Open Borders – Open University: Unistreik an der FU

11.05.2016, Lesezeit 3 Min.
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Auch Studierende waren am bundesweiten Azubi-, Schul- und Unistreik beteiligt. In Berlin mobilisierte sich vor allem die Freie Universität, um gegen den Rassismus der AfD und der Bundesregierung zu protestieren.

In den Wochen vor dem Streik wurde die Universität mit Plakaten und Mobiaktionen, wie Livekonzerten an verschiedenen Orten auf dem Campus, auf den Streik vorbereitet. Dies gipfelte am Tag vor dem Streik in einer studentischen Vollversammlung, in welcher vor allem darüber diskutiert wurde, wie man die Uni soweit politisieren kann, dass endlich wieder Hörsäle besezt werden und die Uni sich gegen die herrschenden Verhältnisse stellt. Denn es waren mit etwas über 60 Studierenden nur ein winziger Bruchteil der Uni gekommen. Von einer Vollversammlung kann nicht mal symbolisch gesprochen werden.

Dennoch wollten die Studierenden am Tag darauf ein erstes Zeichen setzen. Bestehende politische Gruppen wie die RKJ (Revolutionär-Kommunistische Jugend) oder la:iz schlossen sich gemeinsam mit unabhängigen Studierenden zu einem #uniblock zusammen. Dieser blieb eher klein: Über die Kreise der politisch organisierten Uniaktivist*innen hinaus waren nur wenige gekommen. Auch die vielen linkradikalen Studis, die außerhalb der Uni Politik machen, blieben größtenteils aus.

Im #uniblock wurde trotzdem mit viel Lärm und eigenen Transparenten die Einheit von Arbeitenden und Studierenden sowie der volle und uneingeschränkte Hochschulzugang für Geflüchtete gefordert. Ein Höhepunkt waren die Verlesungen der Grußbotschaft der gewerkschaftlichen Basisgruppe ver.di aktiv von der BVG und der Arbeiter*innen des Botanischen Gartens. Sie ließen ihre volle Solidarität mit dem Streik verlauten. Dies war nur durch die vorherige Unterstützung von Studierenden mit dem Arbeitskampf am Botanischen Garten möglich geworden. Denn nur so waren die Arbeiter*innen und Studierenden in Kontakt gekommen und hatten von ihren jeweiligen Kämpfen berichtet.

Warum die Uni politisch so langweilig ist, und wie wir das überwinden können, ist eine offene Frage. Klar ist aber, dass wir uns auch an der Uni in unserem Kampf nicht auf den Rassismus der AfD beschränken dürfen. Wir müssen auch den staatlichen Rassismus ins Visier nehmen. Denn dieser Staat ist es, der Menschen abschiebt und ihnen den Zugang zur Uni verweigert. Außerdem zeigt die Erfahrung der Solidarität mit dem Arbeitskampf am Botanischen Garten im Kleinen auf, wie zentral es für Studierende ist, die Einheit mit den Arbeiter*innen herzustellen.

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