Frauen und LGBTI*

Mexiko: Größter Frauenkampftag des 21. Jahrhunderts [mit Fotogalerie]

In Mexiko-Stadt sind am Mittwoch 10.000 Frauen auf die Straße gegangen, als Teil des internationalen Frauenstreiks. Die sozialistische Frauenorganisation "Pan y Rosas" (Brot und Rosen) organisierte einen Block von 500 Jugendlichen und Arbeiter*innen.

Mexiko: Größter Frauenkampftag des 21. Jahrhunderts [mit Fotogalerie]

Die ganze Allee war lila: Zehn­tausend Frauen ver­sam­melten sich am Mittwoch Nach­mit­tag auf der zen­tralen Straße von Mexiko-Stadt, der “Paseo de la Refor­ma”. Studierende, Arbeiter*innen, Trans-Men­schen, Kinder und auch Män­ner waren dabei, mit Fah­nen der Bewe­gung #NiU­na­Menos und end­los vie­len selb­st­ge­mal­ten Schildern – und ganz viel vio­let­ter Klei­dung. Wie zur Begrüßung tru­gen die in der Stadt typ­is­chen Jacaran­da-Bäume ihre pur­pur­nen Blüten.

“Es ist kein Feiertag, es ist ein Kampf­tag!”, riefen die Demonstrant*innen. Unun­ter­brochen wur­den Parolen gerufen auf dem drei Kilo­me­ter lan­gen Weg vom “Unab­hängigkeit­sen­gel” bis zum Denkmal für Ben­i­to Juarez. Es hieß:

  • “Wir wollen keine Blu­men, wir wollen Rechte!”
  • “Wir müssen dieses patri­ar­chale Sys­tem abtreiben!”
  • “Die Sex­is­ten wer­den zit­tern – ganz Lateinameri­ka wird fem­i­nis­tisch!”

“Es ist der größte Frauenkampf­tag vom 21. Jahrhun­dert”, sagte die Aktivistin Xara Almonte. Der Proteste richtete sich gegen Fem­izide – jeden Tag wer­den sieben Frauen in Mexiko ermordet. Genau­so gegen prekäre Arbeit, niedrige Löhne und All­t­ags­sex­is­mus. Die Demon­stra­tion hat­te aber auch einen anti­im­pe­ri­al­is­tis­chen Charak­ter, mit vie­len Losun­gen gegen Abschiebun­gen sowie gegen US-Präsi­dent Don­ald Trump und seine Mauer.

Mar­i­ana Ramirez, Geschichts­dozetin an der nationalen Uni­ver­sität, lief ganz schwarz ange­malt mit einem pinken Herz auf der Brust und ein­er Stan­darte von Rosa Lux­em­burg in der Hand. Neben ihr lief eine Genossin mit ein­er Clara-Zetkin-Stan­darte. “Die schwarze Farbe erin­nert an die 146 Arbei­t­erin­nen, die 1911 bei einem Fab­rik­brand in New York gestor­ben sind”, erk­lärte sie.

Die sozial­is­tis­che Frauenor­gan­i­sa­tion “Pan y Rosas” (Brot und Rosen) hat­te einen Block mit 500 Men­schen, mit Del­e­ga­tio­nen von Schulen, Fakultäten und Arbeit­splätzen. Sulem Estra­da von “Pan y Rosas”, ehe­ma­lige Kan­di­datin für die Kon­sti­tu­ierende Ver­samm­lung von Mexiko-Stadt, erk­lärte auf der Abschlusskundge­bung: “Wir brauchen eine antikap­i­tal­is­tis­che, inter­na­tion­al­is­tis­che und rev­o­lu­tionäre Frauen­be­we­gung!” Nur mit einem Gen­er­al­streik kön­nte man die Angriffe des Impe­ri­al­is­mus, der Regierung und der Unternehmen auf die Rechte der Frauen zurückschla­gen.
“Imperialist*innen raus aus Lateinameri­ka” rief sie, aber auch: “Unsere Ver­bün­dete sind die Arbeiter*innen in den Vere­inigten Staat­en.” Pan y Rosas lädt zu ein­er Ver­samm­lung antikap­i­tal­is­tis­ch­er Frauen am 25. März ein. Der Frauenkampf­tag endete mit einem Straßenthe­ater über den Fab­rik­brand von 1911, das von Aktivistin­nen von “Pan y Rosas” aufge­führt wurde.

Ver­anstal­tung: 1917 und 2017 — vom Frauen­streik zur Rev­o­lu­tion

Sam­stag, 18. März 2017
Ver­samm­lungsraum im Mehring­hof
Gneise­naus­tr. 2a, 10961 Berlin (U‑Mehringdamm)
Beginn: 18 Uhr
Ver­anstal­tung bei Face­book

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