Unsere Klasse

Müller und Kollatz-Ahnen verstecken sich vor Streikenden

Am Mittwoch streikten erneut rund 200 Kolleg*innen der CFM und der VSG gemeinsam. Ihre Streikdemonstration begann vor dem Kurt-Schumacher-Haus der SPD im Wedding und zog zum Aufsichtsrat der Charité in Mitte, wo der regierende Bürgermeister Müller und Finanzsenator Kollatz-Ahnen mit lautstarken Protest empfangen wurden.

Müller und Kollatz-Ahnen verstecken sich vor Streikenden

Vor dem Kurt-Schu­mach­er-Haus der SPD sam­meln sich um 8.30 Uhr zahlre­iche Beschäftigte mit ver.di-Westen, Fah­nen, Trillerpfeifen und Trompe­ten. Auf ihren Trans­par­enten kri­tisieren sie den Sen­at für das Lohn­dump­ing in öffentlichen Ein­rich­tun­gen und fordern einen Tar­ifver­trag wie im Öffentlichen Dienst. Sie gehören zur Char­ité Facil­i­ty Man­age­ment (CFM) und der Vivantes Ser­vice Gesellschaft (VSG). Bei­des sind aus­ge­lagerte Tochter­fir­men von Berlin­er Kranken­häusern, die nur existieren, weil in ihnen niedrigere Löhne als in den Mut­terge­sellschaften gezahlt wer­den kön­nen.

Der Ort des mor­gendlichen Tre­f­fens ist nicht zufäl­lig gewählt, schließlich ist die SPD mitver­ant­wortlich für die Grün­dung von CFM und VSG. Seit deren beste­hen waren die Sozialdemokrat*innen unun­ter­brochen Teil des Sen­ats. Doch für eine Kundge­bung bleibt keine Zeit, schließlich wollen die Streik­enden rechtzeit­ig vor Beginn der Auf­sicht­sratssitzung an der Char­ité sein – und vorher soll noch eine Streikver­samm­lung stat­tfind­en.

Also stellen sich die rund 200 Kolleg*innen auf und starten ihre Demon­stra­tion in Rich­tung des zen­tralen Char­ité-Cam­pus. Vor­bei am Naturkun­de­mu­se­um und dem Haupt­bahn­hof schallt es laut durch die Straßen: „Tar­ifver­trag, jet­zt!“

Es ist der dritte gemein­same Streik­tag von VSG und CFM seit dem 28. Juni, als bei­de Belegschaften nach län­ger­er Pause wieder zusam­men auf die Straße gin­gen.

Am Cam­pus Mitte angekom­men, geht es nach kurz­er Pause weit­er zu den Streikver­samm­lun­gen. Ein wichtiges The­ma: Der erneute Vorstoß von Bürg­er­meis­ter Müller, den CFM-Beschäftigten 11 Euro Stun­den­lohn anzu­bi­eten. In eini­gen Wort­mel­dun­gen und anschließen­den Gesprächen machen die Streik­enden klar: Das wäre längst nicht genug. Auch wenn eine schnelle Erhöhung her muss, brauchen sie langfristig eine deut­lichere Steigerung.

Um ihren Forderun­gen Nach­druck zu ver­lei­hen, zogen die Streik­enden vor das Friedrich-Althoff-Haus am Ein­gang zum Char­ité-Gelände. Dort soll­ten die Mit­glieder des Auf­sicht­srats, ins­beson­dere Michael Müller und Finanzse­n­a­tor Kol­latz-Ahnen (bei­de SPD) an ihre Ver­ant­wor­tung für die Arbeits­be­din­gun­gen bei der CFM erin­nert wer­den.

Unter­stützung beka­men die Streik­enden dabei gle­ich von zwei stu­den­tis­chen Grup­pen: Den Kri­tis­chen Mediziner*innen und den Stu­den­tis­chen Beschäftigten, die sich ger­ade in einem Arbeit­skampf für einen besseren Tar­ifver­trag befind­en.

Bei der Kundge­bung vor dem Auf­sicht­srat gibt es mehrere Reden, die die kämpferische Stim­mung befeuern. CFM-Betrieb­sratsvor­sitzen­der Maik Sos­nowsky, macht dabei noch ein­mal deut­lich, wofür die Kolleg*innen seit Jahren kämpfen:

„Es wird an der Char­ité keine Ruhe geben, solange wir von unseren Löh­nen nicht leben kön­nen! Müller ver­spricht uns jet­zt 11 Euro aber er weiß eigentlich, dass das nicht reichen wird, um uns vor der Alter­sar­mut zu bewahren. Ander­er­seits kann sich wahrschein­lich eh nie­mand von denen im Auf­sicht­srat vorstellen, wie es ist, am Ende des Monats trotz Arbeit noch auf Hartz IV angewiesen zu sein.“

Als Müller und Kol­latz-Ahnen ein­tr­e­f­fen, wer­den sie mit Buh-Rufen und Pfif­f­en begrüßt. Sie machen aber auch keinen Hehl daraus, dass sie sich für die Anliegen der Beschäftigten her­zlich wenig inter­essieren. Aus ihrer schwarzen Lim­ou­sine ver­suchen sie, so schnell wie möglich ins Gebäude zu kom­men. Müller ignori­ert die Protestieren­den völ­lig. Kol­latz-Ahnen lässt sich kurz von einem Streik­enden ansprechen, schlägt diesem dann aber auch die Tür vor der Nase zu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.