Brot und Rosen

Nein zur Entlassung von Rozenn! Wenn sie eine:n von uns angreifen, stehen wir auf und kämpfen!

Rozenn, Studentin und Arbeiterin bei Chronodrive, ist von Kündigung bedroht, nachdem sie einen entschiedenen Kampf gegen sexistische und sexuelle Gewalt in ihrem Laden geführt hat. Das revolutionäre feministische Kollektiv Du Pain et des Roses, in dem sie Mitglied ist, bekräftigt in einem Schreiben ihre Solidarität.

Nein zur Entlassung von Rozenn! Wenn sie eine:n von uns angreifen, stehen wir auf und kämpfen!
Rozenn bei einer Demonstration Foto: Hector Passat

Unsere Genossin Rozenn, eine 19-jährige Studentin, Arbeiterin bei Chronodrive und Aktivistin im feministischen Kollektiv Du pain et des roses, wurde mit Blick auf eine mögliche Entlassung freigestellt. Diese Unterdrückung, die das Management mit der Missbilligung eines Tweets von Rozenn rechtfertigt, in dem sie die Lebensmittelverschwendung bei Chronodrive anprangert, folgt eigentlich auf einen Kampf, den sie als Gewerkschafterin bei GCT Chronodrive gegen sexistische und sexuelle Gewalt in ihrem Laden geführt hat.

Mit ihren Kolleg:innen prangerte sie die Rolle des Managements an, das sich dieser Tatsachen bewusst war, sie aber ignorierte und schwieg. Angesichts dieser Untätigkeit organisierten sie sich, um kollektiv Verantwortung für das Thema geschlechterspezifische Gewalt zu übernehmen: Rozenn unterstützte Frauen, die Opfer von Belästigung und Aggression wurden, führte Zeugniskampagnen durch und unterstützte ihre Kolleginnen bei den vielen Treffen mit dem Management.

Diese Entlassung kommt in einem Kontext, der von einer Welle der Anprangerung von sexistischer und sexueller Gewalt in großem Umfang geprägt ist. In Unternehmen, politischen Studieninstituten oder innerhalb der Familie haben sich Tausende von Opfern zu Wort gemeldet, um diese Gewalt und ihre strukturelle Natur anzuprangern, hinter den Hashtags #MeTooInceste #SciencePorcs sowie #MeTooGay. Diese Zeugnisse offenbaren das systematische Schweigen der Opfer, die Art und Weise, wie sie im besten Fall von der Geschäftsleitung (von Unternehmen oder Universitäten) ignoriert und im schlimmsten Fall unterdrückt werden, ebenso wie vom Staat, seiner Polizei und seiner Justiz, deren zutiefst patriarchalischer Charakter kaum noch offensichtlicher zu Tage kommen kann. Genau das zeigt der Fall von Rozenn: Weil sie es gewagt hat, die patriarchalische kapitalistische Ordnung anzugreifen, wird sie von ihrem Management niedergeschlagen und mit Sanktionen bedroht.

Im weiteren Sinne hat die Gesundheitskrise ein Licht auf die zentrale Rolle der „Ersten im Dienst“ geworfen, die die Gesellschaft am Laufen halten, an vorderster Front in Sektoren wie Bildung, Gesundheit oder Masseneinzelhandel – Sektoren, die größtenteils von Frauen dominiert werden – und dennoch täglich von ihrem Management und vom Staat verachtet werden. Dies ist der Fall bei den Chronodrive-Arbeiter:innen, bei denen es sich meist um Studierende handelt, die mit prekären Verträgen eingestellt werden und unter schwierigen Bedingungen arbeiten (höllisches Tempo, hoher Druck, sehr „körperliche“ Arbeit…).

Rozenns Repression offenbart die ganze Heuchelei des Großkapitals: Dieselben Leute, die versuchen, eine 19-jährige Studentin zu feuern, bauen ihr Vermögen auf dem Rücken von prekären Arbeiter:innen auf, in Frankreich, aber auch in vielen anderen Ländern, wo sie als Vermittler für den Imperialismus fungieren, indem sie billige Arbeitskräfte ausbeuten, und die gleichzeitig versuchen, ihr Image zu verbessern, indem sie in ihren Supermärkten Werbestunts machen, die auf prekäre Student:innen abzielen. Und das, obwohl der Umsatz der Mulliez-Gruppe, zu der Auchan und die Tochtergesellschaft Chronodrive gehören, in Milliardenhöhe gezählt wird.

Heute ist der Angriff auf Rozenn ein Angriff auf die Generation, die sich weigert, zu schweigen und sich mit der Gewalt abzufinden, die eine Gesellschaft in der Krise produziert! Es geht darum, die Frauen anzusprechen, die täglich gegen sexistische und sexuelle Gewalt kämpfen! Es geht darum, alle Jugendlichen anzusprechen, die derzeit gegen das Prekariat kämpfen. Und es ist diese Kampffähigkeit, die sie zu ersticken versuchen, indem sie die Entlassungen und repressiven Verfahren gegen gewerkschaftliche und feministische Aktivist:innen vervielfachen.

Es ist unerlässlich, dass alle feministischen Organisationen, alle Parteien und Gewerkschaften, aber auch alle, die Kampagnen zur Anprangerung von sexistischer und sexueller Gewalt unterstützt haben, heute gegen die Repression, der Rozenn ausgesetzt ist, und gegen ihre Entlassung aufstehen. Damit sie verstehen, dass sie, wenn sie eine:n von uns berühren, uns alle berühren: Lasst uns Rozenn unterstützen!

Zur Unterstützung der Kampagne:

Unterschreibt die Petition gegen die Entlassung von Rozenn und für die Aufhebung der Sanktionen!
Redet in den sozialen Netzwerken über die sexistische und sexuelle Gewalt, die uns an unseren Arbeitsplätzen auferlegt wird, mit den Hashtags #SoutienRozenn #TuNesPasSeule!

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