD „Report München“ und das Nachricht­en­blatt „Stern“ nun her­aus­fan­den, ließ sich Rhein­metall davon jedoch gar nicht beein­druck­en. Nach­dem sich am 6. Jan­u­ar die Außen­min­is­ter Deutsch­lands und der Türkei, Sig­mar Gabriel und Mevlüt Çavuşoğlu, getrof­fen hat­ten, um über die Nachrüs­tung der türkischen Panz­er zu sprechen, besuchte eine Abor­d­nung des türkischen Unternehmens BMC den Rhein­metall-Fir­men­sitz in Düs­sel­dorf. Offenkundig war man sich bei den deutschen Waf­fen­bauern sich­er, dass die Genehmi­gung der Bun­desregierung kom­men würde, sobald der öffentliche Druck ver­flo­gen sein würde.

Rhein­metall hat aber noch größere Pläne. An der Aufrüs­tung der Türkei will der deutsche Konz­ern noch unmit­tel­bar­er teil­haben, indem sie vor Ort Panz­er pro­duzieren. Damit ließe sich unter Umstän­den auch die Genehmi­gungspflicht durch die Bun­desregierung umge­hen. Ein Joint Ven­ture zwis­chen dem türkischen BMC und der Rhein­metall-Tochter RBSS, an der auch Unternehmen aus Malaysia und der Türkei beteiligt sind, soll das möglich machen. Wie interne Kor­re­spon­den­zen beweisen sollen, die den Redak­tio­nen von „Stern“ und „Report München“ vor­liegen, habe ein Mitar­beit­er von Rhein­metall „mit Nach­druck“ ein Tre­f­fen mit dem türkischen Präsi­den­ten Erdoğan bei BMC einge­fordert. Tat­säch­lich kam es kurz darauf zu diesem Tre­f­fen.

Wed­er die Konz­erne Rhein­metall und BMC, noch das Bun­de­saußen­min­is­teri­um woll­ten sich auf Anfrage von „Stern“ und „Report München“ dazu äußern. Ihre Tak­tik scheint weit­er­hin aus Abwarten und Schweigen zu beste­hen.

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