Newroz Piroz be: Feste trotz Repression [mit Fotogalerie]

22.03.2017, Lesezeit 3 Min.
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In Kurdistan und auf der ganzen Welt haben Newrozfeiern stattgefunden. In der Türkei und Kurdistan stand der Slogan „Wir werden unbedingt gewinnen!“ im Vordergrund.

Durch den Aufruf von vielen kurdischen Organisationen versammelten sich hunderttausende Menschen in der Türkei und Kurdistan, um das Eintreffen des Frühlings zu feiern. Es gab auch in diesem Jahr wieder Sperrungen und Verbote seitens des türkischen Staates. Traditionell kurdische Kleidungen, sowie das Tragen kurdischer Farben, wurden auf den Feierplätzen oft nicht erlaubt.

Newrozfeuer wurde in zahlreichen Städten, wie Diyarbakır, İstanbul, İzmir und Hakkari angezündet. Hunderte Menschen trugen Schilder mit der Aufschrift „Na/Hayır“ (Nein) in kurdischer und türkischer Sprache in Bezug auf das bevorstehende Referendum, bei dem das Präsidialsystem abgestimmt werden soll.

In Diyarbakır fanden die Feiern unter Repression statt. Trotzdem nahmen über 100.000 Menschen an der Feier teil. Vor Beginn des Programms, griff die Polizei Menschen in traditionell kurdischen Kleidern mit Pfefferspray an und erlaubte ihnen keinen Zugang zum Platz. Beim Durchmarsch war es zudem nicht erlaubt, Nein-Flyer zu verteilen. Bei der Kundgebung wurde eine gemeinsame Erklärung der inhaftierten HDP Co-Vorsitzenden, Selehattin Demirtaş und Figen Yüksekdağ, vorgelesen. Bei der Erklärung wurde betont, dass der Kampf trotz der Unterdrückung und dem Despotismus weitergeht und das Newroz in dieser Hinsicht gefeiert werden soll.

Außerdem wurde in Dicle Universität die studentisch organisierte Newrozfeier von der Polizei unterbunden. Dabei kam es zur Festnahme von 16 Studierenden.

In Istanbul blieben die Feierlichkeiten bis zum letzten Moment verboten. Es fand jedoch statt, nachdem viele Organisationen und die kurdische Basis erklärt haben, dass sie das Verbot nicht anerkennen werden. In Hakkari wurde die Feier von der Polizei mit Pfeffergas und Panzerwagen angegriffen, über zehn Personen wurden festgenommen.
Auch in Deutschland fanden Feierlichkeiten statt. In Frankfurt kamen über 30.000 Menschen aus zahlreichen Städten zusammen. Nachdem die Bundesregierung die Symbole und Fahnen sämtlicher kurdischer Organisationen und Vereine verboten hatte, erklärten die kurdischen Organisationen, dass sie das Verbot nicht anerkennen werden. Auf der Feier in Frankfurt war diese Haltung klar zu sehen.

Newroz wird von vielen Völkern des Nahen Ostens gefeiert. Für Kurd*innen hat es jedoch eine besondere Bedeutung. Es ist auch ein Symbol für die Wiederauferstehung kurdischer Identität, die jahrelang abgelehnt, unterdrückt und zu assimilieren versucht wurde und bis heute wird. Die Newrozfeier blieb in der Türkei jahrelang verboten. Während der Newrozfeier 1992 wurden über 100 Menschen bei einem Massaker in Cizre von türkischen Sicherheitskräften ermordet.

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