Geschichte und Kultur

Lehren aus Deutschland

Warum die Ein­heit der Arbei­t­erIn­nen im Kampf gegen Faschis­mus notwendig ist

Lehren aus Deutschland

// Warum die Ein­heit der Arbei­t­erIn­nen im Kampf gegen Faschis­mus notwendig ist //

Wie kon­nten die deutschen FaschistIn­nen siegen und die deutsche Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung im Blut ertränken? Es ist klar, dass es nicht die vie­len „dum­men“ Arbeit­slosen waren, die den tollen Red­ner Hitler an die Macht gewählt haben. Selb­st unter bürg­er­lichen His­torik­erIn­nen ist unum­strit­ten: Nicht die Wahler­folge, son­dern die Unter­stützung durch bedeu­tende Teile des Großkap­i­tals brachte die Nazis im Jan­u­ar 1933 an die Macht. Doch die Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung wäre stark genug gewe­sen, die faschis­tis­che Gefahr den­noch hin­wegzufe­gen. Ihre vere­inte Aktion, das Lahm­le­gen des Lan­des und das organ­isierte Vorge­hen gegen den Ter­ror der NSDAP hätte Ver­fol­gung und Ver­nich­tung ver­hin­dern kön­nen.

Die SPD- und die Gew­erkschafts­führun­gen gaben ein ger­adezu arm­seliges Schaus­piel. Zwar war ihr erk­lärtes Ziel damals noch die Errich­tung ein­er sozial­is­tis­chen Gesellschaft, doch waren sie Organ­i­sa­tio­nen des Klassenkom­pro­miss­es, d.h. der Ver­söh­nung der Lohn­ab­hängi­gen mit dem Kap­i­tal. Durch die kap­i­tal­is­tis­che Krise, die Ende der 1920er Jahre begonnen hat­te, war diese Poli­tik völ­lig unmöglich, was sich auch in Wahl- und Mit­gliederver­lus­ten spiegelte. Den­noch war die Sozialdemokratie auch 1933 noch die stärk­ste Kraft der Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung. In den Augen der Spitzenkräfte von Gew­erkschafts­bund und SPD waren die „Kozis“ von der KPD min­destens genau­so gefährlich wie die Nazis.

Darum hat­ten die feinen sozialdemokratis­chen FührerIn­nen auch kein großes Prob­lem damit, als sich nach Hitlers Mach­tantritt der Naziter­ror in aller Härte gegen die Kom­mu­nistIn­nen ent­fal­tete. Die Gew­erkschafts­führun­gen ver­sucht­en sich sog­ar an die Nazi-Regierung anzu­biedern, bis, nach gemein­samen 1.Mai-Feiern zum „Tag der deutschen Arbeit“, am 2. Mai 1933 ab 10 Uhr SA, SS und Polizei in die schwarz-weiß-rot beflag­gten Gew­erkschaft­shäuser ein­drangen. Der Angriff auf die Sozialdemokratie fol­gte dem auf den Kom­mu­nis­mus.

Die Kom­mu­nis­tis­che Partei war selb­st schlecht auf den Faschis­mus vor­bere­it­et. Ihre Führung erkan­nte zuerst nicht ein­mal, was der Mach­tantritt Hitlers fak­tisch bedeutete. In ihren Augen war die kap­i­tal­is­tis­che Demokratie seit Ende der 20er in einen län­geren Prozess der „Faschisierung“ einge­treten. So stellte Stal­in fest: „Die Sozialdemokratie ist objek­tiv der gemäßigte Flügel des Faschis­mus.“ Aus der richti­gen Fest­stel­lung, dass die SPD unter bürg­er­lich-demokratis­chen Bedin­gun­gen die wichtig­ste Stütze des Kap­i­tal­is­mus war – weil sie durch ihren Reformis­mus die Lohn­ab­hängi­gen vom Kampf für ihre Inter­essen abhielt – zog die KPD den völ­lig falschen Schluss, dass der Haupt­geg­n­er die „sozial­faschis­tis­che“ SPD wäre. Die KPD-Führung verkan­nte, dass die geschwächte Sozialdemokratie immer noch die meis­ten Arbei­t­erIn­nen organ­isierte. Deswe­gen wäre es notwendig gewe­sen, prak­tis­che Abkom­men zum Kampf gegen den Faschis­mus mit der SPD zu schließen. Die KPD hätte den SPD-Arbei­t­erIn­nen im gemein­samen Kampf zeigen kön­nen, dass ihre Inter­essen am kon­se­quentesten mit Hil­fe der Rev­o­lu­tionärIn­nen vertei­digt wer­den und damit eine Mehrheit der Klasse für eine rev­o­lu­tionäre Per­spek­tive gewin­nen kön­nen.

Die „Linke Oppo­si­tion der KPD“ um den rus­sis­chen Rev­o­lu­tionär Leo Trotzi und andere kleine Organ­i­sa­tio­nen kämpften für eine wirk­liche Ein­heits­front der Arbei­t­erIn­nen­klasse. Die Linksop­po­si­tionellen schlu­gen allen Organ­i­sa­tio­nen der Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung einen Maß­nah­menkat­a­log zur Abwehr des Faschis­mus vor. Doch nur an sehr weni­gen Orten war es ihnen möglich, diesen auch durchzuset­zen.

Und so kam es tragis­cher­weise, wie die Musik­gruppe „Schmetter­linge“ tre­f­fend for­mulierte, zu spät dazu, dass „sich Sozialdemokrat­en und Kom­mu­nis­ten schließlich vere­int sahen – im KZ.“

Auch heute sind die Klassen­ver­söhn­lerIn­nen die Haupt­stütze des kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tems. Wir müssen deshalb der SPD, Linkspartei und Gew­erkschafts­führung unbe­d­ingt den Auf­bau rev­o­lu­tionär­er Organ­i­sa­tio­nen und den reformistis­chen Aufrufen gegen die Nazis den rev­o­lu­tionären Antifaschis­mus ent­ge­gen­stellen. Aber wir müssen trotz allem die reformistis­chen Organ­i­sa­tio­nen offen­siv in die antifaschis­tis­chen Aktio­nen ein­beziehen, sie ihnen ger­adezu aufzwin­gen. Für die Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung, muss auch heute der Ein­heits­frontslo­gan der Weg­weis­er sein: „Getren­nt marschieren, vere­int schla­gen!”

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