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Regierungsparteien und Faschist*innen demonstrieren in Barcelona für die Einheit Spaniens [mit Bildern]

Heute Morgen sind mehrere hunderttausend Menschen durch Barcelona demonstriert. Sie schwenkten die rot-gelben Fahnen des spanischen Staates und zeigten Hitlergrüße. Sie forderten eine autoritäre Lösung der katalanischen Krise.

Regierungsparteien und Faschist*innen demonstrieren in Barcelona für die Einheit Spaniens [mit Bildern]

Sie riefen Parolen für die Ein­heit Spanien und gegen die Unab­hängigkeit Kat­aloniens. Sie forderten die Ver­haf­tung der kata­lanis­chen Regierung. Sie ver­langten die Aus­ru­fung eines Aus­nahme- oder Not­standes (Artikel 155 und 156 der spanis­chen Ver­fas­sung). Heute mor­gen sind mehrere hun­dert­tausend Men­schen durch die Mitte von Barcelona demon­stri­ert. Sie schwenk­ten die rot-gel­ben Fah­nen des spanis­chen Staates und zeigten Hit­ler­grüße.

 

Am Front­trans­par­ent liefen die kata­lanis­chen Sek­tio­nen der spanis­chen Parteien PP (Volkspartei), PSOE (Sozialdemokratie) und Cs (Bürg­er­partei). Aber auch die Min­is­ter­präsi­dentin der Region Madrid, Cristi­na Cifuentes, war dabei, genau­so wie der Cs-Vor­sitzende Albert Rivera. Die Parteien hat­ten Demonstrant*innen aus dem ganzen spanis­chen Staats­ge­bi­et nach Barcelona gekar­rt.

Zusam­men mit ihnen liefen recht­sex­treme Grup­pen wie die Falange, die “Nationale Demokratie”, Somatemps und Vox.

Diese recht­en Demonstrant*innen ver­sam­melten sich vor ein­er Kaserne der Guardia Civ­il, der paramil­itärischen Polizei, die die Speer­spitze der Repres­sion gegen das Ref­er­en­dum am 1. Okto­ber darstellte. Immer wieder kam es zu Zeichen der Ver­brüderung zwis­chen den Recht­sex­tremen und den staatlichen Ord­nung­shütern.

Die Organisator*innen sprachen von 950.000 Men­schen, während die “urbane Garde”, die der Stadtver­wal­tung unter­ste­ht, lediglich 350.000 zählte. Aber San­ti­a­go Lupe von unser­er Schwest­er­seite IzquierdaDiario.es war vor Ort und zählte nicht mehr als 250.000 Teilnehmer*innen.

Laut spanis­chen Medi­en zeigte sich hier die “stille Mehrheit” Kat­aloniens, die gegen die Unab­hängigkeit eingestellt sei. Doch heute waren deut­lich weniger Men­schen auf den Straßen als beim Gen­er­al­streik am 3. Okto­ber.

Nichts­de­strotrotz han­delt es sich um die größte Mobil­isierung bish­er zur Unter­stützung ein­er reak­tionären Lösung der kata­lanis­chen Krise. Die Zen­tral­regierung set­zt nicht nur auf die Repres­sion­skräfte, son­dern hält auch die Option offen, zivile Stoßtrup­ps gegen die Unab­hängigkeits­be­we­gung zu organ­isieren.

Die kata­lanis­che Nation hat ihren Willen zur Unab­hängigkeit verkün­det. Doch die spanis­che Großbour­geoisie bekämpft das Recht auf Selb­st­bes­tim­mung mit Polizei, Mil­itär, Kap­i­talflucht, Dro­hun­gen der Europäis­chen Union und nun auch recht­sex­tremen Mobil­isierun­gen.

Gegen dieses große Bünd­nis der Reak­tion sind die Hoff­nun­gen der kata­lanis­chen Regierung und der reformistis­chen Parteien auf eine “Ver­hand­lungslö­sung” zum Scheit­ern verurteilt.

Das Selb­st­bes­tim­mungsrecht ist nur durch die unab­hängige Mobil­isierung und Selb­stor­gan­isierung der Arbeiter*innen in den Arbeit­splätzen, in den Schulen und Unis sowie in den Wohn­vierteln zu gewährleis­ten.

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