Mitarbeiter schlägt Kundin: Rassistische und sexistische Gewalt im REWE

23.08.2025, Lesezeit 2 Min.
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Quelle: Wirestock Creators / Shutterstock.com

Am 18. August wurde in einem Berliner REWE eine Frau geschlagen, sie musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Am Montagabend wurde in einem REWE in Berlin-Lichtenberg eine vietnamesische Frau von einem Mitarbeiter geschlagen. Die 37-Jährige war mit ihren zwei Kindern (drei und zehn Jahre) einkaufen. Die Kinder sollen mehrere Packungen aus dem Regal genommen und nicht richtig wieder einsortiert haben. Der Supermarktangestellte jagte laut einem Augenzeugenbericht auf TikTok die Kinder durch die Gänge. Als ein Nudelpaket herunterfiel, nahm der Mann dies zum Anlass, körperlich gewalttätig gegenüber der Mutter zu werden. Sie wurde von dem Mitarbeiter rumgeschubst und danach schlug er ihr ins Gesicht. Laut dem Tagesspiegel konnte sie daraufhin auf einem Ohr nichts mehr hören und musste von Sanitäter:innen ins Krankenhaus gebracht werden. Ihre beiden Kinder mussten alles mit ansehen. 

Im Tagesspiegel werden ebenfalls Kund:innen des Marktes zitiert, die im Internet von rassistischen Erfahrungen dort berichten. Dass eine Frau dort geschlagen wird, ist jedoch eine neue Eskalationsstufe rassistischer und patriarchaler Gewalt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder sich nicht immer so verhalten, wie Erwachsene es gerne sehen würden. Dies rechtfertigt jedoch in keinster Weise Gewalt gegen Kinder oder ihre Eltern. 

Der Mitarbeiter wurde inzwischen entlassen und REWE hat ein Statement veröffentlicht, laut dem sie „keine Form von Diskriminierung oder Gewalt“ tolerieren. Diese schreckliche Tat ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom der im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks immer weiter eskalierenden Gewalt gegen Frauen und Migrant:innen. So ist laut einer im Dezember 2024 veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Menschenrechte die Zahl der Gewalttaten gegenüber Frauen seit 2019 im Schnitt jedes Jahr etwas gestiegen. Dies bezieht sich nur auf die offiziell gemeldeten Fälle, die Dunkelziffer dürfte viel höher sein.

Um rassistische und sexistische Gewalt zu bekämpfen, müssen wir also auch gegen den Rechtsruck kämpfen, der nicht nur die gesellschaftliche Stimmung nach rechts radikalisiert und Gewalt gegen marginalisierte Menschen fördert, sondern auch im selben Atemzug Kriegspropaganda und die damit einhergehende Gewalt gegen Menschen normalisiert. Wie das genau miteinander zusammenhängt und was auch Kürzungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich damit zu tun haben und wie wir diesen Wahnsinn stoppen können, könnt ihr hier lesen.

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