Jugend

Nazi-Aufmarsch in Spandau erfolgreich blockiert! [mit Video und Bildern]

Der Rudolf-Heß-Gedenkmarsch am Samstag in Berlin wurde von tausenden Antifaschist*innen verhindert. Hunderte Antifaschist*innen zeigen allen noch einmal, wem die Straßen gehören.

Nazi-Aufmarsch in Spandau erfolgreich blockiert! [mit Video und Bildern]

Am Sam­stag trafen sich hun­derte Nazis, um sich an den Hitler-Stel­lvertreter Rudolf Heß zu erin­nern. Der Heß-Gedenkmarsch ist tra­di­tionell ein Anlass zur Zusam­menkun­ft für den Boden­satz der deutschen und europäis­chen faschis­tis­chen Recht­en. Auch die drei bekan­ntestenn NSU-Terrorist*innen Zschäpe, Mund­los und Böhn­hardt hat­ten in der Ver­gan­gen­heit am Heß-Marsch teilgenom­men. Es ist eine Demon­stra­tion von verkomme­nen Leuten, für die der Mord an nicht-weißen, homo­sex­uellen, jüdis­chen, mus­lim­is­chen, lib­eralen und linken Men­schen eine Helden­tat ist.

Diese tra­di­tionelle Demon­stra­tion der Anhänger*innen des Nation­al­sozial­is­mus war jahre­lang ver­boten. Jedoch durften die Nazis dieses Jahr in Span­dau an einen der größten Ver­brech­er der Geschichte gedenken. Auf ihrem Front­trans­par­ent stand: „Wir bereuen nichts.“ Ihr Ziel war vor dem Kriegsverbrecher*innengefängnis eine Kundge­bung zu machen, wo Heß Selb­st­mord beg­ing.

Live von der antifaschis­tis­chen Demo in Spandau.#B1908

Opslået af Klasse Gegen Klasse på 19. august 2017



Tausende Gegendemonstrant*innen kamen in den frühen Mor­gen­stun­den in ver­schiede­nen Bahn­höfen Berlins zusam­men, um gemein­sam nach Span­dau zu fahren. Um 11 Uhr ging die Gegen­demon­stra­tion vom S‑Bahnhof Span­dau los, während die Nazis schon auf der südlichen Seite des Bahn­hofs auf ihren Auf­marsch, der um 12 Uhr anfan­gen sollte, warteten.

Die Rev­o­lu­tionär-kom­mu­nis­tis­che Jugend (RKJ) und die Rev­o­lu­tionäre Inter­na­tion­al­is­tis­che Organ­i­sa­tion (RIO) liefen gemein­sam mit anderen Grup­pen der radikalen Linken in dem ersten Block. Dieser Block hat­te einen deut­lich antikap­i­tal­is­tis­chen Auftritt, sodass zwei Parolen beson­ders im Vorder­grund standen: „Hin­ter dem Faschis­mus ste­ht das Kap­i­tal, der Kampf um Befreiung ist inter­na­tion­al!“ – „Gegen den Kon­strukt aus Volk, Nation und Rasse, für uns gibt’s nur eins: Klasse gegen Klasse!“

Vor dem ehe­ma­li­gen Kriegsverbrecher*innengefängnis sollte eine Gegenkundge­bung stat­tfind­en, zu der die Demon­stra­tion lan­den soll. Als die Demo zu der Kreuzung kam, an der sich die Routen der bei­den Demos schnit­ten, sper­rte die Polizei die Straße. Darauf gin­gen die Antifaschist*innen durch Neben­straßen und teil­ten sich dazu in mehrere Grup­pen. Nach kurz­er Zeit schafften sie es, auf die Kloster­straße zu gelan­gen, auf der die Nazis laufen woll­ten.

Immer wieder gab es Block­ade­v­er­suche von Aktivist*innen, die sich auf die Straße legten. Kurz nach 12 Uhr gelangten hun­derte Antifaschist*innen auf die Kloster­straße und block­ierten erfol­gre­ich die Route der Nazis. Die Bullen kon­nten die Straße nicht mehr frei­hal­ten und haben die Nazis zurück zum Bahn­hof esko­rtiert. Die Nazis kon­nten so nur 150 Meter laufen.

So wurde am Sam­stag ein weit­er­er Nazi-Auf­marsch ver­hin­dert. Ein sehr wichtiger Teil des Kampfs gegen faschis­tis­che Kräfte ist der Kampf auf der Straße, wie hier in Form von Demoblock­aden. Je weniger Wider­stand sie bekom­men, desto mehr trauen sie sich auch, auf die Straße zu gehen, desto mehr Anschläge find­en statt.

Der Wahl von bürg­er­lichen Parteien gegen die Rechte ist keine Lösung. Während die AfD Abschiebun­gen fordert, sind es die regieren­den bürg­er­lichen Parteien, die sie durch­führen und Asylge­set­ze ver­schär­fen. Der Kampf gegen faschis­tis­che und pro­to-faschis­tis­che Kräfte auf der Straße in Form von Block­aden und Gegen­demon­stra­tio­nen muss mit dem Auf­bau ein­er Arbeiter*innenbewegung ver­bun­den sein. Nur die organ­isierten Arbeiter*innen kön­nen die Abschiebun­gen und impe­ri­al­is­tis­che Inter­ven­tio­nen erfol­gre­ich ver­hin­dern, den Kap­i­tal­is­mus stürzen und die Gesellschaft auf sozial­is­tis­ch­er Grund­lage im Inter­esse der Unter­drück­ten und Lohn­ab­hängi­gen neu organ­isieren.

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